Epsilon Lyrae System

Daumenbreit (2 Grad) neben der Vega (Wega) findet man findet man ε – Lyrae. Die Vega ist der hellste Stern des Sommerdreiecks,  der im Sommer von Ost nach West hoch oben in Zenit nähe zieht.

160515 Leier - LYR anno.

Diese Sternsystem ist 160 LJ von uns weg, und besteht in sich aus Doppelsternen. Weitere Begleiter konnten mittlerweile auch nachgewiesen werden.

ε1 und ε2 Lyrae sind zwei 4,6 mag helle Sterne mit 3,5 Bogenminuten Abstand, das ist 1/10 der Größe des Mondes und Sonne am Himmel. Somit sind sie für schärfste Augen bereits visuell trennbar. Fotografisch sind sie sehr leicht zu trennen.

Ein schon größere Herausforderung allerdings ist es, die zwei Komponenten A/B und C/D aus denen ε1 und ε2 Lyr besteht auch noch aufzutrennen:

180520 E-Lyr

Der Abstand der Komponente ε1 A/B und ε2 C/D beträgt aber nur noch  2,3 bezw. 2,4 Bogensekunden.
In dieser Größenordnung liegt allerdings schon das normale schlechte Seeing  (Luftflimmern) meines Himmels. Nur in Ausnahmenächten wird mir unter 2 arcsec (Bogensekunden) angezeigt. Das beste Seeing von der Erdoberfläche aus wird bei ungefähr 0,7 – 1 Bogensekunde liegen. Durch Mitteln vieler Bilder kann aber die Auflösung erhöht werden.

Die Helligkeit der Sterne A, B und C ist mit um die mag 5-5,4 in etwa gleich groß, nur B ist mit mag 6 deutlich schwächer. Der Unterschied von einer mag stufe ist ja in etwas 2,5x weniger Licht.

Die Sterne A/B brauchen 1804 Jahre um sich zu umkreisen, C/D 724 Jahre.

1985 wurde bestätigt, dass ε ein Dreifachsystem ist. Allerdings nur Spektroskopisch, denn mit 0,2 arcsec Abstand ist er direkt visuell nicht sichtbar.

Meteoriten

An sich am nächtlichen Himmel gar nicht so selten. aber man sieht sie halt nur, wenn man gerade hinschaut.
Es gibt immer wieder Zeiten, wo eine Häufung auftritt, am bekanntesten wohl die Perseiden im August.
Ich hatte aber jetzt mal das Glück, dass einer in meinem Bildfeld verglühte, als ich die Dreiecksgalaxie ablichtete:

171015 M33/Dreiecksgalaxie  und Meteor

(60% Auflösung auf Astrobin)

Ein Ausschnitt aus dem Bild zeigt den Core der Plasmawolke. Deutlich sieht man wie Teile in Richtung der Erde abfallen

171015 Core

 

 

Quasare

So mancher Lichtpunkt in den tiefen des Weltalls entpuppte sich als etwas, was es so nicht geben dürfte: Objekte deren Leuchtkraft mehr als Millionen Millionen (keine Schreibfehler!!) mal heller als die der Sonne sind. Die Rotverschiebung zeigte nämlich die ungeheure Entfernung der Objekte, die im Milliarden Lichtjahren liegt an.
Ein sogar im Fernglas sichtbarer Quasar liegt im Sternbild Jungfrau und ist 2-3 Mrd. LJ weit weg. Auf Bildern, die ich mit meinen einfachen Mitteln mache ist der weiteste 11 Mrd Lichtjahre weg (bei M51), und war eher nur ein „Beifang“, denn es sind ja nur Pünktchen. Zur Erinnerung: Unser All ist 13,8 Mrd Lj groß……

Solche Energiemengen in alle Richtungen (wie normalerweise), abzustrahlen ist einfach nicht möglich, in unserer derzeit gültigen Physik. Was steckt dahinter? Die derzeit gültige Theorie dazu ist, dass es sich um aktive Galaxienkerne handelt. Ein großes schwarzes Loch saugt umgebende Materie auf. Diese stürzt wie in einem Strudel in das Loch hinein. Dabei reiben die Materieteilchen in dieser Akkretionsscheibe und erzeugen extreme Temperaturen, letztlich wird ein Teil der Materie und vor allem Strahlung wird Inform eines Jets gebündelt ins All geschleudert. Wie ein Leuchtturm, also ein sehr gebündelter Strahl. Nicht nur im sichtbaren Licht, sondern auch im kurzer extrem energiereichen Gamma und Röntgenstrahlung bis zu langwelligen Radiowellen.

Der Name Quasar leitet sich vom Begriff „quasi stellar“ ab.

Bei sehr weit entfernten Quasaren, deren Rotverschiebung ja groß ist,  kann man auch schön einen Effekt beobachten: Sie sind blau. Warum das so ist? Weil das langwellige sichtbare Licht (=orange bis rot) bereits ins Infrarote (unsichtbare) verschoben ist, und das harte extrem energiereiche (unsichtbare) UV Licht in das sichtbare kurzwellige Licht gedehnt wurde, und das ist blau.

Eine große Ansammlung von weit entfernten Quasare kann man im Leo Triplet in unmittelbarer Umgebung der Hamburger Galaxie (NGC3628) finden:

170226 Quasare hinter NGC3628 / Hamburger Galaxie

Die Zahlen sind die Entfernungen in Mrd. Lichtjahren. Es ist ein Ausschnitt aus dem Bild vom LeoTriplet

Nahe M51 (Strudelgalaxie) befindet sich Quasar SDSS J13004.71+472301.0 in 11 Mrd.LJ Entfernung

170331 M51+ Quasar SDSS J13004.71+472301.0


Natürlich könnte man sie jetzt speziell besser herausarbeiten, aber es ist halt nur als Beifang zu den eigentlichen Objekten….

Ein sehr naher riesiger Quasar ist M87 – VirgoA. Im inneren der Galaxie frisst eines der größten schwarzen Löcher (6,6 Mrd. Sonnenmassen und würde damit unser Sonnensystem bis inkl. Pluto füllen). Dies aktive Galaxie ist etwas über 54 Mio LJ von uns weg und zum Glück blicken wir nur seitlich drauf, sodass uns der hell gebündelte Strahl aus Röntgen und Gammastrahlung nicht trifft. Im Radiobereich ist sie eine der hellsten Quellen.

M31 Andromeda Galaxie

Die Andromeda Galaxie ist unser Nachbar in 2,5 Millionen Lichtjahren Entfernung und mit 140.000 LJ ist er 40% größer als unsere eigene Milchstraße. Bei guten Bedingungen kann man sie noch mit freiem Auge sehen und ist damit das am weitesten entfernte Objekt im Weltraum, das wir  ohne Hilfsmittel erkennen können. Das Fernglas zeigt schon sehr deutlich den nebeligen Fleck.

Eine Digitalkamera sammelt aber heutzutage genug Licht innerhalb von 10-20 Sekunden,  sodass er sich am Foto schon deutlich abzeichnet. Selbst am fixen Stativ ohne Nachführung.

Hier mit Fotolinse bei 100mm KB (Kleinbild) aber 11×4 Minuten belichtet, was natürlich nur mit Nachführung geht. Das Bild umfasst das Gebiet beginnend von Stern Mirach unten.

150621 M31 - Andromeda Galaxie (And)

[Dieses Bild in großer Auflösung und Beschreibung]

Ein kleines Teleskop (Lacerta 72/432APO) enthüllt dann sehr viel mehr Details:

180906 M31  - Andromeda Galaxie

Der Hauptteil des M31 ist sechs mal so groß wie uns der Mond erscheint. Mit dem Halo zugerechnet füllt er die Größe des Sternbildes Großer Wagen!

Der M 31 mit Fotoapparat und 135mm Linse

180913 M31  - Andromeda Galaxie

Bei den Bilder mit dem Telskop zeigte eine genaue Analyse der Einzelbilder aber: 4 Minuten bei ISO800 und F3.5 sind zu viel – da sind die hellen Sterne und das Zentrum schon überbelichtet. Ein solches Objekt braucht zusätzlich noch eine HDR Ausarbeitung um den große Dynamikumfang einigermaßen gerecht zu werden.

Mit meinem 800mm geht sich nur noch ein Ausschnitt aus. Links M110 und rechts M32, die beiden Begleitgalaxien:

160831 Andromeda Galaaxie M31 (mit M110 und M32)

(in groß auf AstroBin)

Hier ein Auffindekarte, wie ich ihn immer leicht finde:

Auffindekarte M31

Ausgehend von der Kassiopeia (Himmels-W) führt die Verlängerung des rechten Schenkel zu einem sehr hellen Stern (Almaach). Dann findet man zwei weitere sehr helle Sterne (sieht man auch in der Stadt). Beim mittleren der drei hellen Sterne im Sternbild der Andromeda sind dann oberhalb zwei schwächere Sterne zu sehen. Sieht man bei lichtverschmutztem Himmel schon schlecht. Im Fernglas/Sucherfernrohr aber schon. Der Abstand dieser schwachen Sterne ist  ca. das Gesichtsfeld eines Fernglases. Beim obersten Stern sieht man dann schon die Andromeda Galaxie als nebeliger Fleck.

Weitere Seite zum Auffinden auf de.Wikihow

Viel Glück beim Finden !