Meteoriten

An sich am nächtlichen Himmel gar nicht so selten. aber man sieht sie halt nur, wenn man gerade hinschaut.
Es gibt immer wieder Zeiten, wo eine Häufung auftritt, am bekanntesten wohl die Perseiden im August.
Ich hatte aber jetzt mal das Glück, dass einer in meinem Bildfeld verglühte, als ich die Dreiecksgalaxie ablichtete:

171015 M33/Dreiecksgalaxie  und Meteor

(60% Auflösung auf Astrobin)

 

 

Beobachtungsnacht 14.8.2017

Der Sommer ist ja immer problematisch: Kurze Nächte, hohe Temperaturen (= stark erhöhtes Rauschen des Fotosensors) und wenn es dann doch abkühlt baldige Wolkenbildung und Tau. Nach diesem teilweise sehr kaltem Winter und der Trockeheit sind wenigstens Gelsen (Stechmücken) kein Problem…

An diesem Tag war es jedenfalls fast ideal. Mit 22 Grad um 22:00 zwar warm aber ein Nordwind machte mich zuversichtlich dass die Luftfeuchte länger unterhalb der kritischen 92% blieb. Wolken waren auch nur im Süden und in Horizontnähe zu sehen. Der Aufgang des 1/4 Mondes war kurz vor Mitternacht angesagt.

Ich befragte die INCA Karte die in etwa die aktuellen Werte der vergangenen Stunden zeigt und von der ZAMG zur Verfügung gestellt wird: Hier kann man dann in etwa abschätzen, wie es in der unmittelbaren Zukunft aussieht:

170814 INCA - Wolken

MetoBlue stellt u.a. lokalisierbare Karten zur Verfügung, die speziell auf Astronomische Beobachtungen ausgelegt sind. Da sah es auch nicht schlecht aus:

170814 MeteoBlue

Was Temperaturen und Feuchte betrifft stimmt es oft nicht. Aber ich habe ja eine Wetterstation im Garten die dass anzeigt, wenn man es nicht sowieso merkt wie es steht…..

Als ich den Polarstern gerade schon erkennen konnte begann ich mit dem Aufbau. Heute sollte es mit dem Teleskop M27 (Hantelnebel) mit dem Teleskop und der modifizierten Kamera werden. Zusätzlich dann eine kleine unmodifizierte Kamera mit dem Olympus FT7-14/4 Ultraweitwinkel.
Da sowohl Teleskop wie auch Fotolinse F/4 haben, ist huckepack und gleichzeitiges Auslösen bei gleichen Belichtungseinstellungen ja ideal.
Mit dem Ultraweitwinke bekomme ich sicher ein Übersichtsbild über die Milchstraße im Zenit. Nicht zu viele Sterne, als dass man sich darin verliert aber dennoch viel mehr, als man mit dem Auge sehen kann.

170814 Dual Setup

Gegen 22:00 ist noch nicht ganz so dunkel, aber ein erstes Testbild zeigt mir dass es losgehen könnte, wenn nicht wieder Wolkenfelder vom Süden hereingezogen wären. Gerade beim Ultraweitwinkel zu vergessen. Glücklicherweise lösen sie sich bald auf.  Die visuelle Grenzgröße von 3-4 (am kleinen Wagen abzulesen) ist nicht gut, was darauf hindeutet dass es einfach nicht wirklich klar ist. Mit SQM gegen 20,5 ist es dann aber schon mal besser, als andere im Umland von Wien.

Da Andromeda auch schon vernünftig hoch steht und dieser Teil des Himmels frei bleibt die nächste Zeit stelle ich noch schnell den Star Adventurer mit dem Samyang 135/2 hinaus. Das ist ja innerhalb 5 Minuten betriebsbereit.

Eine Testbelichtung vor einiger Zeit zeigt mir, das Bildfeld passt wunderbar. Mit F2 geht sich bequem 1 Minuten Belichtungszeit bei ISO800 aus. Da brauch ich nicht mal einen Sequenzer oder die Belichtungssteuerung des Star Adventurers bemühen (womit ich mich noch nicht mal befassen musste).

170814 StarAdventurer

 

Letztlich kam es aber wie so oft: Kurz vor Mitternacht, beim Mondaufgang war der Himmel zu, sodass ich nach Abwarten, was ich nutzte um Darkframes zu machen, dann eine halbe Stunde später abbrach.  Es klarte dann zwar nochmals gegen 1:00 auf, aber da war ich dann schon fast im Bett. Nächstes mal muss ich halt nachlegen.

Hier noch ein sehr schnelles Ergebnis was die 3 Kameras abgeliefert haben. Ich habe nur die Bilder zusammengerechnet, automatische Farbkorrektur  und Kontrastkorrektur. Das ganze so wie es ist verkleinert:

Die Sommermilchstraße um das Sommerdreieck mit 7mm (14mm KB) Rohbild nach zusammenrechnen der 22 Bilder mit jeweils ISO800 und 4 Minuten Belichtungszeit

170814 Rohbild nach stacken 7mm CAS-AQL

 

Der Hantelnebel (M27) durch den 200/800 „Newton ohne Namen“. Rohbild nach zusammenrechnen von  21 Bildern mit je ISO800 und 4 Minuten Belichtungszeit

 

170814 M27 / Hantelnebel  - Rohbild nach stacken

Und hier die Andromeda Galaxie mit dem Samyang 135/2 als Rohbild nach stacken.  44×1 Minute belichtet ISO800, F/2 nachgeführt mit dem StarAdventurer.

170814 M31 Rohbild

Als Anfänger wäre ich vor 3 Jahren froh gewesen, ein solches Bild final in der Hand zu haben. Heute ist das nur ein Ausgangspunkt für eine ausgefeiltere Bildbearbeitung. Deutlich sieht man z.B. den Helligkeitsgradienten am Himmel und die Farben werden dann noch verstärkt. Um nur das Augenscheinlichste zu erwähnen.

Wer sich jetzt noch fragt, wo denn die vielen Spuren sind, die durchs Bild fliegende Flugzeuge und Satelliten hinterlassen:
Die werden beim Stacken herausgerechnet, was dann so aussieht:

170824 M31 reject hight

Beim Stacken (zusammenrechnen der einzelnen Bilder) wendet man Algoritmen an, die alles was offensichtliche Ausreißer sind, aus dem Endergebnis verwerfen.
Das geht oft recht gut, aber wenn es nicht funktioniert, fehlen vielleicht wesentliche Teile des Objekts. Daher tut man gut daran, das zu kontrollieren was weggeworfen wird. Gegeben falls muss man dann die Parameter nachjustieren.

Star Adventurer

Wer mit Fotolinsen und fixem Stativ versucht, dem Nachthimmel seine Geheimnisse zu entlocken stellt bald fest: Ohne Nachführung bekommt man, außer in Ausnahmefällen (extremes und lichtstarkes Weitwinkelobjektiv bei hoher ISO) nicht genügend Licht auf den Sensor, ohne dass die Sterne sichtbar am Bild wandert.
Die Sterne wandern, an den Polen am langsamsten am Himmelsäquator am schnellsten. Zu Analogfilmzeiten gab es eine Faustregel: bei Normalobjektiv (Bildwinkel einer 50mm Optik am Kleinbildformat also bei Olympus FT ein 25mm) kann man 20 Sekunden lang belichten, ohne dass Sterne am Film deutlich wanderten. Nun, ein Film ist gegenüber heutigen Auflösungen extrem „grobkörnig“. Bei den winzigen Pixel der FT Sensoren (3,8 – gar nur 3,3 µm) sieht man natürlich bereits kleinste Bewegung.
Nach der alten Regel würde das der Formel max.Bel,Zeit=500/FT Brennweite entsprechen. Vielfach kann man 250/FT Brennweite lesen, was suggeriert, dass man mit dem 7mm Weitwinkel 35 Sekunden belichten könnte. Nunja, selbst bei etwas unkritischen Betrachten der Bilder in hoher Vergrößerung wird man bei 20 Sekunden sehen, dass die Sterne zu Eiern werden. 120/FT Brennweite wird also recht gut hinkommen. Man muss aber auch bedenken: Bei Weitwinkeligeren Objektive kann man selten total exakt scharf stellen (geschweige dass das dann auch bleibt, wenn sich die Temperatur verändert) entsprechend groß werden helle Sterne sein. Und je größer, je weniger schnell sieht man deren Wanderung über den Sensor.

Anders sieht es da beim extrem scharfen mFT75/1.8 aus: Kürzlich hat es Ralph aus Wuppertal probiert mit dem mFT75/1.8 wie lange es wirklich geht: Am Äquator waren es 0,77 Sekunden auf den 16 MPixel Sensoren mit 3,8µm. Klar, bei den heute realisierbaren und noch gangbaren ISO sieht man auch bei 1 Sekunde jede Menge an Sternen, die man so nicht sehen würde. Aber es ist halt hoffnungslos unterbelichtet. Man bräuchte hier nämlich mindestens 1 Minute bis am Bild genügend Licht gesammelt wurde. Dann allerdings kann man sogar die eine oder Andere Galaxie in 500 Mio LJ ausmachen.

Also für uns bedeutet dass: 60/FT Brennweite und man ist auf der Sicheren Seite. Nahe der Himmelspole geht natürlich viel mehr. Wieviel geht, kann man ja leicht ermitteln: Belichtungsreihe mit unterschiedlichen Zeiten und kritisch am großen Schirm die Sterne ansehen…..

Lange Rege kurzer Sinn: Ohne Nachführung kommt man kaum weiter.

Nachdem ich zwei Jahre eine Kamera samt Objektiv huckepack am Teleskop verwendete um so die präzise Nachführung zu haben, habe ich mir ein kleine, aber feine Lösung angeschafft: Den Skywatcher „StarAdventurer“ und zwar das Set.
Ein ausführliche Vorstellung und Diskussion um den Star Adventurer gibt es am AstronomieForum.

Ich war überrascht wie unkompliziert das alles funktinierte. Wenn man die Anleitungen zum Einnorden ließt, denk man allerdings gleich, dass wird aufwändig. Aber zumindest Bei Sicht auf den Polarstern geht es mit der Kochab Methode sehr schnell. In Kürze: Der Stern Kochab ist im kleinen Wagen der zweithellste Stern. Der Polarstern liegt mit ihm auf einer gedachten Linie – und zwar hinter dem Himmelsnordpol, den er ja im Laufe der nacht umkreist. Fernrohre kehren aber das Bild um, sodass man nur im Polsucherfernrohr den Polarstern am Kreis zwischen der gedachten Linie und dem Zentrum bringen muss.
Also einfach aufstellen, Ausrichten der Achse auf den Himmelspol und Belichten. 1-2 Minuten sind auf jeden Fall leicht möglich, man mehr aber natürlich: Je länger die Brennweite, desto präziser muss man einnorden. Mit dem 135mm geht sich da jedenfalls noch 1 Minute aus. Bei viel mehr muss ich noch besser einnorden. Wer schwere Kameras / Optiken hat, sollte auch ein Gegengewicht anschaffen (ist im Set nicht dabei) oder als Gegengewicht eine zweit Kamera verwenden.

Achtung: Wer waagrecht Bilder am tieferen Südlichen Himmel machen will, braucht zusätzlich noch einen Kugelkopf.

Die Polsucherbeleuchtung ist allerdings sehr wackelig gelöst mit diesem Plastikteil, dass man in die Schiene steckt. Sollte man mit einem Klebstreifen sichern. Irgendwie geht es aber 😉

1707 Star Adventurer

Hier zwei Beispiele:

Nord Amerika Nebel im Schwan mit der modifizierten E-PL6 und Samyang 135/2:

170728 NGC7000 N-Amerika Nebel & Pelikan Nebel

Und ein schnell ausgearbeitetes Bild unserer Nachbargalaxie, dass mit der E-M1.II und dem Samyang 135/2 entstanden ist:

170814 M31_44L1mI8_EM12_DC_DBE_ABE_sCC_TGV_SCNR_HTstr_mSTr_mCT_mExT_LHE

 

 

Die richtige Belichtung

Wie in der Fotografie auch, ist das Ausgangsmaterial entscheidend für ein gutes Bild. Aus einem falsch belichteten Bild kann man zwar noch versuchen durch Bildbearbeitung einiges zu retten oder besser: kaschieren, aber es erfordert sehr hohes Können.

Leider ist der Himmel meist nicht von bester Qualität, aber man kann zumindest bei der Standortwahl schon einiges berücksichtigen. Möglichst nicht über Lampen hinwegfotografieren oder Dächer. Ersteres verursacht unbeherrschbare Helligkeitsgradienten im Bild, letzteres kann durch aufsteigende Wärme zusätzliches „seeing“ (flimmern der Luft und damit stärker herumtanzende Sterne) bewirken.

Wichtig für uns: Um einen möglichst großen Kontrastumfang aufs Bild zu bekommen so zu belichten, dass im Histogramm der Buckel an der dunklen Seite deutlich vom (meist) linken Rand wegkommt. Er repräsentiert die vielen Pixel des Himmelshintergrund. Alles was heller ist, einige Sterne halt meist, sind in ein paar hellen Pixel die dann auch rechts (die helle Seite) oft  nicht mal sichtbar sind zu finden.
Ist der Himmel heller, wandert der Histogrammbuckel immer weiter Richtung hell. Wenn das zu weit wird, vergibt man Dynamik. Es steht ja nur noch der restliche Teil für Objektinformationen zur Verfügung.

170421 Histogramm der Kamera

Natürlich fotografieren wir nicht in JPG sondern in RAW der Kamera. Heutige Digitalkameras haben ca. 12 Bit Farbtiefe.
Ein JPG Bild aber nur 8 Bit Tiefe. Mit 8 Bit hat man gerade mal 256 Abstufungen (2^8) zwischen Dunkel und Hell. Bei  Farbbildern hat man ja 3 Farben: Rot/Grün/Blau = RGB das ergibt dann die besagten 16,77 Mio Abstufungen. Klingt viel, ist es auch, denn für unsere Auge reicht das vollkommen aus.
12 Bit bedeuten schon 4096 Abstufungen (8*2*2*2*2). Das bedeutet schon ein gewaltiger Anstieg der Dynamik!
Merke: Jedes Bit mehr bedeutet: Man kann bei einem gerade gesättigten Pixel doppelt so lange belichten, ohne dass es ausbrennt.Das bedeutet aber auch, wenn man hinterher, wenn viele Bilder addiert werden, dass man bald nicht mehr mit einem 16 bit Format auskommt, sondern dann mit 32 Bit Fileformat arbeiten muß.  Bei TIFF ist man ja in der Farbtiefe an sich nicht begrenzt, aber nur wenige Programme können mit 32 bit TIFF umgehen. Speziell in der Astrofotobearbeitung hat sich da das FITS Format durchgesetzt. Am Ende der Bearbeitung reduziert man dann das Bild wieder auf das übliche JPG.Vom fixen Fotostativ wird man aber schnell merken: Man kann, abhängig von der Brennweite nur im Sekunden Bereich belichten, ohne dass die Sterne merklich zu Eiern oder Strichen verformt werden. Bedingt durch die Erdrotation. Dabei ist die Geschwindigkeit bei den Himmelspolen am langsamsten, am schnellsten beim Himmelsäquator.Als Anhaltspunkt:
Beim Olympus Extremweitwinkel 7mm (=14mm KB) ist gerade noch eine Belichtungszeit von 15-20 Sekunden möglich, ohne dass Sterne all zu sehr in die Länge gezogen werden! Bei weniger Weitwinkel entsprechen viel kürzer!

Die Bewegung der Sterne am Himmel ist je nach dem auch unterschiedlich schnell. Am Himmelsäquator ist sie am schnellsten, an den Polen am langsamsten. Für 08/15 Bilder der Milchstraße  kann man bei Olympus Kameras noch mit der Formel 120/Brennweite rechnen, dennoch wird man bei kleinen Lichtpunkten sehen, dass sie in die Länge gezogen werden. Bei dicken fetten, Sternen oder wenn man nicht genau scharf stellen konnte, wird man die kleine Wanderung nicht so schnell sehen. Wer z.B. das hochauflösende mFT75/1.8 mal in Himmelsäquatornähe einsetzt und ganz kritisch das Ergebnis begutachtet, wird sehen, dass die Faustregel für die längst mögliche Belichtungszeit nur 60/Brennweite betrifft. Das währen also nicht mal 0,8 Sekunden bei den 16 MPixel Sensoren (Pixelgröße 3,8µm). Bei einer E-M1.II / PenF die den 20 MPixelsensor haben ist die Pixelgröße nur noch 3,3 µm, entsprechend müsste man noch kürzer belichten.

Also einfach probieren, wie weit man gehen kann / will. Um also mehr benötigtes Licht in dieser Zeit auf den Sensor zu bringen gibt es nur ein paar Möglichkeiten: Lichtstärkere Optik oder höhere ISO. Für einen Einstieg und Sternenfelder zu fotografieren um in aller Ruhe dann am Bild den Sternenhimmel kennen zu lernen, reicht das. Probatestes Mittel aber ist eine Nachführung, wie z.b. der SkyWatcher „StarAdventurer„. Wenn man mal die Hürden einer genauen Ausrichtung überwunden hat, kommt man da je nach Brennweite auf jeden Fall auf 2 Minuten Belichtungszeit. Bei ISO800 und F4 ist das Zentrum der Andromeda Galaxie gerade noch nicht überbelichtet.Hat man jetzt ein gut belichtetes Bild (Sterne rund, Histogrammbuckel im Dunkeln Bereich bei 20-30% und der hellste Teil gerade noch nicht ausgebrannt) zustande gebracht, macht man davon möglichst viele.Die werden dann hinterher zusammengerechnet (gestackt).

Hier ein Beispiel: Einzelbild vs. Stack und Bearbeiten

Bei mir nicht all zu hoch über den Horizont und darunter in 2km Entfernung Schloß Grafenegg, wo im Wolkenurm immer wieder große Konzertaufführungen stattfinden. SQM geht hier selten über 20.0
Hier ein Einzelbild nur verkleinert wie es aus der Kamera kommt (OOC – out of cam). Aufgrund der Himmelshelligkeit muss ich min. eine Blende schließen und statt normalerweise ISO800 kann ich nur ISO400 verwenden:

170529 RHO-Oph - Out of Cam unbearbeitet Einzelbild

Zwar auch nicht umwerfend, aber immerhin: 71 Bilder des obigen Bildes gestackt und bearbeitet zeigt schon recht gut die Faszination von Rho-Ophiuchi um den hellen Stern Antares im Sternbild Skorpion:

170529 Rho-OPH stack

Beobachtungsnacht 1.7.2016

Eine sternklare Mondlose Nach kündigte sich an. Seeing war wieder gegen 5. Mit 19 Grad nach 23:30 war es relativ warm und die Luftfeuchte lag auch schon bei 92%.
Mit dem Newton und der modifizierten E-PL6 fotografierte ich den Hantelnebel (M 27). 20 Bilder mit ISO800 zu je 4 Minuten brachte ich am Objekt zusammen, dann zog ein großes Wolkenfeld auf.  Die Luftfeuchte von 95% hinterlies am Sucherfernrohr schon viel Beschlag, aber ein hellerer Stern im MGen war noch soweit zu sehen, dass die Nachführung ordentlich klappte. SQM war 20,75.

160701 M27 Hantelnebel / Dumbbell Nebula

Huckepack war am Teleskop die E-PL7 Kamera mit dem mFT75/1.8 befestigt. Die schwenkte ich hinunter zu Altair im Sternbild Adler, um die E-Dunkelwolke abzulichten. Da verwendetet ich F 3,2 bei ISO400. 19 Bilder mit ebenfalls 4 Minuten, ausgelöst durch den MGen konnte ich verwenden:

E-Nebel (Dunkelnebel Barnard 142/143) und Altair (Sternbild Adler/AQL):

160701 E-Nebel und Altair (Aql)

Fotografiert habe ich den Aufbau mit dem FT7-14mm am Fotostativ bei 15 Sekunden. Wie man sieht, kann man bereits da mehr Sterne auf diesem Exteremweitwinkelbild erkennen, als man oft sehen kann:

160701 Beobachtungsnacht 1.7.2016
160701 Beobachtungsnacht 1.7.2016

Hier ein Ausschnitt aus dem obigen Bild:

160701 Beobachtungsnacht 1.7.2016

 

LEO – Löwe

160317 Sternbild Löwe / LEO

160317 Sternbild Löwe / LEO

Anfang Frühling steht der Löwe im Süden hoch oben. Ein sehr großes Sternzeichen, relativ leicht zu erkennen, wenn man sich mal eingesehen hat. 2016 steht unterhalb gerade der Jupiter. Vor dem Löwen ist das eher unscheinbare Sternbild des Krebs, auf der anderen Seite kommt dann schon das Sternbild der Jungfrau.

Durch den Hauptstern Regulus ( α Leonis) führt die Ekliptik, also kommt es  immer wieder zu nahen Begegnungen mit den Planeten und dem Mond, wo auch  Bedeckungen relativ oft vorkommen.

Regulus ist mit 77,5 LJ recht nahe, daher ist er mit mag 1,36 recht hell.

Im Sternbild befinden sich einige markante Galaxien. Ein der schönsten Ansammlungen ist wohl das „Leo Triplet“

170226 Leo Triplet (M66, M65 und  NGC3628)

M65 (ro) M66 (ru) stehen in ca 30 Mio LJ Entfernung, NGC3628 (l) ist 38 Mio LJ weit weg. Sie ist eine Edge-On-Galaxie, man sieht also genau auf die Kante der Spiralarme. Der Durchmesser ist 165.000 Lj.

Wenn man links die „Hamburger Galaxie“ NGC3628 genauer durchsieht, kann man Quasare finden, die um die 10 Mrd LJ ! weit weg sind:

170226 Quasare hinter NGC3628 / Hamburger Galaxie

die Zahlen im Bild ist die Entfernung in Milliarden Lichtjahren.

Hier das Leo Triplet mit dem 135mm Samyang

170226 Leo Triplet (M66, M65 und  NGC3628)

(in größer auf AstroBin)

M96 und M95

170326 M96 und M95

(in größer auf AstroBin)

Beobachtungsnacht 27.2.2016

Eines der seltenen Wolkenfenster ergab vor Mondaufgang die Möglichkeit, einige Photonen zu sammeln. Nordwind kämpfte gegen Südföhn an, der dann gewann und langsam eine  Wolkenschicht einen relativ ungetrübten Blick verwerte. Seeing war bei 4-5. Das Skyqualitymeter (SQM) zeigte zwischen 19,7 und 20,4 an. Die Temperatur blieb bei 2 Grad und die Luftfeuchte war mit 76-80% auch im grünen Bereich. Die um die 5 km/h Nordwind störten machten sich an meiner stabilen Montierung nicht weiter bemerkbar.

Zunächst versuchte ich, weitere Daten am M42, dem Orionnebel zu gewinnen. Diesmal die kurzen Belichtungszeiten, also max. 60 Sekunden bei ISO200 bis hinunter auf 2 Sekunden. Mal sehn, ob ich damit meinen ersten HDR Versuch weiter aufpeppen kann.  Eine dünne Wolken/Nebelschicht im Süden wirkt sich hier hoffentlich nicht weiter störend aus.

Bei den 60 Sekunden Belichtungen lief der zweite Fotoapparat mit dem mFT 75/1.8er mit und war auf die Umgebung der Gürtelsterne des Orions gerichtet.

Den Orion musste ich dann abbrechen, weil ich schon in die Nähe des Lichtkegels der Etsdorfer Kirche kam, der in den Himmel zeigt! Er hat eine Ausdehnung vom Orion bis Aldebaran, umfasst also ein recht weites Feld.

So ging ich dann etwas weiter Südöstlich zurück, auf NGC2264 im Einhorn (Mon) den Weihnachtsbaumhaufen wo auch der Konusnebel sein sollte. So recht konnte ich nicht erkennen wo ich war, das Teleskop vergrößert auch hier zu stark. In diesem Bereich gibt es aber schwache Emmissions- und Reflexionsnebel die ich vielleicht ansatzweise am Foto sehen kann.

Es stellte sich aber beim Ausarbeiten schnell heraus: Ich erwischte NGC2246…und das ist ein Teil des Rosetta Nebels. Ich muss also besser aufpassen bei den Zahlen.

Mit dem mFT 75/1.8 belichtete diesen Bereich mal mit. Bis ich wieder in den Lichtkegel der Etsdofer Kirche kam, zusätzlich wanderten schon gut sichtbare Wolkenschichten aus dem Süden herein:

160227 Orion wide

Da es im Nordosten noch klar und mit SQM 20,4 herum auch dunkel war, ginge es auf das M81, M82 Duo, ziemlich mittig am Weg  zwischen dem hinteren Teil des Großen Wagens Richtung Polarstern.

Nach 6 Bildern zu 4 Minuten musste ich dann abbrechen, weil schon zu starke Wolkenfelder aus Nordwesten hereinzogen:

160227 M81 & M82 Widefield

TAU – Stier

Das Sternbild Stier (Taurus, TAU), durch den orangen Stern Aldebaran rechts oberhalb des Orion ist auch leicht zu finden. Sehr markant ist auch die Ansammlung der Sterne der Plejaden

161202 TAU - Sternbild Stier (Taurus)

161202 TAU Sternbild Stier

161202 TAU Sternbild Stier

Sterne am Bild
A:Aldebaran, H1/H2: Hyadum I u. II, Al:Alnath Ai:Ain

Markante Objekte
M1: Krebsnebel  M45: Plejaden / Siebengestirn

Durch die Plejaden und Hyaden beim Kopf des Stiers geht die Ekliptik. Auf dieser Linie durchwandern unsere Sonne und Planeten sowie der Mond den Himmel. Seit 1990 steht hier die Sonne zur Sommersonnenwende. Umgekehrt: Genau zu Weihnachten stehen sie am höchsten am Wintersternhimmel. Es ist Frühling, wenn sie abends im Westen verschwinden. Daher kommt es auch öfter mal zu einer Aldebaranbedeckung durch unseren Mond.

Die Plejaden – M45:

161004 M45 -Plejaden

Sie leuchten durch den schwachen Merope Nebel. Er ist blau, weil es nur das Licht der Sterne reflektiert. Es ist kein heißer Stern in der Nähe, der das Gas ionisiert.
Mit 2 Grad füllen sie 4x die scheinbare Fläche des Mondes oder Sonne. Von uns sind sie ca 400 LJ weit weg, also sehr nahe.

Krebsnebel – M1

160129 M1 - Krebs Nebel

Am 11. April 1054 und später berichten verschiedene Kulturen über einen Stern neben der Sonne. An dieser Stelle steht heute der Krebsbebel. Er dehnt sich noch immer mit 1500 km/s aus. Er ist ca. 6300 LJ von uns weg. Zurückgeblieben im Inneren ist ein Neutronenstern, der durch die extremen Magnetfelder starke Synchrotronstrahlung aussenden.  Der Ursprungsstern dürfte 1-5 Sonnenmassen gehabt haben.

Charles Messier, ein Kometenjäger im 18 Jhd. hat immer wieder Objekte gesichtet die ähnlich aussehen, aber offenbar keine sind. Deshalb hat er dann einen Katalog angelegt, dessen erster Eintrag dieses Objekt war:  M1 war (Messier Katalog Nr.1) Heute umfasst der Katalog 110 Objekte.

Wintersternhimmel: ORI-TAU-AUR-GEM-CMi

Der Wintersternenhimmel ist relativ leicht zu erfassen, denn  mit dem Orion hat man einen guten Ausgangsbasis:

160212 Wintersternbilder

160212 Wintersternbilder

Der Himmelsjäger Orion (ORI), mit hoch erhoben linken Arm mit Schwert und rechts das Schild gegen den Stier (Taurus, TAU). Durch die Gürtelsterne geht der Himmelsäquator. Unterhalb des Gürtels, das Schwertgehänge, wo man den Orionnebel (M42) findet. Sehr auffallend links oben der Rote Überriese Beteigeuze und gegenüber unten ein blauer heller Riegel.

Links unten des Orion steht der hellste bei uns sichtbare Stern:  Sirius im Großen Hund (Canis Maior, CMa). Weiter links aber oberhalb, der helle Prokyon im kleinen Hund (Canis minor, CMi). Darüber sieht man zwei helle Sterne: Die markanten Sterne des Sternbild Zwillinge (Gemini, GEM): Pollux und Castor.

Hoch im Zenit glänzt Capella, einer der hellsten bei uns sichtbaren Sterne, im Sternbild Fuhrmann (Auriga, AUR). Capella sieht man bei uns praktisch immer, im Sommer tief am Nordhorizont.

Das Sternbild Stier ist auch recht leicht zu sehen: Der Wuchtige Körper, dessen eine Grenze das Siebengestirn, die Plejaden (M45) bilden. Beim orangen hellen Aldebaran ist der Kopf, den die Hyaden, eine lose Sternhäufung bilden. Links die beiden Sterne sind die zwei Hörner. Hier steht einer der berühmtesten Himmelsobjekte, wenn auch mit mag 9 sehr dunkel: Der Krebsnebel (M1) der Überrest einer Supernovae vor 1000 Jahren.

Die schwache Wintermilchstraße durchzieht links des Orion das eher unscheinbare Sternbild des Einhorn (Monoceros. MON). Das größte Objekt mit vielen scheinbaren Monddurchmessern ist der Rosettanebel (NGC2244), als RO eingezeichnet. Daneben gibt es da noch passend zur Jahreszeit den Weihnachtsbaum und vieles mehr.

Der Rosetta Nebel (135mm Objektiv)

170302 Rosetta Nebel - MGC2244

Weihnachtsbaum Haufen

161229NGC2264_12LI8007D_sDSe_ACDNR_HT_clone

 

 

 

Beobachtungsnacht 12.2.2016

Wieder war der schon etwas höher stehende Mond mit gerade mal 3 Tagen Alter ein Ziel. Ein Crop aus dem Original ohne viel Bearbeitung der das Mare Crisium (Meer der Gefahren) zeigt, lässt schon leicht Krater von 12km Durchmesser erkennen:

160212_Mond Mare Crisium (crop)

Ich probierte auch erstmals meine zwei IR Filter aus. Allerdings habe ich die nur für das ED75/1.8. Man kann jedenfalls damit schon Bilder machen. Auch  helle Sterne kann ich am Liveview erkennen. Das ist ja schonmal was! Das natürlich nur bei meiner Modifizierten E-PL6, die ja auch im IR empfindlich ist.

Bis es dann wirklich etwas dunkler war, habe ich das Teleskop auf NGC2244 den Sternhaufen im Helixnebel gerichtet.

160212 NGC2244 Rosetta Nebel

Da großflächig  immer wieder Wolkenschichten durchzogen versuchte in mit dem ED1260 widefield bei 12mm (KB:24mm, Bildwinkel:84 Grad) Bilder der Wintersterne zu machen.

Ich wollte dann schon abbrechen, aber es klarte dann auf und so machte ich noch mit der normalen unmodifizierten Kamera ein Detailbild der Plejaden (M45), das  bekannte Siebengestirn im Sternbild Stier. Leider war dann bei 8×4 Minuten Schluß:

160212 Plejaden - M45