Astrofotografie mit Olympus Digitalkameras

All zu viele Olympus User dürfte es bei der Astrofotografie nicht geben. Als passionierter Olympus Fotofreund bleibe ich natürlich auch bei der Astrofotografie treu, da ich mit den OM-D Kameras über hervorragende und leichte Gehäuse verfüge.

Hier stelle ich mal die Adaption der Olympus FT Kameras vor:

Adaption Astrofotografie

Nach einigem herumprobieren habe ich jetzt zwei Hauptadaptionen gefunden, die mir qualitativ am besten zusagen:

Adaption am Teleskop

Für verzerrungsfreie Bilder ist bei solch lichtstarken Newton Teleskopen ein Flattener (Komakorrektor) erforderlich. Ansonsten würden am Bildrand die Sterne Tropfenförmig verzerrt. In meinem Fall hat der Ausgang des  Komakorrektors ein M48 Gewinde. Teleskop-Austria.at hat mir den FT-Adapter auf dieses M48 Gewinde angepasst. Daran kann ich direkt die Kamera an den FT/mFT anschließen.
Da die Sterne in den Ecken nicht rund waren, wurde noch ein 2mm Abstandsring zwischen Komakorrektor und Adapter probiert. Jetzt sind sie bis in die Ecken fast rund. Fast perfekt dürfte der Abstand aber sein, wenn man einfach einen M48 auf 2″ Adapter nimmt. Dann die Kamera einfach mit einen handelsüblichen FT/2″ Adapter anschrauben.

Wie ich noch einen Filter dazwischen bekomme hat sich mittlerweile auch geklärt: Im Flattener (Comakorrektor) bez. bei den gute Adaptern kann man die Filter einfach einschrauben 🙂

Adaption an KomaKorrektor

Da ich noch einen EC-14 (Olympus FT 1,4x Telekonverter) habe, nehme ich den gerne bei Sonnen oder Mondfotografie. Damit ist bei einem Teleskop mit 800mm Brennweite der Mond oder Sonne (0,5 Grad Winkelausdehnung) fast formatfüllend:

160507 E-M5 mit EC14

Also: Teleskop – Comakorrektor – M48/2″ Adapterring – 2″ Adapter – EC-14 – FT/mFT Adapter und mFT Kamera.

Adaption mit Baader Barlow 2,25 am Teleskop

Die Baader Barlow für Hyperion Zoom Okular, mit 2,25 stellt das dar, was ein Telekonverter bei Fotooptiken ist: Er vergrößert das Bild. Der Komakorrektor ist dann nicht mehr notwendig. Daher braucht man einen T2/FT Adapter und eine Adapter der dann das ganze mit dem Teleskoptubus verbindet. 1,15″ Filter kann man dann direkt an der Barlow Linse einschrauben.

Adaption mit Barlow
barlow_om-d

Adaption mit APM Barlow 2,67x am Teleskop

Sie ist relativ einfach: Der enthaltene APM Adapter (für das Einstecken eines normalen 31,4mm Objektives) hat ein 2″ Gewinde. Das ganze einfach mit dem 2″ Adapter auf FT oder mFT Adapter. Zur stärkeren Vergrößerung kann man noch ein 2″ Extender Rohr dazwischen geben.

Natürlich kosteten solche Vergrößerungsmaßstäbe jede Menge an Licht und man stößt schnell an die Grenzen des Sinnvollen bei Digitalkameras. Das Vierfach Sternsystem wie ε-Lyrae kann man aber schön trennen. Die zwei Komponenten der beiden Doppelsterne sind nur 2,3 bzw. 2,7 Winkelsekunden entfernt.

Bei hohen Vergrößerungen kann man natürlich auf den Comakorrektor verzichten. Wenn man aber einfach von norma (mit Comakorrektor uaf ohne Komakorrektor) umrüsten will, sollte man den Newton neu justieren. Wenn es also schnell gehen soll, dann kommt der M48 1,25″ Adapter an den Komakorrektor. Da steckt dann die APM Barlow drinnen. Die APM Barlow ist wir üblich mit 2″ Abstandsrohr und einem 2″ / FT oder mFT Adapter an der Kamera:

160509 EM5 + APM Barlow am Comakorrektor
Okularprojektion durch Hyperion Zoom Okular

Man kann mittels optionalen Adapters vom Hyperion Zoom Okular auf T2 die Kamera direkt ans Okular anschließen. Leider ist dann die Bildqualität nicht mehr wirklich hoch: Z.b. beim hellen Rand des Mondes deutliche Halos. Bei der Fotografie der Sonne sieht man jede Menge Staub. Auf die schnelle bin ich nicht dahinter gekommen auf welchem der vielen Linsenflächen dieser Staub liegt, aber alles durch putzen  hilft.

Okularprojektion

Aus der Fotografie weiß ich aber, dass jeder zusätzliche Linse Qualitätsverluste verursacht. Bei den Vergrößerungen die das 8-14mm  Zoom anbietet kommt man nicht wirklich auf höhere Vergrößerungen als eine Adaption Barlow+Kamera bietet. Zumindest im Sommer ist das Seeing so schlecht, dass es wohl keine zusätzlichen Vorteile bietet. Ob ein Einsatz der klassischen Okularprojektion (Teleskop  + Barlow + Okular + Kamera) bei guten Bedingungen sinnvoll ist, wird sich noch herausstellen. Ebenso inwieweit die afokale Projektionsphotographie (Teleskop + Okular + Kameraobjektiv + Kamera) etwas bringt, ebenso.

Barlow + Okularprojektion

Okularprojektion bringt mM nach zu starken Qualitätsverlust. Mit einer guten Barlow geht es besser.

1st Light! – Erste Gehversuche

Wie so oft, bin ich tagsüber gar nicht dazugekommen, das Teleskop bei Tageslicht aufzubauen und noch wichtiger: die Okulare und wie man die korrekt montiert, damit sie auch scharf abbilden. Der Schärfebereich den man einstellen kann ist ja eher gering. Auch die Sucherfernrohreinstellung währe wichtig gewesen. Das Handbuch zur Montierung hab ich natürlich schon etwas durchgearbeitet.

Egal! Als es dämmrig wurde begann ich das Stativ mal an einem Punkt im Garten aufzubauen, wo ich Sicht auf Mars und Saturn haben müsste. Da ich mit einer parallaktische Montierung nicht gut umgehen konnte, schwenkte ich schnell auf die „gewohnte“ azimuntale Montierung um. Die Nacht war gerettet 😉

Als ich dann fertig war, war es schon recht dunkel. Es stellte sich jetzt mal die Frage nach dem geeigneten Ort, wo ich mal irgendein terrestrisches Objekt im Garten scharf stellen könnt und bei der automatischen Außenbeleuchtung auch erkennen kann. Es war leider nur ein Busch, wo die Straßenlaterne durch schien. Mir war ja nur im groben bekannt, wie die ganzen Adapter anzubringen sind, vor allem, wie ich das Okular mit den zwei Adapter, die mir zur Auswahl stand so einsetzen konnte, dass der richtige Abstand gegeben war, damit ich in den Schärfebereich des Teleskops komme. Der erste Versuch zeigte große scharfe Blätter im Vordergrund, aber der Hintergrund ein Meter dahinter konnte nicht mehr scharf abgebildet werden. Dann fand ich den Abstand, den das Objektiv im Adapter brauchte. Schon mal die erste Hürde genommen!

Dann war das Einrichten des Sucherfernrohres dran. Den Tipp meines Händlers im Ohr, zuerst das Teleskop auf etwas markantes ausrichten, dann hat man es bedeutend leichter, das Sucherfernrohr auszurichten, suchte ich nach einem passenden Objekt, denn einzelne Blätter in einem Busch würde ich wohl im Sucher auch nicht wirklich identifizieren können. Natürlich wäre ein möglichst weit entferntes Motiv sehr hilfreich wegen der Abweichung, aber das hatte ich nicht. So musste der ca 8m weit entfernte Sensor eine Sensorlampe über dem Eingang herhalten. Da hab ich mal das Sucherfernrohr justiert. Zwischenzeitlich sind auch die hellsten Sterne herausgenommen, so peilte ich dann gleich mal den Altair im Adler (AQU / Aquilae) an. Natürlich war die Abweichung zwischen Sucher und Okular des Teleskops groß, aber ich hatte den hellen Stern im Teleskop bald gefunden. Dann habe ich das Sucherfernrohr feinjustiert. War ein Kinderspiel! Dann habe ich natürlich gleich mal den Saturn gesucht und im Sucherfernrohr zentriert. Und siehe da, ein bekannter Anblick im Teleskop!

Mars, der ebenso wie Saturn alsbald hinterm warmen Hausdach verschwinden würde und Andromeda Nebel waren dann als nächstes dran.

Die Sache mit dem M13:

Ich wusste zwar um ihn, aber so richtig gesucht hatte ich ihn noch nie zuvor und auch Fotos von Stativ, die ich in aller Ruhe analysieren konnte habe ich auch nie zu diesem Zweck gemacht. Welche der 4 Sterne zum Herkules gehörten konnte ich nur ahnen. Eine Peilung vom Deneb, dem Hauptstern des Schwanes (Cygnus / CYG) über die helle Vega fast im Zenit Richtung nördliche Krone machte es allerdings etwas einfacher. Schlussendlich hab ich diesen großen Kugelsternhaufen gefunden. Zunächst ein nebeliger Fleck, der sich aber alsbald in lauter kleine Sterne auflöst, wenn man nur etwas länger schaut. Ein überwältigender Anblick für den Einstieg.

Dann verlagerte ich das ganz hinter den Schuppen und versuchte mich in aller Kühnheit an der Ausrichtung der Parallaktischen Montierung. Die Batterie geholt und alles angeschlossen. Dann das Stativ mittels Polsucher ausgerichtet. Ob ich das ganz richtig machte, war ich mir natürlich nicht sicher, aber fürs erste reichte mir das. Was ich nicht wußte: Wie ist die Ausgangstellung des Teleskops ? Also weiter im Menü der SynScan Steuereinheit: 1 Stern Ausrichtung (1 star alignment). Ich richtete das Teleskop genau auf den Polarstern (Polaris). Dann kommt im Menü Arcturus. Arktur ist einfach zu finden, wenn man die Deichsel des großen Wagens geschwungen Richtung Horizont verfolgt, der nächste sehr helle Stern. Einfach, aber da wo ich stand, verdeckte schlicht ein Haselnussbaum die direkte Sicht auf den Stern! Ein wenig lugte er zwischen den Zweigen hervo0, aber als erster Test wird es wohl reichen. Also richtet ich das Teleskop darauf aus, was natürlich ein Fehler war! Dann nach dem ich weiter drückte setzte sich das Teleskop in Bewegung und die Entstellung der 1 Fahrt führte dazu, dass die Öffnung gegen die Erde zeigte, also offensichtlich falsch. Typischer Fall von RTFM (read the f**** (fine) manual) Da es um Mitternacht merklich zu tauen begann, packte ich zusammen.

Resume der ersten 2 Nachtstunden

Dank der Möglichkeit der AZ-EQ6 einfach auf azimuntale Montierung zu schwenken, stellten sich erste Erfolge und visuelle Highlights ein. Die Montierung ist absolut stabil und sehr massiv und dennoch gut gängig in den Einstellmöglichkeiten. Alles absolut wertig! Wenn man bedenkt, dass es sicher eine Anschaffung war, die auch lange Zeit nicht überfordert sein wird, den Aufpreis zu normalen EQ6 sicher wert!. Der „Newton ohne Namen“ inklusive des Komakorrektor liefert mit dem Baader Hyperion III Zoomobjektiv ein gestochen scharfes Bild bis an den Rand. Natürlich ist auch das „Panaview“ mit 70 Grad Sichtfeld eine feine Sache. Also ein für mich durchaus gelungenes 1st light!

 

 

Mein erstes Teleskop

Nach langem hin und her überlegen habe ich vor kurzem ein Teleskop angeschafft. Sehr Komplex alles, aber zum Glück gibt es ja das Internet, wo man einiges zu den Kriterien der Teleskopauswahl finden kann und genügend Anfängerfragen beantwortet werden. Auch ein Glück, gibt es ein Fachgeschäft in Wien, wo es kompetente Beratung gab und die Preise auch noch stimmen.

Meine Hauptkriterien waren hohe Stabilität der Montierung und beste Nachführungseigenschaften für Fotografie. Natürlich auch gut auskorrgierte Optik und das ganz auch noch einigermaßen tragbar im Garten. Die Adaption auf Olympus 4/3 wurde extra noch angepasst.

Ich hab mich sofort in den „Newton ohne Namen“ mit Komakorrektor verliebt. Es ist der 200/800 (FN2008c-flat) geworden, da der nächst höhere (250/1000) kurzzeitig vergriffen war und ich den Saturn noch schön sehen wollte. Außerdem hatte ich etwas Angst, ob er nicht doch zu groß und schwer sein würde. Ich verwende ja Olympus Kameras und da ist der „Cropfaktor“ ja 2, was von sich aus schon vergrößerte Bilder geben würde.

Also Montierung schwankte ich ursprünglich zwischen EQ5 und EQ6, was durchaus noch machbar mit dem 200/800 ist, als Fotoapparatnachführung alleine sowieso. Dann habe ich das AZ-EQ6 gesehen und einige Erfahrungen am Internet gelesen, die mich überzeugten, das der hohen Aufpreis es wert sein würde. Die ersten zwei Beobachtungsnächte zeigten sofort: Es war die richtige Entscheidung! Ich weiß zwar noch nicht wohin und wie weit meine Reise in Sachen Astronomie gehen wird, aber der Grundstein mit dieser Montierung ist dafür sicher für eine lange Zeit gelegt.

An notwendigem Zubehör gab es natürlich ein Sucherfernrohr und 2 Okulare sowie einer passenden Barlow Linse (Telekonverter).

Okulare im Detail:

26mm Wide Angle Okular mit 70 Grad Sehfeld, für eine möglichst große Übersicht

8-24mm Baader Hyperion Zoom Mark-III Okular mit 68 Grad Sehfeld

Dazu noch das Barlow für Hyperion Zoom Okular, mit 2,25 Vergrößerungsfaktor

Sehr praktisch: In der freien Astronomische Software „Stellarium“ kann man die Daten seines Teleskopes samt Zubehör hinterlegen. So kann man einfach sehen, wie sich der entsprechende Himmelsausschnitt im Teleskop zeigt.

Parallaktisches Setup
Teleskop

Azimutaler Aufbau

160206 AZ-EQ6 - Azimutales Setup