{"id":2145,"date":"2018-04-04T20:59:48","date_gmt":"2018-04-04T18:59:48","guid":{"rendered":"http:\/\/www.austrianaviationart.org\/cms\/?p=2145"},"modified":"2018-04-06T11:41:39","modified_gmt":"2018-04-06T09:41:39","slug":"stacken-von-mond-sonne-und-planeten","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.austrianaviationart.org\/cms\/stacken-von-mond-sonne-und-planeten\/","title":{"rendered":"Stacken von Mond\/Sonne und Planeten"},"content":{"rendered":"<p>&#8222;Ein Bild, ist kein Bild&#8220; lautet einer der Spr\u00fcche in der Astrofotografie, denn die erzielbare Bildqualit\u00e4t wird erheblich gemindert durch verst\u00e4rktes Rauschen und der Luftunruhe.\u00a0 Ersteres durch dem wenigen Licht das uns zur Verf\u00fcgung steht, sodass wir \u00fcber l\u00e4ngere Zeit belichten m\u00fcssen und dabei nat\u00fcrlich auch eine h\u00f6here ISO verwenden. Die Luftunruhe merkt man, je st\u00e4rker man vergr\u00f6\u00dfert. Sie schwankt sehr, und es kann durchaus sein, dass ein Bild kurzer Belichtungszeit fast perfekt ist, das n\u00e4chste aber sehr verschwommen.<\/p>\n<p>Bei der Fotografie des Nachhimmels steht eher das Bildrauschen eine Rolle, es sind ja gro\u00dffl\u00e4chigere Bereiche und Objekte mit Brennweiten von den \u00fcblichen Fotooptiken bis so 1000mm, aber die Belichtungszeiten liegen eben in etwa zwischen 1 und 8 Minuten bei ISO800, je nach verf\u00fcgbarer Lichtst\u00e4rke.<\/p>\n<p>Mond, Sonne und Planeten sind dagegen hell bis sehr hell, daher bleiben die Belichtungszeiten oft deutlich unter einer Sekunde, oft unter 1\/100-1\/4000s. Daher spielt hier das Sensorrauschen weniger eine Rolle, daf\u00fcr aber die Luftunruhe. Die Planeten sind dazu sehr klein und bed\u00fcrfen dann einer extrem starken Vergr\u00f6\u00dferung.<\/p>\n<p>Ein Methode um 1 gutes Bild zu erhalten ist es: Viele Bilder zu machen und dann das Bild heraussuchen, wo die Luft am ruhigsten war. Das nennt sich &#8222;<a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Lucky_Imaging\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Lucky Image<\/a>&#8222;.\u00a0 Wer auf h\u00f6chste Aufl\u00f6sung steht, wird aber auch da Bildrauschen vorfinden, weil man ja dann oft eine 100% Ansicht herausschneidet um eine vern\u00fcnftige Gr\u00f6\u00dfe zu bekommen. Und die Waffe gegen Rauschen ist es halt, m\u00f6glichst viele Bilder zu mitteln. Wer n\u00e4mlich ein verrauschtes Bild versucht zu sch\u00e4rfen wird die Artefakte mitverst\u00e4rken, wer entrauscht, wird feine Details mit entsorgen. Daher wird man m\u00f6glichst viele Bilder stacken wollen und zwar nur m\u00f6glichst viele der sp\u00e4rlichen &#8222;Lucky Images&#8220;.<\/p>\n<p>Anders als bei &#8222;Deep Sky&#8220; Bildern, wo es ja jede Menge Sterne gibt, die der Stacking Software als Anhaltspunkt zum Zusammenrechnen dienen, hat man es bei Mond\/Sonne und Planeten mit gro\u00dffl\u00e4chigen Strukturen zu tun. Man braucht also spezielle Software, die solches erkennt.<br \/>\nAuch hat man es bei den &#8222;Deep Skybildern&#8220; mit einer vergleichsweisen \u00fcberschaubaren Anzahl von Einzelbildern zu tun, so um die 30-300 Bilder um eine Zahl zu nennen, bei Planeten bewegt man sich da dann schon eher zwischen 1000 und 10.000 Bilder pro Serie!\u00a0 Das muss man erstmals speichern, beurteilen und dann bearbeiten wollen\/k\u00f6nnen.<\/p>\n<p>Daher ist die Planetenfotografie immer schon ein Domaine der &#8222;Webcams&#8220;: Man ben\u00f6tigt nur einen kleinen Sensor und produziert ein m\u00f6glichst unkomprimiertes Video. Je h\u00f6her die Framerate (USB2 vs. USB3), aus desto mehr Einzelbilder besteht das Video. Da man fast nur das winzige Objekt am Film hat, bleibt die Dateimenge noch im Rahmen. Bei Mond wird bei diesen Vergr\u00f6\u00dferungen nur mehr ein kleiner Teil abgebildet, das aber perfekt! Ein Mosaik aus 10-50 Bildern ergibt dann ein h\u00f6chst aufgel\u00f6stes Mond Bild. Dagegen kann kein Stack aus der Fotokamera mithalten&#8230;..aber wir wollen hier betrachten, was wir mit unseren Fotokameras anstellen k\u00f6nnen:<\/p>\n<p>Mond und Sonne sind bei unseren FT Sensoren bei ca 1,1m Brennweite formatf\u00fcllend. Wer einen 1,4x Telekonverter sein eigen nennt, kommt also bequem mit 800mm Brennweite dahin. Mit &#8222;Silent Shutter&#8220; kann man bis zu 60 Bilder \/ Sekunde hochaufl\u00f6send erhalten. Also man kann relativ leicht seine vielen\u00a0 hundert Einzelbilder erhalten. Nat\u00fcrlich verwenden wir RAW. Bei einem HD-Video reichen aber 800mm Brennweite, weil selbst ein HD-Video nur ein Bruchteil der maximal m\u00f6glichen Aufl\u00f6sung eines 16 oder 20 MPixel Sensors besitzt. Bei Jupiter kommt ein Problem dazu: Er dreht sich sehr schnell (nur etwas \u00fcber 9 Stunden) sodass man ab 1 Minute bereits Verwischung sehen k\u00f6nnte.<\/p>\n<p>Wer die HQ-Aufl\u00f6sung (50-70 MPixel derzeit) f\u00fcr seine Bilder vom Mond\/Sonne ben\u00fctzt, erh\u00e4lt zwar wirklich eindrucksvolle Bilder, aber da 8 Bilder in der Kamera versetzt zusammengerechnet werden m\u00fcssen wird das wohl nur bei absolut perfekten Seeing einen Sinn machen. Und diesen sehr sehr seltenen Moment muss man erst mal erwischen. Zwischendurch probieren kann man es ja mal&#8230;.<\/p>\n<p>Seit langem gibt es\u00a0 spezialisierte Software f\u00fcr die Planetenfotografie: Giotto oder Registax zum Beispiel. Aber sie werden seit geraumer Zeit nicht mehr weiterentwickelt und sind nur f\u00fcr kleine Dateigr\u00f6\u00dfen ausgelegt. Einzig mit<a href=\"https:\/\/www.mondfotografie.de\/hochaufloesende-mondbilder-erstellen\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\"> FITSworks<\/a> konnte ich bis 20 MPixel\u00a0 Bilder des Mondes erfolgreich stacken. Bei HR Dateien, skalierte FITSWork stark herunter. Eine Stack von ausgew\u00e4hlten 100 Bildern dauert so einen halben bis ganzen Tag&#8230;.<\/p>\n<p>Schon ein &#8222;Lucky Image&#8220; aus der F\u00fclle der Bilder herauszufischen ist sehr anstrengend. Zum Gl\u00fcck gibt es da aber jetzt Hilfe: <a href=\"https:\/\/www.autostakkert.com\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">AutoStakkert<\/a> (AS!). Wer sich dann noch mit Planetenfotografie herum schl\u00e4gt, wird schnell den Wunsch versp\u00fcren, das viele schwarze Rundherum wegzuschneiden. Das erledigt souver\u00e4n <a href=\"https:\/\/sites.google.com\/site\/astropipp\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">PIPP<\/a> (Planetary Imaging PreProcessor). Als Startdatei kann man sowohl Video (AVI\/MOV etc) wie auch TIFF oder ORF Files verwendet. Das Ergebnis dann als TIFF\/FITS oder unkomprimiertes AVI Speichern lassen. Das versteht dann AS!.<br \/>\nWer sich <a href=\"https:\/\/www.ffmpeg.org\/download.html\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">ffmpeg <\/a>herunterl\u00e4dt und das ffmpeg.exe in das Verzeichnis von AS! legt, der kann direkt auch die MOV Datei seiner Kamera als Ausgangsbasis verwenden. Wer allerdings ORF Files in AS! stacken will, muss sie vorher in TIFF Files umwandeln . Also entweder mit OlyViewer, oder PIPP oder was auch immer das ORF File als TIFF exportieren.<\/p>\n<p><strong>Stacken mit Autostakkert:<\/strong><\/p>\n<p><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.austrianaviationart.org\/cms\/wp-content\/uploads\/wppa\/783.jpg\" \/><\/p>\n<p>1.) Zuerst seine Dateien (TIFF) \u00f6ffnen oder als AVI Video (MOV wenn ffmpeg vorhanden).<br \/>\n<strong>2.)<\/strong> Analyse: Es erfolgt eine Analyse der Einzelbilder<\/p>\n<p>Man sieht dann eine Status der Verteilung der Bildqualit\u00e4t der Bilder in der Kombigrafik: Die Schwankung der Bildqualit\u00e4t der Reihenfolge der Einzelbilder, die Gr\u00fcne Linie zeigt in etwa den Verlauf der Qualit\u00e4t der gesamten Bildserie.<\/p>\n<p><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.austrianaviationart.org\/cms\/wp-content\/uploads\/wppa\/784.jpg\" \/><\/p>\n<p>In der Vorschau w\u00e4hlt man die Bereiche, die dann beim Stacken analysiert werden und herangezogen werden. <strong>Der Clou dabei<\/strong>: Es werden von den gew\u00e4hlten Ausschnitten nur die Bildinformationen gestackt, die am besten sind, was bei gro\u00dffl\u00e4chigen Objekten wie Mond \/ Sonne ja durchaus abweicht, denn mal ist ein einem Bereich ein Teil scharf, der andere aber nicht. Es wird also nicht stur einfach Bild x + y + z gestackt sondern wirklich nur der Bereich aus den Bildern der jeweils am besten ist. Daher sollten diese Bereiche auch \u00fcberlappen. Aber dazu gibt es auch Anleitungen auf der AS! Seite (wenn auch nur auf Englisch).\u00a0 Da ist viel Platz zum Optimieren seiner Bildserie.<\/p>\n<p><strong>Stack Option:<br \/>\n<\/strong>Man w\u00e4hlt sein Ausgabeformat des Stacks. Dann kann man sich aussuchen. AS! kann verschieden viele &#8222;der am besten befundenen&#8220; Bildern stacken und legt dann ein Verzeichnis an wo die fertigen Stacks hineinkommen, mit entsprechender Bezeichnung im Filenamen. (liegt ein Verzeichnis unterhalb des Stammverzeichnis der Input Datei(en). Man kann also gleich mal je 4 verschiedene Stack&#8217;s anfertigen lassen: Entweder eine fixe Anzahl der gestackten Bilder oder Prozent Zahl. Wie viele der Bilder gestackt werden sollen, h\u00e4ngt sehr von der Qualit\u00e4t der Rohbilder ab. Sind sehr viele Bilder schlecht, wird man eher mit wenigen Bildern zum stacken sein Auslangen finden m\u00fcssen.<\/p>\n<p>Das ganze geht \u00fcberraschend schnell !!<\/p>\n<p>Da ich die gestackten Bilder hinterher erst bearbeite und brauch ich keine der angebotenen Bildverbesserungen die PIPP oder AS! bieten.<\/p>\n<p>Hier ein 1:1 Ausschnitt eines Stacks der 4 besten Bilder aus 347:<br \/>\n <div id=\"wppa-container-wrapper-1\" class=\"alignnone wppa-container-wrapper \" style=\"width:100%;clear:both;padding:0;position:relative;\"><div id=\"wppa-container-1\" style=\"width:100%;\" class=\"wppa-container wp-caption\"><div style=\"font-size:0;line-height:0\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" id=\"ph-785-1\" title=\"180325 1:1 Crop Mond\" style=\"width:100%;margin:0;height:auto;padding:4px;border:1px solid #777777;box-sizing:border-box;background-color:#cccccc;border-radius:5px;\" width=\"904\" height=\"604\" src=\"https:\/\/www.austrianaviationart.org\/cms\/wp-content\/uploads\/wppa\/785.jpg?ver=32\" alt=\"180325 1:1 Crop Mond\" class=\"size-medium wppa-sphoto\"><\/div><div class=\"wp-caption-text\"><\/div><svg id=\"wppa-ajax-spin-1\" class=\"wppa-ajax-spin uil-default\" width=\"120px\" height=\"120px\" viewBox=\"0 0 100 100\" preserveAspectRatio=\"xMidYMid\" stroke=\"\" style=\"width:120px; 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Max mem: 48.50 Mb. --><br \/>\nDie kleineren klar sichtbaren Krater messen um die 4-5 km Durchmesser.<\/p>\n<p>Hier noch ein erster Versuch am\u00a0 Jupiter:<br \/>\n<img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.austrianaviationart.org\/cms\/wp-content\/uploads\/wppa\/782.jpg\" \/><br \/>\n50 aus 200 Bildern 1:1<\/p>\n<p>Mittlerweile habe ich auch probiert HR Files aus der E-M1.II (70 MPixel !) zu stacken. Ich hatte dazu 28 Bilder zur Ver\u00fcgung die ich als TIFF exportierte. Das als Beste durch AS! gezeigte Bild habe ich dann quasi als OOC (out of cam) bearbeitet. Weiters lies ich dann AS! jeweils folgende Stacks erstellen:\u00a0 4,5,6,7 beste Frames und 12, 15, 25 und 30%. Mit einem Computer mit einer Ryzen7 1700 CPU und 32GB RAM klappte das innerhalb 10-15 Minuten. W\u00e4hrend der Bearbeitung wurden 27 GB RAM genutzt und alle 16 <span class=\"st\">Threads der 8 Kern<\/span> CPU\u00a0 wurden benutzt.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>&#8222;Ein Bild, ist kein Bild&#8220; lautet einer der Spr\u00fcche in der Astrofotografie, denn die erzielbare Bildqualit\u00e4t wird erheblich gemindert durch verst\u00e4rktes Rauschen und der Luftunruhe.\u00a0 Ersteres durch dem wenigen Licht das uns zur Verf\u00fcgung steht, sodass wir \u00fcber l\u00e4ngere Zeit belichten m\u00fcssen und dabei nat\u00fcrlich auch eine h\u00f6here ISO verwenden. 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