{"id":2619,"date":"2019-01-12T23:11:14","date_gmt":"2019-01-12T22:11:14","guid":{"rendered":"http:\/\/www.austrianaviationart.org\/cms\/?p=2619"},"modified":"2019-01-12T23:11:14","modified_gmt":"2019-01-12T22:11:14","slug":"himmelsmechanik","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.austrianaviationart.org\/cms\/himmelsmechanik\/","title":{"rendered":"Himmelsmechanik"},"content":{"rendered":"\n<p>\n\tWas jeder schnell mitbekommt: Im Winter sind die Tage kurz im Sommer lang.<br \/>\n\tDas gerade im Winter die Erde der Sonne am n\u00e4chsten ist, wissen aber schon weniger.<br \/>\n\tSp\u00e4testens wenn jemand mal die Milchstra\u00dfe fotografieren will, muss man\n dann etwas nachforschen. Zumindest will man herausfinden wo man sie zu \nsuchen hat und dabei kommt man dann weiter drauf, dass sie im Laufe der \nJahreszeiten wandert.\n<\/p>\n\n\n\n<p>\n\tBleiben wir aber jetzt mal im So\ufeffnnensystem:<br \/><br \/>\n\tDie Jahreszeiten kommen ja daher, weil die Erdachse gekippt steht. \nSteht die Sonne tief, fallen die Strahlen flach auf die Erdoberfl\u00e4che \nauf, was weniger Energie\/Fl\u00e4che bedeutet. Betrachten wir die Extreme, \ndann steht die Sonne zur Sommersonnenwende \u00fcber dem \u201eWendekreis des \nKrebses\u201c im Zenit zu Herbst und Fr\u00fchlingsbeginn \u00fcber dem \u00c4quator und im \nWinter ist sie im s\u00fcdlichen Wendekreis \u201eWendekreis des Steinbocks\u201c genannt.<br \/>\n\tDa ich schon \u00f6fter gerade den n\u00f6rdlichen Wendekreis (Krebs) \u00fcberschritten habe: Er ist zwischen Assuan und Abu Simbel, falls sich jemand in \u00c4gypten auskennt. Marokko, Miami und Dubai liegen da auch in etwa, so zur Orientierung. Der S\u00fcdliche geht z.b. durch Namibia. Es ist der 23 Breitengrad. Das ganze wandert aber etwas.<br \/><br \/>Da\n bedeutet: die Sonne steht bei uns in der n\u00f6rdlichen Hemisph\u00e4re nie im \nZenit, aber der Tag ist damit sehr lang, und je h\u00f6her man in den Norden \nkommt, desto weniger lang finster wird es in der Nacht. Die \u201eAstronomische\n Finsternis\u201c ist bei uns im Sommer im S\u00fcden von Deutschland und bei mir \num Wien herum gerade mal so 1 Stunde lang verf\u00fcgbar. Im hohen Norden \n\u00fcber dem Polarkreis geht dann sie Sonne nicht mehr unter und auch ein \npaar hundert km s\u00fcdlich wird es nie mehr richtig dunkel. Das sind die \nber\u00fchmten wei\u00dfen N\u00e4chte in St. Petersburg.<br \/><br \/>Umgekehrt im Winter: Hoch oben am Polarkreis ist ewige Finsternis oder gerade mal etwas d\u00e4mmrig \u00fcber den Tag und bei uns ist nur 8 Stunden Tag.<br \/><br \/>\n\tUnd wer sich auf die S\u00fcdhalbkugel der Erde begibt hat das genau umgekehrt: Wenn bei uns Winter ist, ist \u201eunten\u201c Sommer.<br \/><br \/>Sonne, Planeten\n und unseren Mond findet man entlang der Ekliptik. Die steht im Winter \nbesonders hoch im Sommer sehr tief. So erreicht der Mond im Winter \nseinen H\u00f6chststand. Und je h\u00f6her \u00fcber dem Horizont etwas steht, desto \nd\u00fcnner ist die Atmosph\u00e4re, die uns das Fotografieren so verschlechtert. \nDas Seeing hat nat\u00fcrlich auch viel mitzureden und das ist im Fr\u00fchling am\n besten. Und wie wir wohl auch immer ab Herbst mitbekommen: Meist ist es\n bew\u00f6lkt und z\u00e4her Hochnebel sorgt daf\u00fcr, dass trotz langer N\u00e4chte sich \ndie brauchbaren Zeiten auf einige wenige Stunden im gesamten Winter reduzieren.\n<\/p>\n\n\n\n<p>\n\t<br \/>\n\tAstronomische Beobachtungen waren seit jeher bei den Menschen \n\u00fcberlebensnotwendig, zeigen sie doch, wo im Jahr man steht, was wichtig \nf\u00fcr die Ackerbau ist. So ist es wenig verwunderlich, dass man auf \nH\u00f6hlenzeichnungen die Plejaden identifizieren kann und sie auch auf der \nHimmelscheibe von Nebra vorkommen. Ihr Erscheinen zeigt n\u00e4mlich an wenn \nes Herbst wird, ihr Verschwinden vom Abendhimmel den Fr\u00fchling. Der Sirus\n zeigte den \u00c4gyptern, dass die \u00dcberschwemmungen kommen, die dann wieder \nfruchtbaren Boden bringen.<br \/>\n\tDieses Wissen bedeutete Macht und wurde lange von den Priestern \ngeh\u00fctet. Erst mit genauen Kalendern brauchte es diese \u201eInsider\u201c nicht \nmehr, denn es gen\u00fcgte ein Blick auf den Kalender und man wusste wo im \nJahr man sich befand.<br \/><br \/>\n\tSchon vor sehr langer Zeit sahen die Menschen in den auff\u00e4lligen \nSternanordnungen (Asterismus) schon bald Dingen des Alltags, meist \nwurden aber Gestalten aus der Sagenwelt in den Himmel gesetzt. Helle \nSterne erhielten Namen und wenige verwunderlich kommen sie aus dem \nArabischen und Griechischen.<br \/><br \/>\n\tWas auff\u00e4llt: Je mehr man in den S\u00fcden geht, desto mehr Ger\u00e4tschaften \netc. der letzten paar Jahrhunderte wurden in den Himmel gesetzt: Fornax \n(Chemischer Ofen) Skulptor (Bildhauer) Mikroskop, Carina (Schiffskiel) \netc. Das Kreuz des S\u00fcdens war wichtig f\u00fcr die Seefahrt, denn es gibt da \nkeinen auff\u00e4lligen Stern der der S\u00fcdpol am Himmel kennzeichnet.<br \/><br \/>\n\tDann wurde so um 1600 das Wort Astrologie (=Sterndeutung) geschaffen, \naber die Wurzeln gehen mehr als 2000 Jahren zur\u00fcck. Nun musste Platz f\u00fcr\n die Tierkreiszeichen (=Zodiak) geschaffen werden. Und zwar brauchte es \n12, einen f\u00fcr jeden Monat. Davor waren es 13.<br \/>\n\tMan musste sie nat\u00fcrlich entlang der Eklipik angeordnet, denn da \nbewegen sich ja scheinbar Sonne, Mond und Planeten (Wandelsterne) durch.\n F\u00fcr den unge\u00fcbten Beobachter sind dabei diese Sternbilder sehr oft \nnicht einfach zu finden, denn sie bestehen oft nur aus schwachen \nSternen. Bei einigen kann man zumindest die helleren Hauptsterne \nidentifizieren.<br \/><br \/>\n\tWarum ich das jetzt ausbreite: Es hat damit zu tun, wann man etwas sehen kann.<br \/>\n\tIn welchem Sternzeichen jemand geboren ist, wurde dadurch definiert, dass im Sternbild gerade die Sonne steht.<br \/>\n\tDas bedeutet f\u00fcr uns: Das eigene Sternbild ist um den Geburtstag herum \nnicht zu sehen, denn da steht die Sonne und \u00fcberstrahlt alles davor und \ndanach. Am besten ist es sichtbar wenn es genau gegen\u00fcber der Sonne \nsteht, als ein halbes Jahre danach, zu Mitternacht. Da ist der \n\u201eMeridiandurchgang\u201c und auch der h\u00f6chste Stand \u00fcber dem Horizont in der \nNacht, denn am Tag haben wir ja nichts davon\u2026 zumindest nicht wenn man \nes beobachten will.<br \/><br \/>\n\tIch empfehle immer die Freeware Stellarium und wer da jetzt mal \nNachpr\u00fcft wird feststellen: Das ganze Zeugs stimmt um einen Monat nicht \nmehr\u2026.. Daher m\u00fcssten wir jetzt auch anstatt des Wendekreis des Krebs \nvom Wendekreis des Zwillings und anstatt Steinbock den Sch\u00fctzen \nanf\u00fchren.<br \/><br \/>\n\tUnd wer jetzt wei\u00df, dass die sch\u00f6ne helle Sommermilchstra\u00dfe im \nSternbild Sch\u00fctze steht wird jetzt ableiten k\u00f6nnen, warum man diesen \nBereich nur eher im Sommer sch\u00f6n sehen kann, denn im Winter ist da die \nSonne.<br \/><br \/>\n\tBedingt durch die Abweichung des Horoskop um ein Sternbild ist es heute\n dennoch m\u00f6glich zumindest Teile des Sternbild zu seinem Geburtstag kurz\n nach Sonnenuntergang zu sehen.<br \/><br \/>\n\tWenn man jetzt eine gewisse Region am Himmel ansieht, wird diese zu \neinem immer fr\u00fcheren Zeit am Himmel zu sehen sein. Wer die ganze lange \nNacht, vor allem im Winter ? zusieht wird\n dabei einen gro\u00dfen Teil der Sternbilder die es so gibt vorbeiziehen \nsehen. Jetzt im J\u00e4nner sieht man schon morgens die Sommersternbilder, \nschon nach Mitternacht die Fr\u00fchlingssternbilder. Und am Abend kann man \nim Westen die Sommersternbilder (Schwan z.b.) oder Vega verschwinden \nsehn und am Morgen im Norden vorbeizieht, allerdings zu tief, als dass \nman fotografisch was gutes bekommt.<br \/>\n\tAber es hilft sich am Sternenhimmel zurechtzufinden.<br \/><br \/>\n\tBedingt durch die Erdachse gibt es Sternbilder, die man bei uns das \nganze Jahr \u00fcber sieht bzw. Teile davon. Die nennt man Zirkumpolar. Das \nist der gro\u00dfe Wagen, Kassiopeia (diese W am Himmel) und die helle \nCapella.<br \/>\n\tWill man ein bestimmtes Objekt beobachten, kann man selten die ganze \nSichtbarkeit \u00fcber die Nacht verwenden, sondern hat oft nur einen mehr \noder weniger begrenzten Bereich, wo es Aufgrund der \u00f6rtlichen \nGegebenheiten (B\u00e4ume, Lichtverschmutzung) sinnvoll ist. Das muss man \ndann auch in seine Kalkulationen miteinbeziehen.<br \/>\n\tZum Teil ist dieses Sichtfenster halt recht eng und wenn man es \nvers\u00e4umt dann bleibt einem vielleicht den Standort zu wechseln oder ein \nJahr zuwarten bis es wieder vorbeikommt.<br \/><br \/>\n\tKeine Angst, wenn man \u00f6fter in die Sterne schaut, lernt man sch\u00f6n \nlangsam dazu und bekommt das dann auch mit wie alles wandert. Dazwischen\n liegt halt fast ein Jahr, aber je \u00f6fter man etwas wiederholt, desto \nbesser verinnerlicht man es.<br \/><br \/>\n\tZur\u00fcck ins Sonnensystem:<br \/>\n\tWer die Planeten beobachtet sieht, dass sie nicht gleichf\u00f6rmig in eine \nRichtung wandern, sondern in Schleifen. Das gab lange Zeit ein R\u00e4tsel \nauf, aber nur solange bis man die Erde aus dem Zentrum des Sonnensystems\n an die richtige Stelle r\u00fcckte. Damit war dann leicht erkl\u00e4rbar, warum \ndie mal in eine Richtung wandern bis sie dann scheinbar umdrehen und \nR\u00fcckl\u00e4ufig sind.<br \/><br \/>\n\tEntlang der Ekliptik gibt es ja einige helle Sterne, die nat\u00fcrlich \nbenannt wurden und ab und an gibt es da Bedeckungen, vor allem durch den\n gro\u00dfen Mond.<br \/><br \/>\n\tDer Mond selber unterliegt einem monatlichen Zyklus, der ca. 28 Tage \ndauert. Nicht umsonst ist z.B. der Zyklus der Frauen auch in etwa 28 \nTage. Mit unsere k\u00fcnstlichen Lichtquellen ist das aber auch oft schon \nverschoben und verwaschen. Ansonsten war um den Vollmond (=hell) meist \nder Eisprung, um wieder mal abzuschweifen ?<br \/>\n\tEines ist sicher: Die Sterne und anderen Planeten \u00fcben keinen \nunmittelbaren Einfluss auf die Menschen aus. Aber beim Mond merkt man es\n schon alleine durch Ebbe und Flut. Und so mancher ist \u201emonds\u00fcchtig\u201c. \nDie Sonne unmittelbar durch ihre Aktivit\u00e4ten, die aber nur wenige mit \neigenen Augen sehen: Polarlichter. Und so einen richtiger Hit ausgel\u00f6st \ndurch extreme Sonnenwinde hatten wir die letzten 2 Jahrzehnte zum Gl\u00fcck \nnicht mehr. Bei der heutigen Abh\u00e4ngigkeit von \nTelekommunikationssatelliten und Stromversorgung merken wir es dann aber\n schon wenn es doch passiert\u2026<br \/><br \/>\n\tAuch wenn uns der Mond durch Synchronisationseffekte immer die selbe \nSeite zeigt, ganz so ist es nicht. Er zeigt uns mal mehr und mal weniger\n von seiner Nord, S\u00fcd, Ost oder Westseite. Das nennt sich Liberation. \nInnerhalb eines Monats schwankt auch sein Abstand zur Erde und war \nzwischen 356 400 und 406 700km. Visuell ist der Gr\u00f6\u00dfenunterschied aber \nnur maximal um die 15%. Man wird auch feststellen dass er ca. 1 Stunde \npro Tag sp\u00e4ter aufgeht.<br \/>\n\tDa er am Nachthimmel einer der st\u00e4rksten \u201eLichtverschmutzer\u201c ist, kann \nman dann absch\u00e4tzen, wann man wieder besser Beobachtungsbedingungen hat.\n Also rund um den Neumond. Oder zumindest bis Mondaufgang oder beim \nMonduntergang.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Was jeder schnell mitbekommt: Im Winter sind die Tage kurz im Sommer lang. Das gerade im Winter die Erde der Sonne am n\u00e4chsten ist, wissen aber schon weniger. Sp\u00e4testens wenn jemand mal die Milchstra\u00dfe fotografieren will, muss man dann etwas nachforschen. Zumindest will man herausfinden wo man sie zu suchen hat und dabei kommt man &hellip; <a href=\"https:\/\/www.austrianaviationart.org\/cms\/himmelsmechanik\/\" class=\"more-link\"><span class=\"screen-reader-text\">Himmelsmechanik<\/span> weiterlesen<\/a><\/p>\n","protected":false},"author":1,"featured_media":0,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[18],"tags":[],"class_list":["post-2619","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-astronomy"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.austrianaviationart.org\/cms\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/2619","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.austrianaviationart.org\/cms\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.austrianaviationart.org\/cms\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.austrianaviationart.org\/cms\/wp-json\/wp\/v2\/users\/1"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.austrianaviationart.org\/cms\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=2619"}],"version-history":[{"count":1,"href":"https:\/\/www.austrianaviationart.org\/cms\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/2619\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":2620,"href":"https:\/\/www.austrianaviationart.org\/cms\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/2619\/revisions\/2620"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.austrianaviationart.org\/cms\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=2619"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.austrianaviationart.org\/cms\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=2619"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.austrianaviationart.org\/cms\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=2619"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}