UMa Großer Wagen / Bär

Der große Bär, eigentlich die große Bärin ist ein sehr großes Sternbild

UMa / UMi - Großer Bär und kleiner Waagen

Wer sich nur ein wenig auskennt am Sternhimmel, der kennt aber den auffälligsten Teil des Sternbilds, denr große Wagen:

170331 UMa - Großer Wagen

(in Groß auf AstroBin)

Auf unseren Breiten und natürlich höher im Norden ist das Sternbild zirkumpolar, es ist also das ganze Jahr hindurch zu sehen, wie es um den Nordpol wandert.

Der 2 Stern in der Deichsel des großen Wagens ist ein visueller Dopplestern Mizar und Alcor (das Reiterchen). Wer gute Augen hat, kann dieses Pärchen trennen, weshalb es schon im Arabischen Raum für Augentests bekannt war. In Wirklichkeit dürften es nur zufällig eng stehende Sterne sein. Mizar allerdings ist ein echter Doppelstern, den man mit einem kleinen Teleskop trennen kann:

Mizar und Alcor

M101 – Feuerradgalaxie

160506 M101

FN200/800, ISO800, 25×4 min, Olympus E-PL6(mod.)

Von uns aus gesehen die 3. größte Galaxie, nach Andromeda (M31) und Dreiecksgalaxie (M33). Eine der wenigen wo man auch schön von oben auf die Spiralarme drauf sieht. Mit einer scheinbaren Helligkeit von 7,5 mag kann man sie im Fernglas sehen. Sie ist von uns 22 Millionen Lichtjahre weit weg und übertrifft sie mit einem Durchmesser von  170.000 Lj. die Andromeda Galaxie bei weitem.

Wenn man den Hinteren Teil des Wagenkastens Richtung Polarstern geht, der ja 5x dem Abstand der hinteren Sterne entspricht, kommt man am halben Weg zu Bodes Galaxien – M81 und M82. Sie sind zu unserem lokalen Haufen (wo unsere Michstraße, Andromeda und Dreiecksgalaxie gehören) die nächsten Galaxien und 11,5 und 11,8 Mio LJ weit weg.

160326 M81 & M82 Bode's Galaxien

UMi kleiner Wagen Kleiner Bär

150226 UMi
150226 UMi - Astrometriert

Wie man auf dem Bild sieht, besteht der kleine Wagen aus helleren und dunkleren Sternen. Da diese aber in der Helligkeit stark unterschiedlich sein, kann man an im auch die Güte des Himmels (=Seeing) ablesen. Polaris hat eine Helligkeit von mag 2. Im Kasten der hellste Stern hat auch mag 2,1, der darunter mag 3,0. Die restlichen Sterne der Deichsel des kleine Wagen haben mag 4,2-4,4. Der schwächste Stern des Kastens, schräg gegenüber des hellen Kochab, hat nur mag 4,9 also fast 5, gleich darüber ist ein Sternchen mit 5.5!. Wenn man den sehen kann, hat man schon eine recht dunklen Himmel. Unsere angepassten Augen sehen Objekte von ca mag 5,5-6,5. Letzteres in Europa wohl kaum mehr.

Alleine die Straßenbeleuchtung senkt die Sichtbarkeitsgrenze um 3 mag, die Lichtglocke über der Stadt natürlich weiter. Das hat aber gerade für den Anfänger einen Vorteil: Er sieht nur die hellsten Sterne und findet sich leichter zurecht. Auch bei etwas länger belichteten Fotos gehen meist die hellen Sterne in einem Meer von Lichtpunkten der schwächeren Sterne unter. Deshalb habe ich obiges Fotos durch ein Weichzeichenfilter gemacht. Helle Sterne zeigen dann eine größere Fläche, auch bei längerer Belichtung.
Ein normales Fernglas (7×50) steigert die Grenzgröße um ca +4mag. Dann kann man Sterne und Objekte noch bis ca. 9-10mag erkennen. Man sagt „ab 200mm öffnet den Himmel“. So steigt die visuelle Grenzgröße auf 13 mag. Der Zentralstern im bekannten Ringnebel der Leier mit mag 14,7 ist aber nur noch fotografisch mit längerem Lichtsammeln abzubilden.

Polaris, der Polarstern liegt nicht genau im Norden, sondern etwas daneben auf der gedachten Linie Richtung Kochab. Er umkreist den Himmelsnordpol im Laufe der Nacht. Wird die Achse der Teleskopmontierung  genau auf den Himmelsnordpol ausgerichtet (=einnorden). Dann reicht es, wenn ein Motor genau diese Achse bewegt. Wer das genau trifft und wenn der Motor präzise arbeitet, wird das Fernrohr oder Fotoapparat immer genau mit dem Stern nachgeführt. So gelingen dann Langzeitbelichtungen. Wenn das weniger gut läuft, belichtet man entweder kürzer und öfter, oder man benützt einen Guider, der anhand eines Leitsterns die Nachführung korrigiert. Dazu verwende ich den MGen von Lacerta (Teleskop Austria)

An lohnenswerten Objekten gibt es im Kleinen Wagen zumindest in unmittelbarer Nähe des Polarsterns nicht viele allgemein bekannte Objekte. Wir sehen hier weitab unserer Milchstraße in die Tiefen des Universums. Wer aber sehr lange belichtet (mehr als 10 Stunden!), wird aber selbst hier Molekülwolken, wie sie überall vorkommen, finden können. Solches herauszuholen ist aber eine hohe Kunst, meist reicht die Tiefe (sehr lange belichtet) der Astrofotos nicht, und oft werden die schwachen Staubbänder beim Versuch den Hintergrund zu glätten gleich mit entfernt.

Hier UMi etwas tiefer belichtet – 4 Minuten.

151018 UMi - Kleiner Wagen

[Olympus E-M5, 25mm (50mm KB), ISO400 F3.2 1x4min]

Bei obigen Foto sieht man beim Polarstern den „Verlobungsring“ mit Polaris als „Diamant“ ein Asterismus. Das ist eine zufällig Anordnung von Sternen, die für uns einen Sinn ergeben. Die meisten Sternbilder sind das auch, denn die Sterne gehören nicht immer zusammen oder stehen in der selben Entfernung und haben gleiche Vorgeschichten. Die Sterne in diesem „Engagement Ring“ haben eine Helligkeit von 8-9 mag, also eher nur mit einem größeren lichtstärkeren Fernrohr zu sehen.

Wer mal auf den Polarstern (Polaris) kurz belichtet (0,1-10 sek – je nach Gerät) wird sehen, dass er ein visueller Doppelstern ist. Polaris ist mit mag 2 recht hell, der Begleiter hat nur mag 9.0 und steht mit 18 Bogensekunden (arcsec) recht nahe. Belichtet man zu lange, wird er vom viel helleren Stern überstrahlt:

18.8.2014 Polaris

FN200/800 ISO200 10sec Olympus E-M1

Die Hauptkomponente Polaris ist aber auch ein spektroskopischer Doppelstern, das lässt sich aber nur durch aufwendige Messungen nachweisen. Polaris ist also ein dreifach Sternsystem.  Von der Größe her ist Polaris ein Überriese, mit 100 Sonnendurchmesser und strahlt 5000 mal heller als unsere Sonne. Von uns ist er  431,42 Lichtjahre weit weg. Polaris schwankt auch ganz leicht in der Helligkeit (0.01mag) alle 4 Tage, außerdem pulsiert er leicht, allerdings seit einigen Jahrzehnten immer weniger.

 

Großer Bär und Kleiner Bär

Das wohl bekannteste Sternbild ist bei uns wohl der große Wagen. Er ist ja zirkumpolar, was bedeutet, daß man ihn das ganze Jahr über sehen kann, wie er den Polarstern (Nordstern) umrundet.

Genau genommen ist aber der große Wagen nur ein Teil des Großen Bären, der eigentlich Große Bärin heißt (UMa – Ursa Major).  Von ihm aus findet man jedenfalls recht einfach den Norden mit seinem Polarstern (Polaris). Der steht zwar nicht ganz exakt im Norden, aber sehr nahe. Hat man Polaris gefunden, kann man auch UMi (Ursa Minor) oder eben den kleine Wagen finden:

Hier auf diesem extremeren Weitwinkelbild (28mm KB-Brennweite) sieht man die zwei Sternbilder, vor allem aber die große Ausdehnung des UMa:

UMa / UMi - Großer Bär und kleiner Waagen

Wenn man das obige Bild etwas in Erinnerung hat, ist es dann schon einiges leichter, sich zurechtzufinden:

UMa / UMi - Großer Bär und kleiner Waagen

Die sehr hellen Sterne des großen Wagen fallen ja leicht auf. Die Deichsel des Waagen bilden den Schwanz der großen Bärin. Vom hinteren Kasten des Großen Waagen ausgehend braucht man nur 5x den Abstand der hinteren Sterne verlängern und man kommt auf den hellen Polarstern.

UMa / UMi - Großer Bär und kleiner Waagen

Weiters eingezeichnet die Helligkeit im mag, wo man abschätzen kann, wie gut der Himmel gerade ist.

Weitere Beiträge hier:
UMa – Großer Wagen – große Bärin
UMi – Kleiner Wagen / Bär