Schütze – Sagittarius (SGR)

Das Sternbild Schütze ist das Südlichste der Tierkreiszeichen, daher sind die vielen interessanten Objekte von uns aus nicht sehr leicht in ihrer vollen Pracht zu beobachten. Es steht vor dem Zentrum der Milchstraße und entsprechend reich an Hintergrundsternen und Objekten. 25 der 110 Messier Objekte findet man hier.

1507 Schütze - Sagittarius (Sgr)
1507 Schütze - Sagittarius

In Groß auf Astrometry.net

Ein paar Objekte

M22 / NGC 6656

160807 M22

NGC 6818  – „kleiner Schmuckstein – little Gem“ ein kleiner planetarischer Nebel

150721 NGC6818  - Little Gem / kleiner Edelstein (Sgr)

M20 / NGC 6514 Trifid Nebel

160707 M20 Trifid Nebel

(in Groß auf AstroBin)

Der Dreigeteilte Nebel. Die Dunkelwolke Barnad 85 teilt ihn auf. Er ist ein sehr aktiver Ort was Sternentstehung betrifft. Von uns ist er 5200 Lj weit weg und mit einer Flächenhelligkeit von mag +9 relativ hell. Einzig der bei uns tiefe Stand macht ihn zu einem schwierigen Objekt.

M17 / NGC 6618 – Omega Nebel

160801 M17 Omega Nebel (Schwanen Nebel)

(in Groß auf AstroBin)

Auch der zweitgrößte Nebel am nördlichen Sternenhimmel sichtbare findet sich hier: Der Lagunen Nebel – M8:

160730 M8 Lagunen Nebel

Er ist ein ein großes Sternenstehungsgebiet und nur 5400 LJ von uns weg. Der junge  offenen Sternhaufen NGC 6530 im Zentrum,  bringen das Wasserstoffgas zum Leuchten.

Hier noch die Südliche Milchstraße im Sternbild – gut auszunehmen der Trifid und Lagunen Nebel:

160807 Südliche Milchstraße Sternbild Schütze mit M8 und M20
160807 Südliche Milchstraße - wichtigste Objekte

M8 – Lagunen Nebel, M20 Trifid Nebel, M22 Kugelsternhaufen
KB  – Kaus Borealis KM – Kaus Media A-Alnasl
Z – Zentrum der Milchstraße (knapp außerhalb)

170818 M8/M20 Lagunen und Trifidnebel

M22 / NGC 6656

160807 M22

Er ist der größte Kugelsternhaufen den man von uns aus sehen kann. Leider steht er im Sommer recht nahe am Südhorizont im Sternbild Schütze. Nur Omega Centauri und 47 Tucane auf der Südhalbkugel sind heller und größer. immerhin ist er mit einer Helligkeit von Mag 5.5 als „Sternchen“ sogar mit freiem Auge sichtbar. Er wurde auch als erster schon 1665 entdeckt. Er enthält rund 80.000 Sterne und ist uns mit 10.400 Lichtjahren  (LJ) sehr nahe. Mit seinem Durchmesser von 97 LJ füllt er die Fläche des Vollmondes. 2012 wurde nachgewiesen dass im Zentrum gleich 2 Schwarze Löcher sind, was vorher als unmöglich galt.

Dieses Bild auch in Groß mit genaueren Technischen Daten auf AstroBin

 

M31 Andromeda Galaxie

Die Andromeda Galaxie ist unser Nachbar in 2,5 Millionen Lichtjahren Entfernung und mit 140.000 LJ ist er 40% größer als unsere eigene Milchstraße. Bei guten Bedingungen kann man sie noch mit freiem Auge sehen und ist damit das am weitesten entfernte Objekt im Weltraum, das wir  ohne Hilfsmittel erkennen können. Das Fernglas zeigt schon sehr deutlich den nebeligen Fleck.

Eine Digitalkamera sammelt aber heutzutage genug Licht innerhalb von 10-20 Sekunden,  sodass er sich am Foto schon deutlich abzeichnet. Selbst am fixen Stativ ohne Nachführung.

Hier mit Fotolinse bei 100mm KB (Kleinbild) aber 11×4 Minuten belichtet, was natürlich nur mit Nachführung geht. Das Bild umfasst das Gebiet beginnend von Stern Mirach unten.

150621 M31 - Andromeda Galaxie (And)

[Dieses Bild in großer Auflösung und Beschreibung]

Ein kleines Teleskop (Lacerta 72/432APO) enthüllt dann sehr viel mehr Details:

180906 M31  - Andromeda Galaxie

Der Hauptteil des M31 ist sechs mal so groß wie uns der Mond erscheint. Mit dem Halo zugerechnet füllt er die Größe des Sternbildes Großer Wagen!

Der M 31 mit Fotoapparat und 135mm Linse

180913 M31  - Andromeda Galaxie

Bei den Bilder mit dem Telskop zeigte eine genaue Analyse der Einzelbilder aber: 4 Minuten bei ISO800 und F3.5 sind zu viel – da sind die hellen Sterne und das Zentrum schon überbelichtet. Ein solches Objekt braucht zusätzlich noch eine HDR Ausarbeitung um den große Dynamikumfang einigermaßen gerecht zu werden.

Mit meinem 800mm geht sich nur noch ein Ausschnitt aus. Links M110 und rechts M32, die beiden Begleitgalaxien:

160831 Andromeda Galaaxie M31 (mit M110 und M32)

(in groß auf AstroBin)

Hier ein Auffindekarte, wie ich ihn immer leicht finde:

Auffindekarte M31

Ausgehend von der Kassiopeia (Himmels-W) führt die Verlängerung des rechten Schenkel zu einem sehr hellen Stern (Almaach). Dann findet man zwei weitere sehr helle Sterne (sieht man auch in der Stadt). Beim mittleren der drei hellen Sterne im Sternbild der Andromeda sind dann oberhalb zwei schwächere Sterne zu sehen. Sieht man bei lichtverschmutztem Himmel schon schlecht. Im Fernglas/Sucherfernrohr aber schon. Der Abstand dieser schwachen Sterne ist  ca. das Gesichtsfeld eines Fernglases. Beim obersten Stern sieht man dann schon die Andromeda Galaxie als nebeliger Fleck.

Weitere Seite zum Auffinden auf de.Wikihow

Viel Glück beim Finden !

 

 

Zwillinge / Gemini (Gem)

Wie findet man das Sternbild der Zwillinge?

Zumindest die Hautsterne findet man recht leicht, weil sie sehr hell sind: Castor und Pollux. Auch in der Stadt. Links oberhalb des bekanntesten Wintersternbild Orion. Weiter links steht einer der hellsten Sterne des nördlichen Himmels: der Prokyon im Kleinen Hund (Canis Minor/CMi). Rechts im Sternbild des Fuhrmann (Auriga), oberhalb des Sternbildes des Stier (Taurus) ist ein weiterer der hellsten Sterne: Capella.

Zum Vergrößern ins Bild klicken – ganz groß findet man das Bild auf Astrometry.netSternbild Zwillinge

Mit den Namen der Sterne und der scheinbaren Helligkeit in mag (gelb). Bei besten Bedingungen sieht man Sterne bis mag 5-6, in der Stadt oft nur bis mag 1-2

Sternbild ZWillinge

Links des Sterns Wasat findet man ein bemerkenswertes Objekt, der „Eskimo Nebel“, NGC 2392: 100% Ansicht

200123 Eskimo Nebel NGC2392 - 100% Ansicht

Er entstand vor 10.000 Jahren, als ein Stern der Größe unserer Sonne sein äußerer Gashülle ausstieß. Der Verbleibende 20.000 Grad heiße Zwergstern beleuchte nun diesen Nebel.
Von uns ist er 30.000 LJ weg und hat eine Größe von 0,7 LJ. Am Himmel misst er um 0,8 Winkelminuten

M13 – Der große Herkuleshaufen

Was für ein Anblick! Der größte Sternhaufen unseres nördlichen Sternenhimmels.

An wirklich sternhellen Orten könnte man ihn wohl fast erkennen, mit dem Fernglas als nebeliger Fleck auf jeden Fall, selbst in der Stadt! Den erste Anblick aber in einem kleinem Teleskop wird man aber immer in Erinnerung behalten: Als zunächst nebeliger Fleck, der sich bei längerem Betrachten durch die Adaption der Augen in einen Haufen einzelner Sterne auflöst:

170713 -170728 M13

(in groß auf AstroBin)

Als M 13 oder NGC 6205 steht er in den Katalogen. Zu finden im Sternbild des Herkules, das auf 1/3 der gedachten Verbindung zwischen Wega und Arktur steht:

Auffindekarte M13

Oben sind die letzten zwei Sterne der Deichsel des Großen Wagens. Den Deichsel Sternen folgt man im Bogen und trifft auf einen sehr hellen Stern: Arktur (im Bärenhüter = Bootes BOO). Die Wega (in der Leier = Lyra LYR) ist auch sehr hell. Auf dem Weg dahin kommt man bei der Nördlichen Krone (Corona Borealis CrB) vorbei. Dann kommt bereits der „Kasten“ des Herkules (4 mittelhelle Sterne). Da steht der M13 im oberen 1/3 wenn man die zwei Sterne oben und unten verbindet.

Der Kugelsternhaufen besteht aus sehr alten Sternen. Er steht räumlich oberhalb der Milchstraßengalaxie, ca 25.000 Lichtjahre weit weg, damit in etwa gleich weit von uns wie wir vom galaktischen Zentrum. Der Durchmesser beträgt 150 Lichtjahre. Mit seiner scheinbaren Helligkeit von 5,8 ist er sehr an der Grenze, die mit freiem Auge bei besten Bedingungen sehen kann. Das Alter von M13 wird auf 14 Mrd. Jahre geschätzt. Die scheinbare Ausdehnung sind 16,6 Bogenminuten.
1974 wurde mit dem großen Radioteleskop in Arecibo eine erste Botschaft der Menschheit dahin gesendet….. Die Rückantwort wird aber noch etwas dauern

Noch ein Bild durch eine Fotolinse: Der Trapezförmige Kasten des Herkules

160506 Herkules im weiten Feld

in große auf Astrobin – HER Widefield