Zodiakallicht

181113 Zodiakal Licht

Im Herbst vor Sonnenuntergang und Frühling nach Sonnenuntergang kann man diese Leuchterscheinung am Himmel sehen.

Sie zieht sich entlang der Tierkreiszeichen (Zodiak). Daher der Name. In der Scheibe um die Sonne, wo sich unsere Planeten befinden (Ekliptik) ist feinster Staub, an dem sich das Sonnenlicht streut. Da dabei die Energie abnimmt, ist es rötlich.
Viele Staubpartikel sind es ja nicht, gerade mal 10 pro Kubikkilometer, und mit einer Größe von 0,001 bis 0,1 mm auch nicht sonderlich groß.
Aber die Menge macht’s.
Zum ersten mal habe ich es früh morgens 2-3 Stunden vor Sonnenaufgang im sehr südlich Ägypten bemerkt. Leider waren über dem Meer gerade etwas Wolken, sodass die aufgehende Venus, die gerade bei Spica stand (unten der hellere Stern) nicht mehr am Bild war.
Von der Helligkeit her, war das Zodiakallicht in etwa mit der Helligkeit der Wintermilchstraße vergleichbar, die sich links des Orion herunterzieht.

Also nicht wirklich stark, man wird diese Leuchterscheinung also bei uns wohl nur unter günstigen Bedingungen bei einen sehr klaren und dunklen Himmel beobachten können.

Aber sicher sehr stark, wenn man gerade in diesem Bereich versucht, tief belichtete Bilder zu machen.

Winter 2018/19

Zu Winterbeginn brachte eine Westfront Temperaturen bis 11 Grad und etwas Regen. In der Nacht zum 24.12. regnete es aus einer Warmfront in Summe 20mm. Nach der Front klarte es auf und die Sonne kam Nachmittags hervor. Die Temperaturen gingen aber nicht mehr über 6 Grad hinaus. Ende Jahres brachte nochmals eine stürmische Kaltfront etwas Regen.
Am Neujahrstag brachte eine Sturmfront noch Regen, in Wien sogar ein Gewitter. Am 3.1. gab es bei einer kurzen aber heftigen Frontdurchgang aus dem Norden 2-3cm Schnee. Bei relativ klarer Nacht sanken die Temperaturen bis -5 Grad,. Durch den Wind aus Nordwest stiegen aber bald wieder die Temperaturen auf -3 Grad, unter Tags dann bis 0 Grad.
Bis Mitte Jänner blieben die Temperaturen bei anhaltender Nord West Wetterlage zwischen 0 und 6 Grad. Entlang der Alpennordseite führte das zu extremen Schneehöhen, selbst im Niederösterreichischen Alpenvorland. Am 17.1. wurden sogar 12 Grad erreicht. Ab 18.1. sanken dann die Temperaturen bei klarer Nacht deutlich unter 0 Grad. Bei zeitweise klareren Nächten sanken die Temperaturen auf -11 Grad. Gegen Monatsende ging es wieder bis auf + 3 Höchstwerte. Am 28.1. schneite es im Osten Österreichs bei um die 0 Grad 7mm.
Ende Jänner sanken die Temperaturen wieder gegen -5 Grad.
Anfang Februar sorgte ein erneutes Italientief bei lebhaften bis stürmischen  Südwind wieder für  Temperaturen von über 10 Grad.
Zwischen den Fronten und bei kurzzeitig klaren Himmel gingen die Nachttemperaturen immer wieder gegen -3 Grad, bei Tageshöchstwerten ab und zu über 10 Grad. Mitte Februar stiegen die Temperaturen bei Sonnenschein bis 13 Grad. In klaren Nächten ging es dann bis -5 Grad. Wechselhaft aber letztlich zu warm ging es dann weiter. An einigen Tagen steigen die Temperaturen bis auf 15 Grad, in klaren Nächsten aber auch hinunter auf -8.
In der letzten Februarwoche blieben die Temperaturen zwischen 0 und 15 Grad, Anfang März ging es dann schon bis 20 Grad. Meist aber schwankten die Temperaturen zwischen 5 und 15 Grad.
Abwechslungsreich durch Warm- und Kalt-fronten ging es bis Ende Winter weiter.  Am 20.3. 22:58 ging der Winter zu Ende.

Herbst 2018

Pünktlich zu Herbstbeginn in der Nacht brachte ein Sturmtief kalte Luft. Die Temperaturen wurden auf unter 10 Grad gedrückt. Etwas Regen war auch dabei. In der Nacht zum 26.9. gab es den ersten Frost. Bis Anfang Oktober war es schön Sonnig, aber mit um die 10-15 Grad kühl. Fallweise wurden aber auch 24 Grad erreicht.
Anfang Oktober brachte eine leichte Front ein paar Tropfen Regen, ansonsten war auch die Erste Oktoberwoche Sonnig, warm und trocken. Ein mächtiges Hochdruckgebiet über Russland schirmte weiterhin unsere Raum ab und sorgte für Rekordtemperaturen Es blieb weiterhin klar und trocken. Bei starkem Südwind stiegen die Temperaturen gegen 25 Grad.
Ab 20. Oktober erreichte dann ein Störung unseren Raum und ließ die Temperaturen fallen. Ein Italientief sorgte dann am 27. Oktober für etwas Regen, im Südstau an der Grenze Italien / Kärnten gab es innerhalb 48 Stunden bis 400 mm Regen mit entsprechenden verheerenden Folgen.
Bei uns stellte sich dann bis Ende November wieder mildes Wetter bis fast 20 Grad ein. Auch die erste Novemberwoche ging mild weiter, teilweise Sonnig, öfter nebelig. Ab Mitte November brachte ein Russlandhoch kältere Luftmassen, sodass es auch mal -2 Grad am Morgen gab. Eine Front brachte den ersten leichten Schneefall, hier allerdings nur wenig. Danach blieb es wieder bei um die 6 Grad Tageshöchstwerte. Danach wurden wieder durch ein Italientief Feuchte Luftmassen in den Osten Österreichs geführt. Bei gleichzeitigem Ansaugen im Norden wurden dann immer kältere Luftmassen zu uns geschickt, was zunächst zu Regen, dann zu Schneefall führte. Ende November gab es dann 2 sonnige Tage, entsprechend sanken die Temperaturen auf bis zu -6 Grad, unter Tags bei starkem SO Wind ging es etwas über 0 Grad.
In der Nacht auf den 1. Dezember brachte ein Westfront 2cm Schnee bei -3 Grad. Eine Front aus dem Westen sorgte dann für gefrierenden Regen im Osten Österreich, bevor die Temperaturen wieder deutlich auf über 5 Grad stiegen.  Im wechsel der Fronten gab es etwas Niederschlag.
Mitte Dezember bewegten sich die Temperaturen um -1 Grad. Ein Italientief brachte dann 10cm Schnee. Weiterhin blieb es meist eher trüb. Sonnenfenster blieben eher die Ausnahme.
Danach stiegen die Temperaturen wieder auf über 0 Grad. Gegen Ende Herbst blieben die Temperaturen etwas unter 0 Grad.
Der Herbst endete dann am 21.12. um 23:23

Fotogrundlagen – ISO, Blende und Belichtungszeit

Bei üblichen Bedingungen und üblicheren Objektivbrennweiten, schafft es die Automatik der Kamera recht gut, die für den Sensor richtige Anzahl an Lichtteilchen (Photonen) auf den Sensor zu lassen. Die sehr gute Antiwackelfunktion erweitert heute diesen Bereich nochmals stark, sodass man auch erst später den Punkt erreicht, dass man ansteht.

ISO: 

Ist ja an sich klar, die „Empfindlichkeit“. Aber es wird nur das Signal verstärkt, das die Photonen am Sensor auslösen. Wenn es sehr wenige sind, dann ist dieses Signal in dem Bereich des Rauschens.
Daher muss man trachten, so viel Licht zu sammeln, dass man deutlich über diesem Rauschen liegt, aber auch nicht so viel, dass man die „Sensor Kübelchen“ überfüllt.
Das Rauschen kann man an sich nur mit der Temperatur beeinflussen. Da wir keine Chipkühlung haben, sollte man halt alles daransetzten, um den Sensor und die Elektronik so kühl wie möglich zu halten.

Wichtig zu merken:
Eine Verdoppelung der ISO bedeutet man brauch nur die halbe Menge Licht und damit die halbe Belichtungszeit.

Blende:

Sie ist üblicher weise unser Gestaltungsmittel in der Fotografie denn: Kleine Blende (=große Zahl) erhöht den Bereich der Schärfe, große (kleine Zahl) reduziert den Bereich der Schärfe erheblich.
Wer schlecht sieht, sieht deshalb im Hellen viel besser, weil unsere „Blende“ im Auge die Iris zugeht.

Wichtig zu merken:
Eine Blende zu (Zahl wird höher) lässt nur die halbe Lichtmenge durch. Bedeutet also man benötigt die doppelte Belichtungszeit. Oder bei gleicher Belichtungszeit muss man die ISO verdoppeln um das zu kompensieren.
Die Blendenreihe ist aber nicht proportional: Hier die Reihe zwischen deren Werte immer ein Verdoppelung ist:

1 1,4 2 2,8 4 5,6 8 11 16 22

Also wenn ich bei F/2  1 Minute belichten muss, braucht es bei F/4 4 Minuten – es sind zwei Blenden unterschied.
Sehr kleine Blenden führen dann allerdings wieder zu beugungsbedingter Unschärfe. Üblicherweise erreicht ein Objektiv seine beste Schärfe wenn man es um 1-3 Blenden abblendet.

…weniger wichtig zu merken, weil man sieht es sogleich, wenn man lichtstarke Objektive anschaffen will: Je licht stärker die Objektive, desto größer und schwerer werden die Objektive (das hat mit Physik zu tun und kann man nicht beeinflussen). Wenn sie dann auch noch höchste Güte bei Offenblende haben sollen, auch überproportional teuer. Günstige Optiken werden erst gut, wenn man sie stark abblendet.
Olympusobjektive sind telezentrisch da sind wenigstens auch die „Konsumerlinsen“ bei Offenblende recht Randscharf.

Belichtungszeit:

Der Sensor braucht ja eine gewisse Anzahl von Lichtteilchen. Bei der angebotenen Lichtmenge die da auf den Sensor trifft durch die Optik braucht es dann diese Zeit um diese Menge zu bekommen.

Wenn sich das Motiv nicht bewegt liegt es an uns, ruhig zu halten dass man nicht verwackelt. Früher bei Kleinbildfilm (KB) hat man gesagt: 1/Brennweite ist die minimale Zeit die man benötigt, damit man nicht verwackelt.
Also bei 300mm Tele (das an einem FT Sensor einem 600mm Objektiv am KB entspricht) sollte man nicht unter 1/600 Sekunde gehen. Unsere Sensoren sind aber bei weitem feiner, als damals die Fotofilme waren. Dafür haben wir aber eine Antiwackeleinrichtung die da sagen wir einem Ungeübten gut 3 Blenden (also 3x so lange) bringen. Also 1/200 sind möglich, mit sehr viel Übung auch wesentlich mehr. Es ist da aber letztlich eine Sache, wie viel Unschärfe durch Verwackeln man akzeptieren will.

Die Belichtungsautomatik ist normalerweise so eingestellt, dass sie über den Sensor verteilt das Licht misst, und die Bildmitte mehr berücksichtigt um zu berechnen, wie lange man belichten muss.
Beim „P“ (Programmautomatik) versucht die Kamera die Zeit so einzustellen, dass man vom Verwackeln her auf der sicheren Seite bleibt und wird die Lichtmenge dann über die Blende steuern.
Wenn man durch den „S“ Modus die Zeit vorgibt, wird die Kamera über die Größe der Blende die Lichtmenge regeln. Beim „A“ Modus, wo die Blende vorgegeben ist wird die Kamera die Zeit anpassen.

Ist es dunkel, und man will kleinen Objekterichtig belichten, braucht man also Punktbelichtungsmessung. Bei sehr kleinen Objekten wird das auch nicht mehr funktionieren, die Kamera misst zu viel dunkles, daher wird sie als Ausgleich zu hell belichten. Unsere kleine Objekte sind viel zu hell und fressen aus.
Umgekehrt zu helle Umgebung geht natürlich auch, und produziert zu dunkle Objekte.
Ein schnelle Methode ist dazu mit +- Blende das zu korrigieren. Das wird an üblichen Fotosituation passen, aber bei sehr kleinen Bildberichen, die man anmessen will oft nicht mehr. Denn: Man müsste beim zweiten Bild genau den selben Punkt treffen. Ist man da nur ein kleinwenig daneben und da ist es viel heller oder dunkler, wird sich ein andere Wert ergeben, auf dessen Basis dann die Belichtungskorrektur ausgeführt wird.

Die einzige Möglichkeit diese Belichtungsautomatik zum umgehen ist der M (manuelle) Modus:  Da gibst Du selbst die Zeit und Blende vor. Durch Probebelichtungen kannst Du dich dann herantasten, dass die Belichtung stimmt.

In Extremsituationen wird man eben schnell die eine oder andere Grenze erreichen.

27.7.2018 Totale Mondfinsternis

 

Die längste Mondfinsternis des 21. Jahrhunderts fand am 27.7.2018 statt. Das ganze garniert mit weiteren Attraktionen:
Der Mond erreichte auch gerade seinen weiteste Entfernung von der Erde, und es war somit der kleinste Vollmond im Jahr.
Der Mars war auch gerade in Opposition (5,9 Grad unterhalb des Mondes). Da er dieser Tage mit 57 Mio Km so nahe der Erde steht wie erst wieder 2035 war er sogar heller als Jupiter. Ein wunderbarer Anblick der zwei roten Himmelskörper:

180727 Mondfinsternis - Mars Opposition (5.9 °)

Die Beobachtung gestaltete sich als nicht ganz einfach, denn Anfangs sah es ganz so aus, dass das Wetter nicht mitspielte.

Etwas nach der Hälfte des Ereignisses gaben die Wolken die Sicht frei. Der tiefe Stand im Südosten machte die Sache nicht einfacher.

180727 Totale Mondfinsternis 2018

4 Jahre Astrofotografie

180728 MoFi_totale_9F24

 

Am 27.7.2018 war nicht nur eine Mondfinsternis der besonderen (längste des Jahrhunderts, gleichzeitig Mars in Opposition, der dieser Tage auch noch die größte Erdnähe erreichte und mehr) Art:
An diesem Tag vor 4 Jahren war meine Einstieg in die Astrofotografie.

Habe ich es bereut? Klare Antwort: Nein!

Die Basis dazu legte sicher die Auswahl des für mich richtigen Gerätes. Der Support den ich hier vor Ort durch Lacerta / Teleskop Austria und vor allem deren Mitarbeitern wie Tommy Nawratil, macht es leicht, die kleineren und größeren Probleme zu lösen. So würde ich auch heute noch nichts anderes kaufen wollen!

Dass ich Rückblickend so schnell so weit gekommen bin, als ich je zu hoffen wagte, wurde sicher durch den Austausch mit der lokalen Astrokommunity sei es im Astronomieforum.at oder durch den Erfahrungsaustausch bei unsere lokalen „Selbsthilfgruppe“ DSIG.at., das Thomas Henne organisiert.

Mit den technisch so perfekten Gerätschaften war ich dann relativ schnell an dem Punkt, dass ich mich um eine bessere Bildbearbeitung kümmern musste:
So kam es für mich gerade Richtig, daß Tommy konstatierte: „Wir haben jetzt beste Gerätschaften, aber die Bildbearbeitung hat noch großes Potential“. So wurde bei DSIG der Schwerpunkt „PixInsight vs. Photoshop“ gesetzt. Wiederum war es Tommy, der uns dann an zwei Wochenenden bei DSIG.at einen Einstieg in Pix Insight ermöglichte. Gerald Wechselberger führte uns weiter hinein in die Welt von PixMath.
Das alles hob recht schnell die möglichen Ergebnisse auf ein ganz anders Niveau.

Weitere vertiefendere Schulungen folgten. Zuletzt die PixInsight Workshop Module mit Herbert Walter und erneut Tommy  bei der NÖ Volkssternwarte „Antares“.

Genug der „Technik“

Schon bald stellte ich auch fest, dass ich mit relativ wenig Aufwand bessere Bilder machen kann, als ich in den Astronomiebüchern meiner Kindheit vorfand.

Unser Sternenhimmel bietet eine Unzahl an Objekten, die es allesamt lohnen abgelichtet zu werden.

Die notwendige Bearbeitung lässt sich hinterher beliebig vertiefen und nebenher lernt man vieles besser verstehen, was fotografische Zusammenhänge betrifft.

Auch wenn die Zahl der nutzbaren Nächte durch das Wetter stark beschnitten ist: Wenn es mal passt, dann holt man sich was vom Himmel!

….es ist einfach eine Erweiterung der Möglichkeit mehr, Bilder zu machen.

Epsilon Lyrae System

Daumenbreit (2 Grad) neben der Vega (Wega) findet man findet man ε – Lyrae. Die Vega ist der hellste Stern des Sommerdreiecks,  der im Sommer von Ost nach West hoch oben in Zenit nähe zieht.

160515 Leier - LYR anno.

Diese Sternsystem ist 160 LJ von uns weg, und besteht in sich aus Doppelsternen. Weitere Begleiter konnten mittlerweile auch nachgewiesen werden.

ε1 und ε2 Lyrae sind zwei 4,6 mag helle Sterne mit 3,5 Bogenminuten Abstand, das ist 1/10 der Größe des Mondes und Sonne am Himmel. Somit sind sie für schärfste Augen bereits visuell trennbar. Fotografisch sind sie sehr leicht zu trennen.

Ein schon größere Herausforderung allerdings ist es, die zwei Komponenten A/B und C/D aus denen ε1 und ε2 Lyr besteht auch noch aufzutrennen:

180520 E-Lyr

Der Abstand der Komponente ε1 A/B und ε2 C/D beträgt aber nur noch  2,3 bezw. 2,4 Bogensekunden.
In dieser Größenordnung liegt allerdings schon das normale schlechte Seeing  (Luftflimmern) meines Himmels. Nur in Ausnahmenächten wird mir unter 2 arcsec (Bogensekunden) angezeigt. Das beste Seeing von der Erdoberfläche aus wird bei ungefähr 0,7 – 1 Bogensekunde liegen. Durch Mitteln vieler Bilder kann aber die Auflösung erhöht werden.

Die Helligkeit der Sterne A, C und D ist mit um die mag 5-5,4 in etwa gleich groß, nur B ist mit mag 6 deutlich schwächer. Der Unterschied von einer mag stufe ist ja in etwas 2,5x weniger Licht.

Die Sterne A/B brauchen 1804 Jahre um sich zu umkreisen, C/D 724 Jahre.

1985 wurde bestätigt, dass ε ein Dreifachsystem ist. Allerdings nur Spektroskopisch, denn mit 0,2 arcsec Abstand ist er direkt visuell nicht sichtbar.

Sommer 2018

Zum Sommerbeginn unterbrach eine Kaltfront die Hitzeperiode im Frühling. Die Temperaturen fielen auf 12 Grad. Ein Tiefdruckgebiet über Osteuropa brachte dann auch im Osten Österreichs um die 30-35mm Regen. Ende Juni wurde es dann wieder wärmer, aber durch einen starken Nordwind gingen die Temperaturen nicht über 23 Grad. Anfang Juli wurde wieder heiß und trocken, bis erneut eine Störungszone punktuelle heftige Unwetter brachte. Bei uns blieb es aber weiterhin trocken. Auch in der zweiten Juliwoche brachte eine Kaltfront wieder Regen und kühle Luft. Bis zum 21. Juli war es dann meist heiß und trocken. Erst in der Nacht von 21 auf den 22 Juli brachte eine Front, die sich stationär von Ost nach West zog 60mm Regen. Bei uns zum Glück nicht innerhalb sehr kurzer Zeit und auch war bei uns kein Hagel dabei.
Tags davor gab es im Umkreis immer wieder Starkregen der zu Überflutungen führte. Unsere Raum blieb ab Ortstafel trocken!
Gegen Ende Juli wurde es dann mit bis zu 33 Grad richtig warm. Auch der August blieb mit bis 34 Grad sehr heiß und trocken. Im Norden Europa war es z.b. seit April heiß und trocken mit entsprechenden Konsequenzen).
Eine durchziehende Kaltfront brachte am 24-25.8. etwas Regen, In einigen Teilen Österreichs wieder extreme Niederschläge. Nach Durchzug der Front sanken in der ersten klaren Nacht die Temperaturen am Morgen auf 6 Grad. Danach wurde es wieder warm.
Der Sommer 2018 war nur der 4 heißeste nach Aufzeichnungen der ZAMG, aber: in den letzten 10 Jahren waren 6  davon mit Rekordhitze.

In der Nacht zum 1.9. gab es frühmorgens wieder ein Gewitterfront, die abermals einiges an Regen brachte und für nachhaltige Abkühlung sorgte. Das Italientief brachte auch am 2.9. Nachts um 22:00 heftige Gewitter. Im Osten Niederösterreichs Wien und Weinviertel wurde ein Rekord aufgestellt, was Blitzeinschläge betrifft. Abermals regnete es im Osten teils heftig, und auch am späten Nachmittag und Nach wiederholte sich das Tags darauf.
Danach gab es wieder recht schönes Spätsommerwetter, manches mal unterbrochen einer durchziehenden Störung aus Nordwesten. Auch in der 3 Septemberwoche stiegen die Temperaturen wieder Richtung 30 Grad.
Mit einer Kaltfront und etwas Regen ging der Sommer am 23.9. zu Ende.

Stacken von Mond/Sonne und Planeten

„Ein Bild, ist kein Bild“ lautet einer der Sprüche in der Astrofotografie, denn die erzielbare Bildqualität wird erheblich gemindert durch verstärktes Rauschen und der Luftunruhe.  Ersteres durch dem wenigen Licht das uns zur Verfügung steht, sodass wir über längere Zeit belichten müssen und dabei natürlich auch eine höhere ISO verwenden. Die Luftunruhe merkt man, je stärker man vergrößert. Sie schwankt sehr, und es kann durchaus sein, dass ein Bild kurzer Belichtungszeit fast perfekt ist, das nächste aber sehr verschwommen.

Bei der Fotografie des Nachhimmels steht eher das Bildrauschen eine Rolle, es sind ja großflächigere Bereiche und Objekte mit Brennweiten von den üblichen Fotooptiken bis so 1000mm, aber die Belichtungszeiten liegen eben in etwa zwischen 1 und 8 Minuten bei ISO800, je nach verfügbarer Lichtstärke.

Mond, Sonne und Planeten sind dagegen hell bis sehr hell, daher bleiben die Belichtungszeiten oft deutlich unter einer Sekunde, oft unter 1/100-1/4000s. Daher spielt hier das Sensorrauschen weniger eine Rolle, dafür aber die Luftunruhe. Die Planeten sind dazu sehr klein und bedürfen dann einer extrem starken Vergrößerung.

Ein Methode um 1 gutes Bild zu erhalten ist es: Viele Bilder zu machen und dann das Bild heraussuchen, wo die Luft am ruhigsten war. Das nennt sich „Lucky Image„.  Wer auf höchste Auflösung steht, wird aber auch da Bildrauschen vorfinden, weil man ja dann oft eine 100% Ansicht herausschneidet um eine vernünftige Größe zu bekommen. Und die Waffe gegen Rauschen ist es halt, möglichst viele Bilder zu mitteln. Wer nämlich ein verrauschtes Bild versucht zu schärfen wird die Artefakte mitverstärken, wer entrauscht, wird feine Details mit entsorgen. Daher wird man möglichst viele Bilder stacken wollen und zwar nur möglichst viele der spärlichen „Lucky Images“.

Anders als bei „Deep Sky“ Bildern, wo es ja jede Menge Sterne gibt, die der Stacking Software als Anhaltspunkt zum Zusammenrechnen dienen, hat man es bei Mond/Sonne und Planeten mit großflächigen Strukturen zu tun. Man braucht also spezielle Software, die solches erkennt.
Auch hat man es bei den „Deep Skybildern“ mit einer vergleichsweisen überschaubaren Anzahl von Einzelbildern zu tun, so um die 30-300 Bilder um eine Zahl zu nennen, bei Planeten bewegt man sich da dann schon eher zwischen 1000 und 10.000 Bilder pro Serie!  Das muss man erstmals speichern, beurteilen und dann bearbeiten wollen/können.

Daher ist die Planetenfotografie immer schon ein Domaine der „Webcams“: Man benötigt nur einen kleinen Sensor und produziert ein möglichst unkomprimiertes Video. Je höher die Framerate (USB2 vs. USB3), aus desto mehr Einzelbilder besteht das Video. Da man fast nur das winzige Objekt am Film hat, bleibt die Dateimenge noch im Rahmen. Bei Mond wird bei diesen Vergrößerungen nur mehr ein kleiner Teil abgebildet, das aber perfekt! Ein Mosaik aus 10-50 Bildern ergibt dann ein höchst aufgelöstes Mond Bild. Dagegen kann kein Stack aus der Fotokamera mithalten…..aber wir wollen hier betrachten, was wir mit unseren Fotokameras anstellen können:

Mond und Sonne sind bei unseren FT Sensoren bei ca 1,1m Brennweite formatfüllend. Wer einen 1,4x Telekonverter sein eigen nennt, kommt also bequem mit 800mm Brennweite dahin. Mit „Silent Shutter“ kann man bis zu 60 Bilder / Sekunde hochauflösend erhalten. Also man kann relativ leicht seine vielen  hundert Einzelbilder erhalten. Natürlich verwenden wir RAW. Bei einem HD-Video reichen aber 800mm Brennweite, weil selbst ein HD-Video nur ein Bruchteil der maximal möglichen Auflösung eines 16 oder 20 MPixel Sensors besitzt. Bei Jupiter kommt ein Problem dazu: Er dreht sich sehr schnell (nur etwas über 9 Stunden) sodass man ab 1 Minute bereits Verwischung sehen könnte.

Wer die HQ-Auflösung (50-70 MPixel derzeit) für seine Bilder vom Mond/Sonne benützt, erhält zwar wirklich eindrucksvolle Bilder, aber da 8 Bilder in der Kamera versetzt zusammengerechnet werden müssen wird das wohl nur bei absolut perfekten Seeing einen Sinn machen. Und diesen sehr sehr seltenen Moment muss man erst mal erwischen. Zwischendurch probieren kann man es ja mal….

Seit langem gibt es  spezialisierte Software für die Planetenfotografie: Giotto oder Registax zum Beispiel. Aber sie werden seit geraumer Zeit nicht mehr weiterentwickelt und sind nur für kleine Dateigrößen ausgelegt. Einzig mit FITSworks konnte ich bis 20 MPixel  Bilder des Mondes erfolgreich stacken. Bei HR Dateien, skalierte FITSWork stark herunter. Eine Stack von ausgewählten 100 Bildern dauert so einen halben bis ganzen Tag….

Schon ein „Lucky Image“ aus der Fülle der Bilder herauszufischen ist sehr anstrengend. Zum Glück gibt es da aber jetzt Hilfe: AutoStakkert (AS!). Wer sich dann noch mit Planetenfotografie herum schlägt, wird schnell den Wunsch verspüren, das viele schwarze Rundherum wegzuschneiden. Das erledigt souverän PIPP (Planetary Imaging PreProcessor). Als Startdatei kann man sowohl Video (AVI/MOV etc) wie auch TIFF oder ORF Files verwendet. Das Ergebnis dann als TIFF/FITS oder unkomprimiertes AVI Speichern lassen. Das versteht dann AS!.
Wer sich ffmpeg herunterlädt und das ffmpeg.exe in das Verzeichnis von AS! legt, der kann direkt auch die MOV Datei seiner Kamera als Ausgangsbasis verwenden. Wer allerdings ORF Files in AS! stacken will, muss sie vorher in TIFF Files umwandeln . Also entweder mit OlyViewer, oder PIPP oder was auch immer das ORF File als TIFF exportieren.

Stacken mit Autostakkert:

1.) Zuerst seine Dateien (TIFF) öffnen oder als AVI Video (MOV wenn ffmpeg vorhanden).
2.) Analyse: Es erfolgt eine Analyse der Einzelbilder

Man sieht dann eine Status der Verteilung der Bildqualität der Bilder in der Kombigrafik: Die Schwankung der Bildqualität der Reihenfolge der Einzelbilder, die Grüne Linie zeigt in etwa den Verlauf der Qualität der gesamten Bildserie.

In der Vorschau wählt man die Bereiche, die dann beim Stacken analysiert werden und herangezogen werden. Der Clou dabei: Es werden von den gewählten Ausschnitten nur die Bildinformationen gestackt, die am besten sind, was bei großflächigen Objekten wie Mond / Sonne ja durchaus abweicht, denn mal ist ein einem Bereich ein Teil scharf, der andere aber nicht. Es wird also nicht stur einfach Bild x + y + z gestackt sondern wirklich nur der Bereich aus den Bildern der jeweils am besten ist. Daher sollten diese Bereiche auch überlappen. Aber dazu gibt es auch Anleitungen auf der AS! Seite (wenn auch nur auf Englisch).  Da ist viel Platz zum Optimieren seiner Bildserie.

Stack Option:
Man wählt sein Ausgabeformat des Stacks. Dann kann man sich aussuchen. AS! kann verschieden viele „der am besten befundenen“ Bildern stacken und legt dann ein Verzeichnis an wo die fertigen Stacks hineinkommen, mit entsprechender Bezeichnung im Filenamen. (liegt ein Verzeichnis unterhalb des Stammverzeichnis der Input Datei(en). Man kann also gleich mal je 4 verschiedene Stack’s anfertigen lassen: Entweder eine fixe Anzahl der gestackten Bilder oder Prozent Zahl. Wie viele der Bilder gestackt werden sollen, hängt sehr von der Qualität der Rohbilder ab. Sind sehr viele Bilder schlecht, wird man eher mit wenigen Bildern zum stacken sein Auslangen finden müssen.

Das ganze geht überraschend schnell !!

Da ich die gestackten Bilder hinterher erst bearbeite und brauch ich keine der angebotenen Bildverbesserungen die PIPP oder AS! bieten.

Hier ein 1:1 Ausschnitt eines Stacks der 4 besten Bilder aus 347:

180325 1:1 Crop Mond

Die kleineren klar sichtbaren Krater messen um die 4-5 km Durchmesser.

Hier noch ein erster Versuch am  Jupiter:

50 aus 200 Bildern 1:1

Mittlerweile habe ich auch probiert HR Files aus der E-M1.II (70 MPixel !) zu stacken. Ich hatte dazu 28 Bilder zur Verügung die ich als TIFF exportierte. Das als Beste durch AS! gezeigte Bild habe ich dann quasi als OOC (out of cam) bearbeitet. Weiters lies ich dann AS! jeweils folgende Stacks erstellen:  4,5,6,7 beste Frames und 12, 15, 25 und 30%. Mit einem Computer mit einer Ryzen7 1700 CPU und 32GB RAM klappte das innerhalb 10-15 Minuten. Während der Bearbeitung wurden 27 GB RAM genutzt und alle 16 Threads der 8 Kern CPU  wurden benutzt.

Frühling 2018

Der Frühling begann am 20.3. 17:15. Es war weiterhin kalt mit Tiefstwerten bei -5 Grad, es viel auch nochmals etwas Schnee. Am 22.3. gab es den ersten wirklich klaren Himmel der die Tageshöchstwerte auf 7 Grad anstiegen lies. In klarer Nacht kühlte es dann wieder auf -7 Grad ab. Danach ging es eher trüb weiter.
Ostern war weiterhin eher trüb und kalt, bei starken Westwind, ab und zu gab es wenige Tropfen Regen. Danach zweigte sich mehr und mehr die Sonne, am 3. April stieg der Tageshöchstwert erstmals auf 20 Grad.
Ab 6. April bildete sich über Mitteleuropa ein ausgedehntes Hochdrucksystem. Klarer Himmel lies die Tageshöchstwerte gegen 20 Grad steigen, Nachts kühlte es manchmal auf 0 Grad ab. Am 9. stieg die Temperatur erstmals über 26 Grad. Bei uns blieb es weiterhin trocken. Starker Südwind brachten größere Staubmengen aus der Sahara in unser Gebiet. Am 16. April brachte das von Süden her bei uns etwas Regen, im Grazer Raum fast 100mm innerhalb des Tages. Die Temperaturen blieben weiterhin heiß und anfangs wurde viel Staub aus der Sahara zu uns verfrachtet, gegen Ende waren es dann Blütenpollen. War die Vegedation anfangs April noch 3 Wochen hinten, war sie Ende April bis zu 2 Wochen voraus. Nach dem sehr kalten März wurde der April zum wärmsten seit 1800 laut Wetteraufzeichnung bei der ZAMG. Bei uns lag die Durchschnittstemperatur  5 Grad über dem Mittel und erreichte damit das Niveau des Mai. Die Regenmenge lag bei uns bei einem Drittel des Mittels. Es war weiterhin viel zu trocken. In Summe waren das von Jänner bis April gerade mal 74mm.
Am 3.Mai Abends bildete sich durch ein Italientief eine recht stationäre Gewitterfront in Ostösterreich aus. Entlang des Wienerwaldes regnete und hagelte es. Es waren hier mehr als 50mm in den 5 Stunden. Engabrunn lag nur in den Ausläufern was fast 18mm gleichmäßiger Regenfall brachte.
Bis Mitte Mai blieben die Temperaturen zwischen 10 (meist aber 15)  und 25 Grad. Es bliebe wieder recht trocken bei uns. Im Bundesgebiet gab es aber immer wieder heftige Gewitterregen.
Mitte Mai zu den Eisheiligen die dieses mal mild ausfielen, gab es dann man Regen Was die Monats Mai Regenmenge fast auf 80mm erhöhte, also so viel, wie es zuvor seit Jänner nicht regnete. Die Temperaturen blieben durchwegs über 12 Grad mit 22 Grad Höchstwerten.
Am 24 und 25. Mai gab es dann viel Regen. Warme und feuchte Luftmassen vereinigten sich im Nord/Osten Österreichs. Es gab Gewitter und regional starken Regen. Ein sich gegen 3:45 morgens entwickelnde Zelle brachte 20mm Regen in eines halben Stunde.  Trocken und heiß bis 29 Grad ging es bis Ende Mai weiter.
Der Mai wartete Österreichweit wieder mit Rekoren auf: 2. Wärmster Mai seit Wetteraufzeichnung der ZAMG und früheste mehr als 30 Grad. In unserem Raum waren es 2,3 Grad über dem Mai Mittel. Dafür brachte er an hauptsächlich 3 starken Regenereignissen gleich mal mehr Regen als die bisherig im Jahr gefallene Regenmenge. In Summe 136mm im Mai.
Sehr warm meist bis knapp vor 30 Grad ging es bis Mitte Juni. Immer wieder gab es in der Umgebung heftige Gewitter und Starkregen, aber bei uns waren es nur wenige Tropfen. Am 11.6. wurden die 30 Grad erstmals überschritten. Wechselnd bewölkt ging es dann weiter. Heiß und Trocken ging der Frühling 2018 zu ende. Die Temperaturen waren gegen 30 Grad, die letzten paar Tage breitete sich ein ausgedehntes Hochdruckgebiet über Europa aus. Am 21.6. wurden erstmalig fast 35 Grade erreicht.
Am Abend erreichte uns eine Kaltfront, die dann für eine kühleren Sommeranfang sorgen wird.
Noch nie in der Messgeschichte der ZAMG (seit 1767) wurde ein so warmer Frühling gemessen….  Extrapoliert auf das ganze Jahr würden wir dann bei +3,2 Grad über den Durchschnitt liegen……