Derzeit befindet sich die Sonne ja in einem Aktivitätsminimum. Es gab sogar schon einige male, wo es gar keine Sonnenflecken zu sehen gab.
Da sich seit ein paar Tagen wieder mal größere Sonnenflecken zeigten, hab ich nach längerem wieder mal die Sonne fotografiert.
Am Lacerta „Newton ohne Namen“ 200/800mm war wie immer die Baader Sonnenfolie. Wie meist verwendete ich zusätzlich den Olympus EC14, ein 1,4x Telekonverter. Damit ist dann Sonne oder Mond deren Größe am Himmel ca 0,5 Grad betragen, fast formatfüllend am Bild.
Da man ohne gute Abdeckung des Kameradisplay kaum scharf stellen kann, habe ich mich für eine der Kameras, mit Sucher entschieden. Ich hab die Olympus E-M1 verwendet. ISO200 und auf „Programmautomatik“ reicht da als Einstellung vollkommen. Die Sonnenscheibe wurde auf die Displaymitte eingestellt. Zum Scharfstellen habe ich einen der großen Sonnenflecke in der stark vergrößerten genommen. Danach mit der Serienbildfunktion ca 50 Bilder gemacht.
Nach Durchsicht auf Unschärfe blieben dann 32 Bilder zum stacken in Fitsworks über. Das entstandene 32bit FITS Bild wurde dann mit PixInsight finalisiert und auch gelb eingefärbt:
Ich machte auch ein Experiment mit Astronomik ProPlanet 742 IR-Passfilter. Da kann man nur mehr schlecht Scharfstellen, denn es kommt ja durch den Kamerainternen IR Sperrfilter ja nur noch Restlich am Sensor an. Es reicht aber um Scharfstellen zu können. bringen tut es allerdings wie zu erwarten war nichts.
Auch ein Versuch bei höherer Vergrößerung mit der APM 2,7 Barlow Linse durfte nicht fehlen:
Mit der offenen E-PL6 Kamera – die auch IR Licht empfindlich ist, habe ich natürlich auch versucht Bilder zu machen. Alleine das Scharfstellen am Display ist eine Herausforderung. Ohne Abdeckung im Sonnenlicht geht es kaum.
Mitte April 2016 tauchte ein großer Sonnenfleck auf. Durch die rotation wanderte er dann im Laufe der Woche über die Sonne. Er war zeitweise fast herzförmig und so manche konnte ihn, wenn die Sonne tief am Horizont stand mit freiem Auge sehen.
Dann probierte ich mal aus, wie die Sonne im Infrarotlicht aussieht. Filter war das Astronomic 742 Planet Pro. Es lässt IR ab 740nm durch. Kamera war die offene E-PL6.
In der Nacht von Sonntag auf Montag fand eine denkwürdige Mondfinsternis statt. Aufgrund der sich spät auflösenden Wolken fast ohne mich. Kurz vor der Totalität gab es größere Wolkenlücken, sodass ich zumindest den „Blutmond“ selbst mal abbilden konnte:
Ein Vollmond im September wird als Erntemond bezeichnet. Erntemond deshalb, weil er in alten Zeiten, wo noch kein künstliches Licht bei der Feldarbeit möglich war, er genügend Licht spendetet um auch Nachts mit der Ernte voranzukommen.
Er war noch dazu ein „Supermond“. So nennt man einen Vollmond, wenn die Mondbahn genau zu Vollmond der Erde am nächsten kommt. Genau das war um 4:11 morgens, genau mit dem Eintritt des Mondes in den Kernschattens der Erde. Das Streulicht der Erdatmosphäre färbt ihn dabei dunkelrot. Da er so nahe war, dauerte diese Totalitäsphase mit etwas über 1 Stunde und 12 Minuten auch extrem lang.
Eine Mondfinsternis ist an sich nicht gar so selten, aber die nächste Mondfinsternis mit ähnlicher Qualität wir erst am 8.10.2033 stattfinden.
Händisch nachgeführter Fotonewton (200mm/800mm Brennweite F/4). Dabei versuche ich die ISS im Sucherfernrohr ins Fadenkreuz zu bekommen. Gerade wenn es interessant wird, nämlich möglichst im Zenit, wo sie dann nur etwas über 400 km über uns ist, erfordert das einige Verrenkungen. Mit Parallaktischer Montierung habe ich es auch gemacht, dann kommt aber die Schwierigkeit dazu, dass man irgendwann umschwenken muss und ob man dann noch in der Eile, die ISS wieder einfange kann ist sehr schwer. Aber: Übung macht den Meister 😉
Dieses Bild war bei nahezu Vollmond mit EC14 1,4x Telekonverter entsprechend dann 2,24m Brennweite am 31.7.2015 um 22:56
[FN + EC14, E-M5 – ISO3200 1/2000sec]
Am 12.8.2015 flog sie wieder sehr günstig mit einem Minimum von 411km drüber. Diesmal mit Baro2,5x Linse entsprechend 4m Brennweite. Durch die Hitze sehr schlechtes Seeing.
Als „Blue Moon“ bezeichnet man heute, wenn innerhalb eine Monats zwei Vollmonde stattfinden. Da es nur alle 2,4 Jahre vorkommt, steht es Umgangssprachlich im englischsprachigen Raum für „alle heilige Zeiten“ eben für ein seltenes Ereignis. Natürlich ist das häufiger bei Monaten mit 31 Tagen, und im Februar sehr selten, wo es vorkommt, dass kein Vollmont ist. Dadurch steigt aber gleich die Wahrscheinlichkeit, dass im März oder April es gleich zwei „Blue Moons“ gibt.
Rein wissenschaftlich ist es natürlich nichts wichtiges.
Generell bei Vollmond ist es bei entsprechender Umgebung immer nett, mit einem Teleobjektiv Bilder bei Aufgang des Mondes Bilder zu machen. Die Nähe zu uns bekannten Objekten lässt ihn dann auch eindrucksvoll groß erscheinen.
Hier der „Blaue Mond“ vom 31.7.2015 mit der Kirche in Engabrunn
Im Fernrohr gibt der Vollmond mangels Schattenbereichen kaum was her – aber trotzdem:
Mit besserer Bildverarbeitung schafft man auch soetwas:
(50% Auflösung auf AstroBin – denn mehr gibt es nicht her)
Wesentlich mehr sieht man schon, wenn er noch nicht voll ist. Gerade in der Nähe des Terminators (Hell/Dunkelgrenze) erkennt man durch die Schatten sehr viel mehr an Details:
Wer kennt ihn nicht, unseren Ringplaneten! Er beflügelte seit jeher unsere Fantasie, was es wohl noch so an sonderbaren Objekten weit draußen geben wird.
Er besteht als Gasplanet hauptsächlich aus Wasserstoff und ist etwas kleiner als Jupiter, aber auch viel weiter weg. Dennoch können wir ihn mit freiem Auge sehr leicht sehen. Derzeit steht er Sommerbeginn im Süden gleich westlich des Skorpion. Da taucht er als erster heller Stern nach Sonnenuntergang auf.
Galileo Gallei hat die Ringe bereits 1610 erstmals gesehen! Sein Fernrohr war bedeutend schlechter als all unsere einfachen Fernrohre heute, so dass sich auch der Anfänger an diesen Anblick satt sehen kann.
Hier ein Einzelbild
gestackt ist etwas mehr möglich
Recht viel mehr bekommt man so nicht auf einem Foto zu sehen. Auch flimmert die Luft am nahen Horizont zu sehr. Visuell sieht man aber etwas besser. Gute Planetenfotos ist eine Domaine der Videokameras, deren tausenden Einzelbilder dann verrechnet werden.
Im Teleskop kann man dann auch schon die größeren der über 60 bisher nachgewiesenen Saturnmonde erkennen. Ich hab dazu einfach mal stark überbelichtet in der Abenddämmerung:
Titan ist der größte Mond des Saturn, ein Eismond mit einer einzigartigen dichten Atmosphäre. Encaldus der Himmelskörper unseres Sonnensystems wo Leben unterhalb der Eisschichte im Meer darunter sehr wahrscheinlich wäre.
Ein weiterer Versuch im August 2020:
2025 war es soweit, dass wir die Ringe des Saturn nur in einer sehr geringen Öffnung sehen konnten. Im September war Saturn gerade in Opposition und derzeit den zu uns geringsten Abstand. Also er steht um Mitternacht genau im Süden. Die Entfernung ist 8,5 AE, also 8,5 facher des Abstandes Erde/Sonne (150 Mio km) oder 1,28 Mrd. km.
Mit zwei Belichtungen 1/30sec. für Saturn und 5 sec. für die Monde bei F/8 ISO400 konnte ich diese Montage erstellen:
von Links nach Rechts: Iapetus (unten weit links), Dione, Tethys, Rhea und rechts: Titan
Am 1.7.2015 begegneten sich wieder mal Venus und Jupiter bei Sonnenuntergang. Sie näherten sich dabei unter Tags bei auf 0,4°. Gut sichtbar und nicht zu übersehen war das Schauspiel aber knapp nach Sonnenuntergang wo der Abstand immer noch 0,5° betrug. Das ist der scheinbare Durchmesser des Mondes oder Sonne. Also ziemlich nahe. So nahe, dass ich beide gleichzeitig in meinem Teleskop sehen konnte:
Die starken Helligkeitsunterschied machen es natürlich schwer in einem einzellnen Bild alles zu zeigen.
Daher noch zwei Detailbilder der beiden Planeten:
Die Venus wandert jetzt immer mehr gegen die Sonne um dann zum Morgenstern zu werden. So steht sie zwischen der Erde und der Sonne, recht groß aber halt nur in Phase. Dennoch ist sie so hell, dass man sie wenn man sucht auch am Tageshimmel finden kann.
Der Jupiter mit seinen Galileischen Monde. Die Monde von links nach rechts:
Ganymed, Europa, Io und wer genau hinsieht: gegenüber rechts beim Jupiter sieht man noch Callisto.
Lovejoy beehrt uns ab Mitte Jänner. Visuell ist er mit 4 mag an der Sichtbarkeitsgrenze eines guten Sternenhimmels, nur welcher von den Punkten ist es? Wer eine Digtalkamera hat, kann ihn aber leicht identifizieren, einfach mit erhöhter ISO (1600-3200) auf einem Stativ mit ca. 50-100mm Tele auf die richtige Sternenregion halten. Er ist eindeutig als grüner Fleck zu erkennen. In weiterem Verlauf des Jänners wird er sich in Richtung Sonne bewegen, als weiter westlich zu sehen sein.
Der Kern mit seinem Koma ist wie schon geschrieben stark grün/blau, der Schweif einiges schwächer, aber sehr lang. Eine Fotooptik um die 200-300mm wäre da schon richtig, aber man sollte dann schon 1 Stunde Belichtungszeit aufwenden. Das geht natürlich nur mit entsprechender Nachführung mit Guiding, bleibt also eher den Profis vorbehalten.
Ich hab mich natürlich auch versucht: So einfach er auf einem großflächigen Foto zu finden ist, ihn im Sucherfernrohr (Fernglas) zu finden ist entsprechend schwieriger. Hat man ihn gefunden, sieht der große nebeligen Fleck, durchaus nett aus, auch im Teleskop mit großem Gesichtsfeld (26mm Okular).
Am 12.1.2014, vor allem aber am 13.1. gab es nach langen Monaten des Wartens endlich mal ein recht klare Nacht, entsprechend die Bilder der vielen Hobbyastronomen in der Foren. So Atemberaubend die hochgeladenen Bilder auch waren: Sie zeigen eines, ohne Beherrschung von EBV (elektronischer Bildverarbeitung) kommt man da nicht annähernd hin. Es gibt zwar diverse Tools, die einem wichtige Schritte abnehmen, aber im Grunde muss man letztendlich noch im Photoshop zusammenführen. Man muß es klar sagen: Die Wirklichkeit sieht ganz anders aus.
Das Koma des Kometen ist recht hell, der Schweif relativ schwach. Der Komet bewegt sich recht stark zu den Hintergrundsternen. Ein Standartfunktion ist in der Astrofotografie, mehrere Einzelbilder aufaddieren (stacken). Vorher muss man sie natürlich Deckungsgleich bringende (registrieren).
Bei Stacken des Kometen wird das Koma um den Kern natürlich viel größer, dafür tritt aber der Schweif deutlicher hervor. Bei der Ausrichtung der einzelnen Bilder kann man entweder auf die Sterne als Bezugspunkt gehen, dann aber verschiebt sich der Komet, oder auf den Kometen, dann sieht man aber die Sterne x-fach abgebildet, oder bei viele Bildern die Sterne als Strichspuren. Mit Softwarehilfe kann man das Rechnen lassen. Kompromiss ist es aber allemal. Man sollte auch bedenken, dass die Vorgänge um den Kometen sehr dynamisch sein können, also auch lange Belichtungsserien die zusammengerechnet werden nicht unbedingt diese Unterschiede zeigen. Es ist in etwa so, wie wenn man versucht, Bilder einer flackernden Kerze über einen längeren Zeitraum zu verrechen.
Es war bereits der 5. Komet, den der Australische Hobbyastronom Terry Lovejoy entdeckte. Damals hatte er eine Helligkeit von 15 mag, also sehr schwach, Mitte Jänner, als er in ca. 70 Millionen km zwischen Erde und Marsbahn durchflog, stieg sie auf 3,8 mag (13.1.2015) an, damit konnte man ihn an klaren sternklaren Nächten außerhalb größerer Städte sehen. Der Schweif war relativ schwach und strahlte in einem schönen grün. Spektroskopische Analysen zeigten, dass die Farben hauptsächlich von Ionisierten Zweiatomigen Kohlenstoff (C2) stammten. Daneben auch noch di-Cyankohlenstoff (CN2)2. Der Schweif wurde bis 8 Grad (16fache der scheinbaren Mondgröße) lang. Relativ zur Sonne bewegte er sich mit um die 130.000 km/h. Die Größe des Kerns wurde auf ca. 200m geschätzt eventuell sogar 500 m. Damit der größte seit 40 Jahren!