Frühling 2016

Die Sonne überschritt am 20.3. den Äquator, was den Frühlingsbeginn markierte. Zugleich sind Tag und Nacht gleich lang.

Es war wechselnd bewölkt, durch den meist Nordwind blieben die Temperaturen meist um die 10 Grad. Ein kühler Frühlingsbeginn. Durch den warmen Winter wollten die Pfirsich und Marillen schon 3 Wochen zu früh aufspringen, was sich aber dann wegen der tieferen Temperaturen doch noch um zwei Wochen verzögerte. Aber immerhin, die Blüte war mehr als eine Woche früher als normal, was eine Temperaturerhöhung von über einen Grad anzeigt. In der Wachau standen die jungen Marillenbäume schon 25.3. in Blühte. Erst in der zweiten Frühlingswoche stiegen dann durch Südwind die Tageshöchstwerte über 15 Grad. Am letzten Märztag sorge ein Südföhn in Österreich für die ersten Temperaturen über 25 Grad.
Anfang April  gab es starke Wind aus Süden, der jede Menge Saharastaub mit sich führte, was die klaren Tage eintrübte. Die Temperaturen waren durchwegs über 20 Grad. Danach war es wieder stärker Bewölkt, kalte Luft aus Norden und wärmer Luft mischten sich und es gab an einem Tag 16mm Regen. Die Temperaturen bewegten sich nur um 10 Grad. Wechselhaft mit Temperaturen um die 20 Grad ging es weiter, bis dann wieder eine Westfront Abkühlung und Regen brachte. Weiterhin blieb es dann eher kühl Tageshöchstwerte um die 15 Grad, ab und zu auch 20 Grad. Immer wieder gab es auch Regen. In der letzten Aprilwoche kam es an 3 Tagen zu Morgenfrösten, bei uns bis -3 Grad. Das führte zum Absterben der mittlerweile schon gut getriebenen Weinstöcke. Ebenso wurden andere Obstbäume stark geschädigt. Selbst in den bislang geschützten Lagen der Wachau sind starke Ernteausfälle zu befürchten.

Der Mai war bis Mitte des Monats nicht recht warm und es regnete auch immer wieder. Am Abend des 12. bis 13. Morgens regnete es fast 60mm. In kurzen klaren Nächsten gingen die Temperaturen bis auf 5 Grad zurück. Dann steigen die Temperaturen an und brachten am 22 den ersten wirkliche Sommertag mit 27 Grad. Eine erneute Front mit labilen Luftmassen lies die Temperaturen wieder sinken. Aus labilen Luftmassen, gab es dann über den Tag verteilt weiter 19mm Regen.  Danach war es wechselhaft aber bei steigenden Temperaturen. Ende Mai sorgten sehr labiles Wetter für Gewitter und Regen. Punktuell kam es dabei in Österreich und Deutschland zu starken Unwettern mit Hagelschlag.

Der Meteorologische Sommer begann mit 1. Juni. Das sich über Österreich festgesetzte Tiefdruckgebiet sorgte weiterhin für instabiles Wetter. Mal Regen, mal Sonnenschein, der wieder Energie ins System pumpte und immer wieder punktuell heftige Gewitter bildete.  Unser Raum blieb davon bislang verschont. Die ersten zwei Wochen blieb es beim unbeständigem Wetter, kaum ein Tag, wo es nicht mal etwas regnete.

Auch der Restliche Frühling bis zum Sommerbeginn gestaltete sich wechselhaft. Bei gemäßigten Temperaturen regnete es bei uns ab und zu, anderswo gab es immer wieder punktuell Unwetter. Die Bodentemperatur kam oft über 18 Grad nicht hinaus. Der letzte Frühlingstag brachte durch eine okkludierende Front über dem Osten Österreichs einen Tag mäßigen Regen mit 20mm Niederschlag.

Der Frühling ging am 21.6. um 00:35 zu Ende. Bei uns beutete das eine maximale Tageslänge von 16 Stunden und 7 Minuten. Fast gleichzeitig war auch Vollmond, was nur alle 70 Jahre vorkommt.

Beobachtungsnacht 27.2.2016

Eines der seltenen Wolkenfenster ergab vor Mondaufgang die Möglichkeit, einige Photonen zu sammeln. Nordwind kämpfte gegen Südföhn an, der dann gewann und langsam eine  Wolkenschicht einen relativ ungetrübten Blick verwerte. Seeing war bei 4-5. Das Skyqualitymeter (SQM) zeigte zwischen 19,7 und 20,4 an. Die Temperatur blieb bei 2 Grad und die Luftfeuchte war mit 76-80% auch im grünen Bereich. Die um die 5 km/h Nordwind störten machten sich an meiner stabilen Montierung nicht weiter bemerkbar.

Zunächst versuchte ich, weitere Daten am M42, dem Orionnebel zu gewinnen. Diesmal die kurzen Belichtungszeiten, also max. 60 Sekunden bei ISO200 bis hinunter auf 2 Sekunden. Mal sehn, ob ich damit meinen ersten HDR Versuch weiter aufpeppen kann.  Eine dünne Wolken/Nebelschicht im Süden wirkt sich hier hoffentlich nicht weiter störend aus.

Bei den 60 Sekunden Belichtungen lief der zweite Fotoapparat mit dem mFT 75/1.8er mit und war auf die Umgebung der Gürtelsterne des Orions gerichtet.

Den Orion musste ich dann abbrechen, weil ich schon in die Nähe des Lichtkegels der Etsdorfer Kirche kam, der in den Himmel zeigt! Er hat eine Ausdehnung vom Orion bis Aldebaran, umfasst also ein recht weites Feld.

So ging ich dann etwas weiter Südöstlich zurück, auf NGC2264 im Einhorn (Mon) den Weihnachtsbaumhaufen wo auch der Konusnebel sein sollte. So recht konnte ich nicht erkennen wo ich war, das Teleskop vergrößert auch hier zu stark. In diesem Bereich gibt es aber schwache Emmissions- und Reflexionsnebel die ich vielleicht ansatzweise am Foto sehen kann.

Es stellte sich aber beim Ausarbeiten schnell heraus: Ich erwischte NGC2246…und das ist ein Teil des Rosetta Nebels. Ich muss also besser aufpassen bei den Zahlen.

Mit dem mFT 75/1.8 belichtete diesen Bereich mal mit. Bis ich wieder in den Lichtkegel der Etsdofer Kirche kam, zusätzlich wanderten schon gut sichtbare Wolkenschichten aus dem Süden herein:

160227 Orion wide

Da es im Nordosten noch klar und mit SQM 20,4 herum auch dunkel war, ginge es auf das M81, M82 Duo, ziemlich mittig am Weg  zwischen dem hinteren Teil des Großen Wagens Richtung Polarstern.

Nach 6 Bildern zu 4 Minuten musste ich dann abbrechen, weil schon zu starke Wolkenfelder aus Nordwesten hereinzogen:

160227 M81 & M82 Widefield

Wetterstatistik Engabrunn 2016

2016 Temperatur Frosttage Kalte Tage <10 Sommertage >25 Heiße Tage >30
Jänner 0,04 23 26 0 0
Februar 5,18
8
18
0
0
März 5.91 6 16 0 0
April 10,11 4  3  0 0
Mai 15,16 0 0 4 0
Juni
 19,13 0 0 14 5
Juli  23,10 0 0  25 6
August  18,43 0 0  20 3
September 18,92 0 0  15 2
Oktober 8,87  1 5  0 0
November  3,75  12  26  0 0
Dezember  0,60  24  29  0 0
Gesamt 10,49 78 123 78 16
2016 Regen
mm
Regentage Regen >2mm Regen >20mm Sonnenstunden
Jänner 27,1 17 5 0 175:15
Februar 35,8 14 5 0  210:15
März 23.3 14 2  0   290:15
April 38,2  11  6  0  341:45
Mai 105,2  15 9 1 383:30
Juni 85,7  17 10  1  396:15
Juli  137.8  13  11  3  398:30
August  47,5  10  6  0  344:00
September  15,1  11  4  0  294:00
Oktober  63,2  21  7 1  242:30
November  29,6  23  3  0  172:00
Dezember  15,8  13  2  0  140:15
Gesamt 631 179 70 6 3421:45

 

Wetterstatistik Engabrunn 2015

2015 Temperatur Frosttage Kalte Tage <10 Sommertage >25 Heiße Tage >30
Jänner 2,59 17 27 0 0
Februar 1,81 18 25 0 0
März 5,82 16 10 0 0
April 10,31 5 3 3 0
Mai 14,91 0 0 5 0
Juni 19,34 0 0 19 6
Juli 23,22 0 0 27 17
August 23,1 0 0 22 17
September 14,92 0 0 4 2
Oktober 9,59 2 6 0 0
November 7,16 8 12 0 0
Dezember 3,86 11 19 0 0
Gesamt 11,45 Durchschnitt
77 102 80 42
2015 Regen (mm) Regentage Rege >2mm Regen >20mm Sonnenstunden
Jänner 22,4 13 3 0 155
Februar 8,2 7 2 0 213
März 15,8 10 4 0 292
April 22 9 4 0 346
Mai 54,4 14 6 1 378
Juni 47,8 10 6 0 405
Juli 45,1 13 6 0 416
August 64,1 9 5 1 372
September 41,2 17 6 0 292
Oktober 88,9 16 9 1 233
November 29 17 4 0 199
Dezember 11,8 17 2 0 152
Gesamt 450,7 mm
152 57 3 3453

Wetterstatistik Engabrunn 2014

2014 Temperatur Frosttage
<0 Grad
Kalte Tage <10 Sommertage >25 Grad Heiße Tage
>30 Grad
Jänner 1,6 19 30 0 0
Februar 3,24 18 20 0 0
März 8,22 8 4 0 0
April 11,88 2 1 0 0
Mai 14,5 0 0 6 1
Juni 19,07 0 0 15 4
Juli 21,06 0 0 23 6
August 17,86 0 0 11 0
September 15,24 0 0 4 0
Oktober 11,58 1 6 0 0
November 7,23 0 17 0 0
Dezember 3,06 12 25 0 0
Gesamt 11,21 Durchnitt
60 103 59 11
2014 Regen (mm) Regentage Rege >2mm Regen >20mm Sonnenstunden
Jänner 7 7 1 0 65
Februar 9,2 8 1 0 117
März 8 7 1 0 297
April 14,4 8 4 0 356
Mai 105,4 18 10 0 384
Juni 33,4 6 4 0 413
Juli 75,4 20 9 1 413
August 92,8 22 12 0 357
September 71 15 6 0 297
Oktober 47,2 12 6 1 245
November 14 13 2 0 144
Dezember 30,8 16 4 0 143
Gesamt 508,6 152 60 2 3231

TAU – Stier

Das Sternbild Stier (Taurus, TAU), durch den orangen Stern Aldebaran rechts oberhalb des Orion ist auch leicht zu finden. Sehr markant ist auch die Ansammlung der Sterne der Plejaden

161202 TAU - Sternbild Stier (Taurus)

161202 TAU Sternbild Stier

161202 TAU Sternbild Stier

Sterne am Bild
A:Aldebaran, H1/H2: Hyadum I u. II, Al:Alnath Ai:Ain

Markante Objekte
M1: Krebsnebel  M45: Plejaden / Siebengestirn

Durch die Plejaden und Hyaden beim Kopf des Stiers geht die Ekliptik. Auf dieser Linie durchwandern unsere Sonne und Planeten sowie der Mond den Himmel. Seit 1990 steht hier die Sonne zur Sommersonnenwende. Umgekehrt: Genau zu Weihnachten stehen sie am höchsten am Wintersternhimmel. Es ist Frühling, wenn sie abends im Westen verschwinden.So waren sie in der Geschichte der Menschheit immer schon ein markantes Zeichen um eine Orientierung zu haben, wo im „Jahr“ man sich befindet, was für Ackerbau von entscheidender Bedeutung ist.

Die Ekliptik (da wo unsere Sonnensystemkörper durchwandern) liegt unweit zwischen dem hellen orangen Stern Aldebaran unterhalb. So kommt öfter zu BEdeckungen des Aldebaran und alle 19 Jahre zu einer Serie von Bedeckung der Plejaden durch den Mond, die nächsten wird 2024 sein.

Die Plejaden – M45:

161004 M45 -Plejaden

181128 M45 - Plejaden.jpg

240113 Plejaden / M45

241229 M45 / Pleiaden und Umgebung

In der Nähe der jungen Sterne stehen Staubwolken, die das Sternenlicht zu uns reflektieren. Die hellsten sind der Merope und der Maja Nebel. Es ist kein heißer Stern in der Nähe, der das Gas selbst ionisiert.

Sie sind der Erde mit 400 Lichtjahre recht nahe und so kann man bereits durch Winkelmessung im Herbst und Anfang Sommer die Entfernung bestimmen.

Noch ein Übersichtsbild bei 20mm:
(2024/25 störte der Jupiter, der seine Schleife im Stier zog).

241130 Stier/Perseus und Auriga bei 20mm

In Groß auf Astrobin

Die Dunkelwolken nahe der Plejaden bei 135mm

251024 Dunkelwolken im Stier

In Groß auf Astrobin

Krebsnebel – M1

160129 M1 - Krebs Nebel

Am 11. April 1054 und später berichten verschiedene Kulturen über einen Stern neben der Sonne. An dieser Stelle steht heute der Krebsbebel. Er dehnt sich noch immer mit 1500 km/s aus. Er ist ca. 6300 LJ von uns weg. Zurückgeblieben im Inneren ist ein Neutronenstern, der durch die extremen Magnetfelder starke Synchrotronstrahlung aussenden.  Der Ursprungsstern dürfte 1-5 Sonnenmassen gehabt haben.

Charles Messier, ein Kometenjäger im 18 Jhd. hat immer wieder Objekte gesichtet die ähnlich aussehen, aber offenbar keine sind. Deshalb hat er dann einen Katalog angelegt, dessen erster Eintrag dieses Objekt war:  M1 war (Messier Katalog Nr.1) Heute umfasst der Katalog 110 Objekte.

Großflächig durchziehen die Taurus Molekülwolken das Sternbild zwischen den Hyaden, Plejaden und Sternbild Perseus:

191229 Taurus Molekülwolen

(Groß auf AstroBin)

Molekülwolken sind kalter Staub. Da ist alles so weit abgekühlt, dass sich Moleküle bilden. Die leuchten selbst nicht mehr, sondern heben sich gerade mal vom Sternen erleuchteten Hintergrund ab. Der Staub selbst lässt das Licht nicht durch.
Was man auch immer wieder entdecken kann, dass sie Sternenlicht reflektieren oft von Sterne die sich innerhalb von Staubhöhlen verbergen. Sieht dann aus wie der heller Lichtkegel einer Taschenlampe.

Ein weiter Versuch vom November 2021:

211104 Dunkelwolken im Sternbild Stier/Fuhrmann/Perseus TAUPER_25mmF28_86x1minI1600_EM13.jpg

Wintersternhimmel: ORI-TAU-AUR-GEM-CMi

Der Wintersternenhimmel ist relativ leicht zu erfassen, denn  mit dem Orion hat man einen guten Ausgangsbasis:

160212 Wintersternbilder

160212 Wintersternbilder

Der Himmelsjäger Orion (ORI), mit hoch erhoben linken Arm mit Schwert und rechts das Schild gegen den Stier (Taurus, TAU). Durch die Gürtelsterne geht der Himmelsäquator. Unterhalb des Gürtels, das Schwertgehänge, wo man den Orionnebel (M42) findet. Sehr auffallend links oben der Rote Überriese Beteigeuze und gegenüber unten ein blauer heller Riegel.

Links unten des Orion steht der hellste bei uns sichtbare Stern:  Sirius im Großen Hund (Canis Maior, CMa). Weiter links aber oberhalb, der helle Prokyon im kleinen Hund (Canis minor, CMi). Darüber sieht man zwei helle Sterne: Die markanten Sterne des Sternbild Zwillinge (Gemini, GEM): Pollux und Castor.

Hoch im Zenit glänzt Capella, einer der hellsten bei uns sichtbaren Sterne, im Sternbild Fuhrmann (Auriga, AUR). Capella sieht man bei uns praktisch immer, im Sommer tief am Nordhorizont.

Das Sternbild Stier ist auch recht leicht zu sehen: Der Wuchtige Körper, dessen eine Grenze das Siebengestirn, die Plejaden (M45) bilden. Beim orangen hellen Aldebaran ist der Kopf, den die Hyaden, eine lose Sternhäufung bilden. Links die beiden Sterne sind die zwei Hörner. Hier steht einer der berühmtesten Himmelsobjekte, wenn auch mit mag 9 sehr dunkel: Der Krebsnebel (M1) der Überrest einer Supernovae vor 1000 Jahren.

Die schwache Wintermilchstraße durchzieht links des Orion das eher unscheinbare Sternbild des Einhorn (Monoceros. MON). Das größte Objekt mit vielen scheinbaren Monddurchmessern ist der Rosettanebel (NGC2244), als RO eingezeichnet. Daneben gibt es da noch passend zur Jahreszeit den Weihnachtsbaum und vieles mehr.

Übersichtsbild Stier / Perseus und Fuhrmann 20mm

241130 Stier/Perseus und Auriga bei 20mm

California Nebel – NGC1499 – 135mm

241205 California Nebel / NGC1499

Der Rosetta Nebel (135mm Objektiv)

190206 Rosetta Nebel / NGC2244

Mit dem Fotonewton bei 600mm Brennweite:

250129 Rosetten Nebel, NGC2244 1st light Starizona Nexus 0,75x

Größer auf AstroBin

Rosetten Nebel bis Weihnachtsbaum Sternhaufen (135mm)

220106 Rosetten Nebel bis Weihnachtsbaum

Weihnachtsbaum Sternhaufen – NGC2264

231223 (161229) NGC2264 Weihnachstbaum Haufen

(Technische Daten und  bis 2/3 Originalauflösung auf AstroBin)

Auriga/Fuhrmann – FlamingStar – 135mm

241227 Fuhrmann / Auriga

Größer auf AstroBin

 

 

IR Fotografie

Vor den Sensoren der Digitalkameras sind Filter verbaut, die das Licht nur im Sichtbaren Bereich durchlassen. Das bedeutet vor allem, der langwellige Rote Bereich wird so ca. ab 650 abgeschnitten.

Hier habe den entnommenen Originalfilter der E-PL6 nachgemessen:

E-PL6 Filter und Ha-7nm Schmalbandfliter

Der zweite Filter sind die vor den eigentlichen Pixel der Sensoren, die dann die Bayermatrix bilden: Da sind 4 Pixel: 1x Blau  2x Grün und 1x Rot Filterchen

Da habe ich auch Werte aus PixInsight für die üblichen Sony Sensoren der Fotokameras:

SonySensor

Da ich ja ein „offene“ Digitalkamera verwende für Astrofotografie, hab ich mir mal zwei günstige IR Filter besorgt.  Ein IR760 und ein IR850 von Fotga.  Wie das Fotometer zeigte, öffnen sie komplett ab der angegebene Wellenlänge mit 90% Durchsicht:

IR_760-850

Eingezeichnet ist auch der Bereich, wo normalerweise eine Digitalkamera auf das sichtbare Licht empfindlich ist. Da wir Infrarot nicht sehen können, sind diese Filter für uns undurchsichtig. Manche Tieraugen können dieses Licht aber sehen. Ihnen würde Blattgrün weiß erscheinen, weil es das IR Licht stark reflektiert. IR Strahlung durchdringt Nebel auch recht gut.

Hier mal ein erster Versuch: Jeweils Original, umgewandelt in s/w und durch die zwei Filter IR760 und IR850nm

Dürnstein in der Wachau

normal (E-M5, mFT 75/1.8 F4 1/2500s

Dürnstein in der Wachau

normal – als schwarz/weiß (E-M5, mFT 75/1.8 F4 1/2500s

Dürnstein in der Wachau

IR ab 760nm (E-PL6mod, mFT 75/1.8 F4 1/400s

Dürnstein in der Wachau

IR ab 850nm (E-PL6mod, mFT 75/1.8 F4 1/320s

Burgruine Dürnstein in der Wachau

normal (E-M5, mFT 75/1.8 F4 1/1600s

Burgruine Dürnstein in der Wachau

normal – als schwarz/weiß (E-M5, mFT 75/1.8 F4 1/1600s

Burgruine Dürnstein in der Wachau

IR ab 760nm (E-PL6mod, mFT 75/1.8 F4 1/200s

Burgruine Dürnstein in der Wachau

IR ab 850nm (E-PL6mod, mFT 75/1.8 F4 1/125s

Der Autofokus funktionierte recht gut, die Bilder direkt aus der Kamera waren alle Rot. Denn es werden ja nur die Sensoren über denen der Rotfilter liegt angesprochen. Das sind 1/4 der verfügbaren, weil ja die anderen Sensoren mit je 2x Grün und 1x Blaufilter bestückt sind (Bayer Matrix).

Für ernsthafte IR Fotografie müsste man also einen schwarz/weiß Sensor verwenden, oder die vorgesetzten Filterchen abkratzen. Dabei werden aber auch die vorgesetzten Mikrolinsen entfernt, was die Empfindlichkeit senkt.

 

Beobachtungsnacht 12.2.2016

Wieder war der schon etwas höher stehende Mond mit gerade mal 3 Tagen Alter ein Ziel. Ein Crop aus dem Original ohne viel Bearbeitung der das Mare Crisium (Meer der Gefahren) zeigt, lässt schon leicht Krater von 12km Durchmesser erkennen:

160212_Mond Mare Crisium (crop)

Ich probierte auch erstmals meine zwei IR Filter aus. Allerdings habe ich die nur für das ED75/1.8. Man kann jedenfalls damit schon Bilder machen. Auch  helle Sterne kann ich am Liveview erkennen. Das ist ja schonmal was! Das natürlich nur bei meiner Modifizierten E-PL6, die ja auch im IR empfindlich ist.

Bis es dann wirklich etwas dunkler war, habe ich das Teleskop auf NGC2244 den Sternhaufen im Helixnebel gerichtet.

160212 NGC2244 Rosetta Nebel

Da großflächig  immer wieder Wolkenschichten durchzogen versuchte in mit dem ED1260 widefield bei 12mm (KB:24mm, Bildwinkel:84 Grad) Bilder der Wintersterne zu machen.

Ich wollte dann schon abbrechen, aber es klarte dann auf und so machte ich noch mit der normalen unmodifizierten Kamera ein Detailbild der Plejaden (M45), das  bekannte Siebengestirn im Sternbild Stier. Leider war dann bei 8×4 Minuten Schluß:

160212 Plejaden - M45

 

 

Beobachtungsnacht 11.2.2016

Ich schaffte es gerade noch rechtzeitig das Mondkipferl zu fotografieren:

160211 Mond

Da war der Mond gerade mal 2 Tage alt. Zusätzlich noch im Minimalabstand zur Erde.  Im Sommer geht das kaum, weil es um diese Zeit noch hell ist. Da verliert man dann schon viel Kontrast.

In der Hoffnung doch noch etwas mehr an Belichtungszeit an den Wintersternbildern zusammenzubringen, bevor das Mondlicht zu stark stört, versuchte ich den Pferdekopfnebel:

160211 Pferdekopfnebel - LDN 1630

Natürlich lief auch ein zweiter Fotoapparat mit: Mit dem 75/1.8  links der Gürtelsterne des Orion. Da ist schon das Sternbild Einhorn (Monoceros, Mon), durch das sich die im Winter schwache Milchstraße zieht. Hier findet sich der sehr große, aber schwächere Helixnebel. In diesem ist NGC2244 ein schöner Sternhaufen eingebettet.

160211_Monoc75mm_RGB_7x4I800

All zu lang war aber auch nicht möglich, immer wieder zogen leichte flächige Wolken durchs Bildfeld, bis es dann sowieso unmöglich war.