220P/McNaught (2026)

Im August gab es eine Überraschung: Ein an sich unauffälliger Komet 220P/McNaught hatte 2 Helligkeitsausbrüche.

Der zur Jupiterfamilie gehörende Komet zieht seine Bahn zwischen Jupiter und Mars, für die er 5,5 Jahre benötigt. Entsprechend dunkel ist er im Maximum mit nur so um die +16 mag. Im Vergleich: Pluto hat unter +15 mag, ca. 3-4x heller. Die geschätzte Größe des Kometen liegt bei 1,2-2,5 km.

Ende Mai 2026 wurde innerhalb von nur 13 Stunden einen Helligkeitsausbruch um 8 Größenklassen auf +8 mag registriert, was dem 8000 fachen entspricht. Damit ist er bereits im Fernglas auszumachen und schon relativ leicht zu fotografieren. Die Helligkeit sank dann wieder auf +12 mag. Anfang August gab es einen weiteren Helligkeitsausbruch auf +6 mag!, immerhin dem 600 fachen an Helligkeit. Zwar noch nicht mit eigenen Augen zu sehen, allerdings fotografisch schon recht gut zu finden, jedenfalls damit einer der hellsten in letzter Zeit.

Beim 2. Ausbruch gab es auch mehr Staub als Gase. Eine Erklärung wäre, dass Freisetzung aufgeheizter Gase Teile der Oberfläche aufplatzen lies und so zusätzlich jede Menge Staub freisetzten.
Denkbar wäre auch ein Zusammenstoß mit einem anderen Objekt des Asteroidengürtel, der ja aus unzähligen Objekten zwischen Mars und Jupiter besteht.

Am 15. August ab 2:30 richtete ich das 135mm Teleobjektiv und das Fernrohr mit 600mm Brennweite gegen den Kometen. Die Entfernung lag bei 180 Mio. km.

260814 220P/McNaught (2026)

In größer auf AstroBin

Das intensive grüne Leuchten stammt von C2 (di Carbon), das durch die UV Strahlung der Sonne anregt wird. Allerdings zerfällt es auch relativ schnell bei Sonneneinstrahlung.

…daneben war in einem Bild noch ein Meteoroid, hab ich auch dazugenommen.

 

C/2025 K1 (ATLAS)

C/2025 K1 (ATLAS) wurde am 24. Mai 2025 durch das „Asteroid Terrestrial-Impact Last Alert System“ kurz ATLAS gefunden.

Er stammt aus der Oortschen Wolke, wo sich jede Menge kleine und große Trümmer befinden, die unser Sonnensystem in ca. 1,6 Lichtjahre schalenförmig umgibt.
Wohl meist Trümmer, die bei der Bildung unseres System übriggeblieben sind. Störungen durch andere Himmelskörper können bewirken, dass immer wieder Teile in Richtung Sonne fliegen.

Der Sonnennächste Punkt (Perihel) wurde am 8. Oktober 2025 mit 50 Mio Km (0,34 AE) erreicht, also innerhalb der Bahn des Merkur.

Am 24.11. erreichte er mit 60 Mio km seine größte Erdnähe.

Zu Beginn hatte man anhand der gemessenen Helligkeiten Hoffnungen, dass er eine Helligkeit von +6 mag erreichen würde, aber im September gab es einen Rücksetzer in der Helligkeit. Letztlich wurden +8 mag erreicht. Derzeit hat er +10 mag

Er zieht dann rasch vom Großen Wagen / Große Bärin (UMa) über die Giraffe unterhalb des Polarstern ins Sternbild der Kassiopeia, wird damit aber auch rasch schwächer.

Danach wird er wohl unser Sonnensystem verlassen

Am 23. November 2025 konnte ich die Gelegenheit genutzt, den Kometen C/2025 K1 (ATLAS) mit dem Teleskop abzulichten, der im Norden beim Großen Wagen hochsteigt.

Aus dem Bauch heraus wählte ich 25 Sekunden Belichtungszeit bei F/3 und ISO1600. am Teleskop mit 600mm Brennweite. Eine normale Kamera reicht da auch aus.

In Summe waren es 135 Bilder, die ich noch schnell zu einem fertigen Bild ausarbeitete.

251123 251123 C/2025 K1 (ATLAS)

In größer auf AstroBin

Seine Umrundung der Sonne hat er nicht ganz schadlos überstanden, denn Mitte November sind min. 3 Teile herausgebrochen.

Hier ein extra bearbeiteter Ausschnitt des Kometenbild in der 100% Ansicht.

251123 C/2025 K1 (ATLAS) Crop


Der 1. herausgebrochene Teil hat schon recht an Helligkeit eingebüßt und geht bereits im Staubschweif rechts unter.

Alles schon sehr an der Grenze meines Können und Gerätschaften….