UMi kleiner Wagen Kleiner Bär

150226 UMi
150226 UMi - Astrometriert

Wie man auf dem Bild sieht, besteht der kleine Wagen aus helleren und dunkleren Sternen. Da diese aber in der Helligkeit stark unterschiedlich sein, kann man an im auch die Güte des Himmels (=Seeing) ablesen. Polaris hat eine Helligkeit von mag 2. Im Kasten der hellste Stern hat auch mag 2,1, der darunter mag 3,0. Die restlichen Sterne der Deichsel des kleine Wagen haben mag 4,2-4,4. Der schwächste Stern des Kastens, schräg gegenüber des hellen Kochab, hat nur mag 4,9 also fast 5, gleich darüber ist ein Sternchen mit 5.5!. Wenn man den sehen kann, hat man schon eine recht dunklen Himmel. Unsere angepassten Augen sehen Objekte von ca mag 5,5-6,5. Letzteres in Europa wohl kaum mehr.

Alleine die Straßenbeleuchtung senkt die Sichtbarkeitsgrenze um 3 mag, die Lichtglocke über der Stadt natürlich weiter. Das hat aber gerade für den Anfänger einen Vorteil: Er sieht nur die hellsten Sterne und findet sich leichter zurecht. Auch bei etwas länger belichteten Fotos gehen meist die hellen Sterne in einem Meer von Lichtpunkten der schwächeren Sterne unter. Deshalb habe ich obiges Fotos durch ein Weichzeichenfilter gemacht. Helle Sterne zeigen dann eine größere Fläche, auch bei längerer Belichtung.
Ein normales Fernglas (7×50) steigert die Grenzgröße um ca +4mag. Dann kann man Sterne und Objekte noch bis ca. 9-10mag erkennen. Man sagt „ab 200mm öffnet den Himmel“. So steigt die visuelle Grenzgröße auf 13 mag. Der Zentralstern im bekannten Ringnebel der Leier mit mag 14,7 ist aber nur noch fotografisch mit längerem Lichtsammeln abzubilden.

Polaris, der Polarstern liegt nicht genau im Norden, sondern etwas daneben auf der gedachten Linie Richtung Kochab. Er umkreist den Himmelsnordpol im Laufe der Nacht. Wird die Achse der Teleskopmontierung  genau auf den Himmelsnordpol ausgerichtet (=einnorden). Dann reicht es, wenn ein Motor genau diese Achse bewegt. Wer das genau trifft und wenn der Motor präzise arbeitet, wird das Fernrohr oder Fotoapparat immer genau mit dem Stern nachgeführt. So gelingen dann Langzeitbelichtungen. Wenn das weniger gut läuft, belichtet man entweder kürzer und öfter, oder man benützt einen Guider, der anhand eines Leitsterns die Nachführung korrigiert. Dazu verwende ich den MGen von Lacerta (Teleskop Austria)

An lohnenswerten Objekten gibt es im Kleinen Wagen zumindest in unmittelbarer Nähe des Polarsterns nicht viele allgemein bekannte Objekte. Wir sehen hier weitab unserer Milchstraße in die Tiefen des Universums. Wer aber sehr lange belichtet (mehr als 10 Stunden!), wird aber selbst hier Molekülwolken, wie sie überall vorkommen, finden können. Solches herauszuholen ist aber eine hohe Kunst, meist reicht die Tiefe (sehr lange belichtet) der Astrofotos nicht, und oft werden die schwachen Staubbänder beim Versuch den Hintergrund zu glätten gleich mit entfernt.

Hier UMi  um einiges tiefer belichtet

180408 Kleiner Wagen / Bär - UMi

[Olympus E-M10.II, 25mm (50mm KB), ISO800 F2,5 44x1min]

Bei obigen Foto sieht man beim Polarstern den „Verlobungsring“ mit Polaris als „Diamant“ ein Asterismus. Das ist eine zufällig Anordnung von Sternen, die für uns einen Sinn ergeben. Die meisten Sternbilder sind das auch, denn die Sterne gehören nicht immer zusammen oder stehen in der selben Entfernung und haben gleiche Vorgeschichten. Die Sterne in diesem „Engagement Ring“ haben eine Helligkeit von 8-9 mag, also eher nur mit einem größeren lichtstärkeren Fernrohr zu sehen.

Wer mal auf den Polarstern (Polaris) kurz belichtet (0,1-10 sek – je nach Gerät) wird sehen, dass er ein visueller Doppelstern ist. Polaris ist mit mag 2 recht hell, der Begleiter hat nur mag 9.0 und steht mit 18 Bogensekunden (arcsec) recht nahe. Belichtet man zu lange, wird er vom viel helleren Stern überstrahlt:

18.8.2014 Polaris

FN200/800 ISO200 10sec Olympus E-M1

Die Hauptkomponente Polaris ist aber auch ein spektroskopischer Doppelstern, das lässt sich aber nur durch aufwendige Messungen nachweisen. Polaris ist also ein dreifach Sternsystem.  Von der Größe her ist Polaris ein Überriese, mit 100 Sonnendurchmesser und strahlt 5000 mal heller als unsere Sonne. Von uns ist er  431,42 Lichtjahre weit weg. Polaris schwankt auch ganz leicht in der Helligkeit (0.01mag) alle 4 Tage, außerdem pulsiert er leicht, allerdings seit einigen Jahrzehnten immer weniger.

Durch diese Gegend ziehen sich große Staubwolken. Bekannt als Polaris Nebel oder (Nördliche) Polar Spur (NPS). Sie ist ein Beispiel für IFN (Integrated Flux Nebula). Solche Nebel liegt in den äußeren Regionen unserer Galaxie und besteht aus feinen Staubpartikeln, die durch das reflektierte Licht der gesamten Milchstraße beleuchtet werden. Sie heben sich sehr schwach vom dunklen Hintergrund ab, weshalb sie relativ schwierig herauszuarbeiten sind.

190406 Kleiner Wagen - Nord Polar Spur

[E-M10.II, mFT25/1.8 95x1min]

Um den Polarstern mit 75mm Objektiv:

200423 Polaris & Polarspur MW1

[E-M10.II, mFT75/1.8 160x1min]
Größer auf AstroBin

Großer Bär und Kleiner Bär

Das wohl bekannteste Sternbild ist bei uns wohl der große Wagen. Er ist ja zirkumpolar, was bedeutet, daß man ihn das ganze Jahr über sehen kann, wie er den Polarstern (Nordstern) umrundet.

Genau genommen ist aber der große Wagen nur ein Teil des Großen Bären, der eigentlich Große Bärin heißt (UMa – Ursa Major).  Von ihm aus findet man jedenfalls recht einfach den Norden mit seinem Polarstern (Polaris). Der steht zwar nicht ganz exakt im Norden, aber sehr nahe. Hat man Polaris gefunden, kann man auch UMi (Ursa Minor) oder eben den kleine Wagen finden:

Hier auf diesem extremeren Weitwinkelbild (28mm KB-Brennweite) sieht man die zwei Sternbilder, vor allem aber die große Ausdehnung des UMa:

UMa / UMi - Großer Bär und kleiner Waagen

Wenn man das obige Bild etwas in Erinnerung hat, ist es dann schon einiges leichter, sich zurechtzufinden:

UMa / UMi - Großer Bär und kleiner Waagen

Die sehr hellen Sterne des großen Wagen fallen ja leicht auf. Die Deichsel des Waagen bilden den Schwanz der großen Bärin. Vom hinteren Kasten des Großen Waagen ausgehend braucht man nur 5x den Abstand der hinteren Sterne verlängern und man kommt auf den hellen Polarstern.

UMa / UMi - Großer Bär und kleiner Waagen

Weiters eingezeichnet die Helligkeit im mag, wo man abschätzen kann, wie gut der Himmel gerade ist.

Weitere Beiträge hier:
UMa – Großer Wagen – große Bärin
UMi – Kleiner Wagen / Bär

 

Alles für die Katz……

Wohin mit meinem Überschussstrom im Winter, den meine 300Wp Photovoltaik Anlage liefert?

Wasser wärmen!? Jeder ist eingeladen, herauszufinden wie viel Strom man braucht um Wasser zu erwärmen. Man kommt dann jedenfalls drauf, warum es so teuer ist, wenn man sein Wasser elektrisch aufheizt. Es wäre jedenfalls ein Super Speichermedium für Energie, wenn es einen effizienten Weg gäbe, die gespeicherte Wärme wieder in Strom zurückzuverwandeln.

So hab ich mir etwas überlegt, um unserer wilden Katze, die sich ja nur im Freiem und diversen Schuppen aufhält, doch etwas Komfort in der Kalten Jahreszeit zu geben.

Die Konstruktion habe ich Katzengrill genannt.

Katzengrill

Meine Solarzellen liefern maximal eine Leerlaufspannung von 22V. Daher habe ich mir Heizdraht und Heizfolien für 24V besorgt (zu finden bei LKW und Camingzubehör). Die maximale Heizleistung würde dann so um die 140W kommen. Das ganze liegt auf einer isolierenden Styropor Unterlage. Das gelbe sind einfache Gartenbetonplatten, die ich günstig erstanden habe. Es sollte ja auch nicht zu heiß werden und die Wärme eines sonnigen Wintertages bis in die Abendstunden etwas speichern. Eine Dritte Platte kommt dann noch oben drauf….

Katzengrill

Das  ganze ist mit einem Schafwollvlies, das normalerweise zum Schutz von Pflanzen während der Frostperioden eingesetzt wird, umhüllt.

Katzengrill

Wenn die Sonne scheint, hier 10:00 Ende November, wird bereits ca.80-90W an Strom in Wärme umgesetzt. Unter Tags sind es dann so gegen 120W, bei klarem Himmel. Natürlich bei den oftmaligen Nebeltagen fällt die Leistung auf unter 10 Watt ab.

Erwischt! ….. an einem kaltem Wintertag:
Katzengrill

Also  ich vor kurzem in der Nacht die Batterien fürs Teleskop aus der Hütte holte, war sie auch ganz erwartungsvoll am Grill. Sie springt bei mir jetzt nicht mehr gleich weg, so konnte ich sie streicheln und gleich mal erfühlen, dass die Steine noch gut 25 Grad hatten in der Hütte bei -2 Grad. Er wurde also auch dieses Jahr wieder angenommen :-).

Katzengrill

 

Das giftigste Lebewesen

Textile Kegelschnecke

Sensationen, Sensationen ?!
Was man hier nicht erwarten sollte: Die 10 giftigsten oder gefährlichsten Begegnungen, die haarsträubensden Aktionen. Das überlasse ich Anderen, weniger Berufeneren  😉

Hand auf Herz, was bringt es denn, einen Unterschied zu sehen, ob etwas 10x, 20x oder 50x „giftiger als das Gift einer Cobra“ ist? Im Fall des Falles hat man einfach schlechte Karten.

Kegelschnecken zählen jedenfalls zu den giftigsten Lebewesen denen man in tropischen Meeren begegnen kann.

Trotz der Tatsache, dass sie oftmals aus Unwissenheit angefasst werden, wenn man bei Ebbe den seichten Strand entlanggeht und Muscheln ansehen will, passiert erstaunlich wenig! Und gleich vorweg: Wer sie nicht anfasst ist auf der sicheren Seite.

Was macht sie so gefährlich: Kegelschnecken jagen Fische, indem sie sie aus unmittelbarer Nähe quasi Harpunieren. Und diese millimetergroße Harpune füllen sie vorher mit einem der stärksten Gifte, das man aus der Tierwelt kennt. Das Opfer muss einfach sofort tot sein, denn sonst wird die Schnecke nichts von der Beute haben, denn weit hinterher kann sie nicht.

Es gibt auch keine Stelle, wo man sie gefahrlos anfassen kann, mit ihrem „Rüssel“ kommt sie überall hin.

Also einfach nichts Angreifen, so schützt man die Lebewesen und sich selbst.

Gegengift gibt es bislang nicht und die Frage, ob es rechtzeitig an den Traumstrand geliefert werden würde, kann jeder für sich beantworten……..

 

 

 

 

 

Der gefährlichste Fisch im Roten Meer

Grüner Drücker

Wirklich gefährlich werden oft nur Dinge, von denen man nichts weiß!

Aufgrund meiner langjährigen Erfahrungen am Roten Meer will ich gleich eines Versichern: Generell ist das Gefahrenpotential das von Seiten der Meeresbewohner ausgeht sehr gering. Weitere Gute Nachricht: Es gibt am Roten Meer weder Seeschlangen, Blauringkraken oder Krokodile.

Wenn man nichts angreift oder wo hineingreift und auf Korallen und Sand herum trampelt, ist man auf der sicheren Seite. Mit einer Ausnahme: der Große grüne Drückerfisch während der Brutpflege.

Mal zu den Eckdaten: Der „Große Grüne Drücker“ („Titan / Giant Trigger“ in englisch) wird bis zu 75cm groß und kann mit seinem Zahnleisten ganz einfach Muscheln und Korallen knacken.

Außerhalb der Brutzeit ist er meist friedlich, die ist so im Frühjahr herum. Er bewacht das Gelege extrem aggressiv. Das bedeutet er greift alles innerhalb eines gedachten Zylinders im Umkreis von 10-15m hin an. Der Bereich reicht bis zur Wasseroberfläche. Wenn man erste Drohgebärden nicht ernst nimmt dann versucht er zu beißen, Wade oder Seite habe ich beobachtet, man hält also tunlichst die Flosse hin….. 😉 Wenn man ihn ansieht steigert sich die Aggression, aber wer lässt ihn schon aus den Augen 😉 Taucher begehen dabei oft den Fehler, einfach aufzusteigen, damit bleiben sie aber in seinem Überwachungsbereich. Zum Glück beißt er nicht immer gleich zu, sondern lässt es bei Scheinbissen bewenden.

Er kommt also von selbst auf den nichtsahnenden Schwimmer/Taucher zu.

Sollte man es nicht wissen:

Fische, so friedlich sie da einem Umgeben, können in einem Bruchteil einer Sekunde aus dem Blickfeld verschwinden und eben so schnell da sein.
Wenn ein Fisch also angreifen wollte ist er da, ohne dass man ihn bemerken würde, auch bei der oft extrem guten Sichtweite von 15m!

Von daher braucht man also generell keine Angst haben, solange man mit offenen Augen durchs Wasser schwimmt und eventuelle Zeichen von Aggressivität wahrnimmt und sich entsprechen verhält. Zu gewissen Zeiten ist es halt der Drückerfisch den man beobachten sollte, wie er drauf ist. Wobei sich Aufmerksamkeit seiner Umgebung sowieso immer empfiehlt.

Um die Aufzählung der Gefahren am Roten Meer noch komplett zu machen:

Rotfeuerfische im freien Wasser (wenn auch _sehr_ selten da anzutreffen) weichen nicht aus! Also auch da Augen auf,

Und Nachts mit Lampen ins Wasser zu leuchten: Hornhechte können ins Licht springen, dann bist Du möglicherweise Aufgespießt, solltest Du die Lampe vor dir halten.

Das war es dann auch schon!

Heut zu Tage wird alles in den Medien berichtet und wenn jeder nachdenkt, von wie vielen Unfällen man da hört, ist es also sicher, auch wenn so viele „Unwissende“ herum plantschen und die Infos meist übertrieben dargestellt werden. 🙂

…. und Haie?
Sie sind scheu und meiden den Trubel der Menschenmassen!
In der Nähe eines Riffs wirst Du kaum auf einen Hochseehai, der nach jedem möglichen Happen beißt, treffen. Er „kostet“ zwar zunächst, aber das reicht meist und man verblutet. Gefährlich sind die mittleren, weil sich noch nicht wissen, dass wir nicht die Beute sind, aber schon groß genug dass wir von der Größe als Beute in Frage kommen.

Die Chancen also, um wirklich Schaden zu nehmen, sind ähnlich gering wie einen Hauptgewinn im Lotto! An Bienenstichen und Grippe sterben bei uns wesentlich mehr! Obwohl letzteres durch Impfung zu Verhindern wäre.

Potentiell weiter Gefährliche Dinge

Kegelschnecken – Rochen ………

 

Beobachtungsnacht 12.11.2015

Eine relativ sternklare Nacht lies mich wieder probieren. Da im Süden Wolken waren und so ein Blick  versperrte versuchte ich mich zunächst am M34 – ein offener Sternhaufen zwischen Perseus und Andromeda. Zusätzlich montierte ich noch einen Fotoapparat mit dem „alten“ ED50200.

Die Montierung richte ich zunächst an der sehr hellen Auriga im Fuhrmann aus, was es mir ermöglichte, das Teleobjektiv scharf zu stellen. Am Teleskop selbst mit Bahtinov Maske gibt es ja da keine Probleme. Ein letztes Allignment dann am Almach und schon lies ich M34 anfahren. Es passte gleich recht gut.

Das Tele richtete ich gegen Andromeda. Im Liveview konnte ich da sogar Sterne sehen!. Nach einer kurzen Probebelichtung mit sehr hoher ISO rückte ich dann noch das Bild zurecht. Dann war alles bereit für Belichtungsserien von je 4 Minuten. Der MGen Autoguider sorgte für eine exakte Nachführung und das Dithering. So nennt man das Versetzen der Aufnahme am Chip, wodurch weiteres Sensorrauschen und Sensorfehler besser ausgeglichen werden können.

Mein DualsetupSetup

Nach einer Stunde war aber dann mal Schluss, denn am Teleobjektiv begann sich Tau abzusetzten. Das Sucherfernrohr für den Autoguider war bereits stark beschlagen, allerdings war der ausgewählte Stern noch so gut zu sehen, dass es zu keinem Sternverlust kam.

Dann machte ich mal Dunkelbilder für die Korrektur der Sensorfehlpixel, indem ich das Objektiv abdeckte. Nach einigen Dunkelbilder stellte ich die Kameras auf Automatik und die Belichtungskorrektur noch auf +1 Blende. Mit der LED Flatfieldbox machte ich dann die Flats. Mit der kürzesten Belichtungszeit im Dunkeln die Bias Bilder, auch wenn das Bias bereits im Dunkelbild enthalten ist, geht ja schnell.

Ich beschloss dann mal zu versuchen, dem Beschlagen mit einem Föhn beizukommen. Als weitere Versuchsobjekte dienten dann mit dem Tele M42, der Orionnebel und am Teleskop M1, der berühmte Krebsnebel. Beide stiegen schon im Südosten hoch, und die sehr störende Kirchenbeleuchtung wird ja erst Samstag und Sonntag eingeschaltet.

Hier das erste Bild, ein Foto mit dem „alten“ ED50200 bei 200mm (=400mm KB Brennweite) bei Offenblende von F3,5 bei ISO1600 und 13×4 Minuten an der E-PL7

151112 M31 - Andromeda Galaxie

Herbst 2015

Anfang Herbst sanken dann die Temperaturen mehr gegen „Herbst typisch“ Tageshöchstwerte um die 20 Grad, gegen Ende September nur mehr 16 Grad. In aufklarenden Nächten waren dann die Tiefsttemperaturen schon um die 5 Grad. Nordostwind sorgte aber durchwegs für recht Trockene Luft. Das in den Nordosten Europas abgewanderte Tiefdruckgebiet steuerte aber immer wieder Wolken herein.

Anfang Oktober war es wieder wolkenlos, Nordostwind und auch Südostwind sorgten für eher trockenere Luft in der Nacht. Dann brachte ein kleine labile Zelle aus Nordost kommend wieder etwas Regen. Nach kurzer Besserung kam es zwischen 7 und 8 zu einer Okklusion (eine Warmfront verschmilzt mit einer Kaltfront), die kaum mehr weiter wanderte und so über dem Nordostteil Österreichs ausregnete. Den meisten Regen gab es in Oberösterreich mit einer Spitze von  100mm innerhalb 48 Stunden (St.Wolfgang). Hier  sind dann auch noch gut 25mm zusammengekommen.

Durch einfließen kalter Luftmassen aus dem Nordosten klarte es in der Nacht zum 12.10. auf und so gab es mit -1,5 Grad den ersten Morgenfrost. Tags darauf ging die Temperatur ab Mitternacht leicht unter 0 Grad, allerdings stieg die Temperatur durch den Aufzug von Wolken und wärmerer Luftströmung.

Ein kleinräumiges Tief, das  recht stabil, aber unvorhersehbar über Nordwestösterreich herumeierte sorgte für instabile Wetterlage, aber auch mal Sonnenschein. Die Temperaturen pendelten dann zwischen 4 und 10 Grad. Auch längerer leichter Regen brachte einiges an Regen. 27 mm in 3 Tagen. Beim Abzug nach Nordosten sorgte es mit 12 stündigem Dauerregen nochmals für  eine beachtliche Regenmenge von 23mm.

Danach stellte sich Hochdruckwetter ein, dass für durchwegs sonniges Mildes Wetter sorgte. Je nach Wind lösten sich im Flachland die allmorgendlichen Frühnebelfelder mal schneller oder langsamer auf. Bis Ende Oktober war weiterhin ein Hochruck über Europa bestimmend. Lebhafter Wind aus Ost sorgte für trockene Luft, sodass es kaum zu Hochnebel kam und die Sonne von morgens bis Abends sichtbar war. Die Temperaturen lagen zwischen 5 und  15 Grad.

Anfang November setzte sich Hochdruckwetter durch, was zu kalten Nächten mit Tiefstwerten um die -2 Grad führte. Am Tag wurde es dann bis zu 16 Grad warm. Eine kleine Störungsfront vom Nordwesten unterbrach das kurzzeitig und bracht etwas über 1mm Regen. Durch die milden Luftmassen des Atlantiks blieb die Nachttemperaturen über 7 Grad. Am Tag gingen die Temperaturen Richtung 20 Grad. Wieder wurde an einigen Orte langjährige Höchstwerte zu dieser Jahreszeit und Rekord Minimumwerte Nachts von über 17 Grad verzeichnet. In der Nacht zum 20. November ging der extrem warme November mit Temperaturen um die 20 Grad mit einer Kalter Polarluftströmung zu Ende. Dieser Tag brachte einigen Regen. Die Temperatur sank dabei rapid von 18 auf 8 Grad. In weiterer Folge sanken dann die Temperaturen auf das normal Jahreszeitliches Niveau von um die 2-3 Grad Tagsüber.

Vorhersage gemäß  fiel bei den klaren Vollmondnächten um den 23.11.-25.11. die Temperaturen unter 0 Grad auch Tagsüber, der Tiefstwert wurde mit -6,5 Grad erreicht. Feuchte Luft trübte dann wieder den Himmel und es gab dann am 26 .11. den ersten Schneefall, der aber bei den Temperaturen über 0 Grad bald wieder verschwand. Immerhin waren es 4mm Niederschlag während des Tages. Der November verabschiedete sich sehr stürmisch. Spitzenwerte von über 120 km/h gab es am Jauerling, im Wr.Neustädter Raum wurden Dächer abgedeckt. Es gab noch etwas Regen, und die Temperatur der warmen Atlantikluft lies die Temperatur um 10 Grad pendeln. Nach den langjährigen Statistiken der ZAMG ist der November 2015 unter den 3 wärmsten und trockensten seit Aufzeichnung!

Mit Beginn des Meteorologischen Winters am 1.12. verzog sich die sehr stürmische Nordwest Wetterlage und brachte auch noch etwas Regen. Damit sanken die Temperaturen wieder unter 10 Grad. Nach dem üblichen Bodennebel am morgen, wo die Nachttemperatur auch mal auf 0 Grad sank, gab es tagsüber wieder Sonnenschein.

Wechselhaft und meist mit zähem Nebel ging der Herbst auch zu Ende. Unter der Nebeldecke waren die Temperaturen zwischen 2 und 5 Grad. Ab und zu nieselte es aus dem Nebel, und es gab auch mal etwas Regen alles unter 1 mm/m2. Bis Weihnachten hin gab es dann sehr sonniges warmes Wetter bis 12 Grad.

 

 

28.9.2015 Totale Mondfinsternis

In der Nacht von Sonntag auf Montag fand eine denkwürdige Mondfinsternis statt. Aufgrund der sich spät auflösenden Wolken fast ohne mich. Kurz vor der Totalität gab es größere Wolkenlücken, sodass ich zumindest den „Blutmond“ selbst mal abbilden konnte:

150928 Totale Mondfinsternis 28.9.2015

(Bild in Originalauflösung)

Ein Vollmond im September wird als Erntemond bezeichnet. Erntemond deshalb, weil er in alten Zeiten, wo noch kein künstliches Licht bei der Feldarbeit möglich war, er genügend Licht spendetet um auch Nachts mit der Ernte voranzukommen.

Er war noch dazu ein „Supermond“.  So nennt man einen Vollmond, wenn die Mondbahn genau zu Vollmond der Erde am nächsten kommt. Genau das war um 4:11 morgens, genau mit dem Eintritt des Mondes in den Kernschattens der Erde. Das Streulicht der Erdatmosphäre färbt ihn dabei dunkelrot. Da er so nahe war, dauerte diese Totalitäsphase mit etwas über 1 Stunde und 12 Minuten auch extrem lang.

Eine Mondfinsternis ist an sich nicht gar so selten, aber die nächste Mondfinsternis mit ähnlicher Qualität wir erst am 8.10.2033 stattfinden.